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rätsel

niemand,
der wahrnimmt

nichts,
was wahrgenommen wird

und doch
ist da nichts
als wahrnehmung

frei

ich bin genauso frei
in meinem denken und handeln,

wie es mir frei steht,
nicht zu atmen

wahr

dasein
ist wahrnehmung

von nichts
durch niemanden

Warum ist 2 + 3 =5?

Die Antwort ergibt sich aus den Bedeutungen der verwendeten Symbole:

2 bedeutet die Summe, die sich ergibt, wenn ich einem bestimmten Ding ein weiteres Ding hinzufüge und dann die Dinge zähle. Füge ich noch ein Ding hinzu und zähle dann, ergibt sich die Summe 3.  2+3 bedeutet: Füge die Summe 3 zur Summe 2 hinzu. Es ergibt sich eine Summe, die entsteht, wenn ich zu 2 Dingen 3 Dinge hinzufüge und dann zähle. Das Symbol 5 bedeutet diese Summe. Also: 2+3=5.
Dass die Symbole 2,3, und 5 diese Bedeutungen haben, ist eine historische Zufälligkeit ebenso wie die Tatsache, dass diese Summen mit den Wörtern „zwei“, „drei“ und „fünf“ bezeichnet werden. Das mathematische Verhältnis der damit bezeichneten Summen zueinander ist dagegen logisch zwingend.

Permalink 18.04.14    3 Kommentare »

Senkt die Bildungsausgaben, aber radikal!

Link: http://kurier.at/politik/inland/ministerin-unter-druck-die-wut-der-laender-ueber-die-sparplaene-in-schulen/60.895.200

Jetzt habe ich mich wieder ärgern müssen.

Wegen der Notwendigkeit zur Budgetkonsolidierung – wir haben ja hier in Österreich diesen kostspieligen Hypo-Spaß – muss der Staat im Bildungsbereich sparen. Und sofort skandalisieren alle und warnen: Da werde auf Kosten der Zukunft gespart, auf Kosten unserer Kinder.

Bin ich denn der Einzige, der das anders sieht? Wollt Ihr wirklich noch mehr Akademiker im Call-Center und ausgebildete Sänger, die Taxi fahren? Denn dass ist es, was Ihr mit Eurem Ruf nach immer mehr Bildung erreicht! Ihr solltet anstatt dessen einsehen, dass Bildung nicht die Lösung aller Probleme ist, sondern selbst das Problem.

Einmal ganz ehrlich: Wer braucht denn Bildung? Die Erfahrung der jungen Leute ist doch heute die: Sie bilden sich, über Jahre strengen sie sich an, lernen, machen Praktika, sammeln Abschlüsse – und das alles nur, um am Ende die Erfahrung machen zu müssen, dass kein Unternehmen, kein Arbeitgeber das brauchen kann.

Was wird anstatt dessen im Berufsleben von Ihnen verlangt? Nun, zu funktionieren, in einem stressigen, langweiligen Berufsalltag, der keine Aussicht auf Weiterentwicklung und eine Verbesserung der Situation bietet, klaglos und verlässlich zu funktionieren.

Bildung kann sie dabei nur stören. Wer sich bildet, bildet seine Persönlichkeit aus. Dann steht er da mit seiner entfalteten Persönlichkeit – und diese ist ein anspruchsvolles Luxusding. Man wünscht sich plötzlich so Sachen wie eine „sinnvolle Arbeit“ oder mit seinen Argumenten von den Arbeitskollegen und Vorgesetzten „ernst genommen zu werden“. Ich will jetzt nicht sagen, dass man heute als Arbeitnehmer überall aus Böswilligkeit nicht ernst genommen wird, sondern nur soviel: Bei den semi-automatisierten Arbeitsabläufen, die wir heute überall haben, ist für solche Verzierungen keine Zeit.

Damit habe ich nun schon zwei Gruppen erwähnt, die Bildung absolut nicht brauchen können: die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer. Wobei jetzt mir, ausgehend von meinem persönlichen Background, die Bedürfnisse der Arbeitgeber nicht so nahe gehen. Aber die der ArbeitnehmerInnen schon. Und deshalb appelliere ich: Es ist doch eine Frage der Humanität, dass wir nicht durch Bildung allerorts Persönlichkeiten zum Blühen bringen, die dann keinen Lebensraum finden, an dem sie gedeihen können. Wir haben nun mal all die Call-Centers und Taxis und Outlet-Centers und Tankstellen und Lohnverrechnungsbüros und Baustellen und Fertigungslinien in den Fabriken, und wir brauchen Leute, die die Arbeit dort aushalten.

Die aber hält ein gebildeter Mensch nicht aus.

Um das nur klarzustellen: Es ist nicht die Zukunft, die ich mir wünsche, die ich hier gerade an die Wand male. Ich wünsche mir überhaupt nicht, dass die Menschen weniger Bildung haben. Aber ich schaue mich eben auch in der sozialen Realität um und kann nirgendwo erkennen, dass die Wirtschaft Bedarf an gebildeten Menschen hätte.

Ja, an gut ausgebildeten Fachkräften hat sie Bedarf. Aber doch nicht an Bildung! Und gerade hier wäre so leicht einzusparen: Geschichte, Geografie, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Psychologie, Philosophie, Religion, Literaturkunde im Deutschunterricht, Sport, alle Fremdsprachen bis auf Englisch –raus aus dem Schulstoff! Nur noch Lesen, Schreiben, Mathematik und Naturwissenschaften! Nichts mehr von dem, was den Menschen als Person bildet! Aber von Mathematik und Naturwissenschaften natürlich mehr – viel mehr!

Was die jungen Menschen, die SchülerInnen und StudentInnen, heute brauchen, ist doch einfach, dass man ihnen klar und deutlich sagt: „Die Gesellschaft will nicht, dass Ihr zu Personen werdet, die in kontraproduktiver Weise ihrer eigenen Vorstellung vom Glück nachjagen, sondern ihr seid dafür vorherbestimmt, kleine Rädchen in der großen Wirtschaftsmaschinerie unserer Volkswirtschaft zu werden. Freundet Euch schon mal mit Eurem Rädchenschicksal an!“

Ich weiß, mein Ruf wird ungehört verhallen. Die Konsequenzen werden die bekannten sein, diejenigen, die wir auch heute schon sehen: Junge Menschen studieren zwei Fächer nebeneinander, machen Praktika und Auslandssemester, um sich als Personen interessant zu machen. Sie hoffen: Irgendwann wird ein Arbeitgeber doch sehen, dass ich was drauf habe! Wenn er nur meinen track record sieht und bemerkt, was ich alles schon gelernt und gemacht habe. Aber niemand bemerkt das. Niemand will das überhaupt haben. Und dann landen sie im Call-Center oder machen eine Umschulung zum Altenpfleger. Wenn man bei der Bildung radikal einsparen würde, könnte man diesen Menschen die schmerzhaften beruflichen Umwege und der Gesellschaft die kostspieligen Umschulungen ihrer durch Bildungsversprechen „verirrten Schäfchen“ ersparen.

Ich bin mir dessen bewusst, dass mein Ruf ungehört verhallen wird. Dabei liegt die Sache klar auf der Hand: Nicht mehr Bildung brauchen wir, sondern weniger. Denn Bildung ist selbst das Problem. Durch sie werden Bedürfnisse geschaffen, für deren Befriedigung unserer Gesellschaft die Ressourcen fehlen. Das Ergebnis sind eklatante Fehlallokationen: Menschen, die nicht wissen, wo sie hingehören, und Unternehmen, die nicht wissen, wo sie die geeigneten Arbeitskräfte herbekommen.

Permalink 16.04.14    5 Kommentare »

wille und dasein

Es kann nur einen
freien Willen geben.

Gäbe es einen zweiten,
würde dieser
die Freiheit des ersten
einschränken.

Niemand kann über
diesen freien Willen verfügen.
Sonst wäre dieser Wille nicht frei.

Als freier Wille muß er also
vollkommen allein sein.

Wäre Dasein gewollt,
so müßte es ein- und dasselbe sein
wie dieser Wille.

Müßte dieser Wille nämlich erst
auf etwas von ihm Verschiedenes wirken,
um etwas zu bewirken,
so wäre er nicht frei.

gebet

Es gibt
keinen Körper.

Es gibt
nur Dasein.

Dein Wille
geschieht.

Sonne
des Seins.

Nektar
des Nichts.

mensch und tier

Der einzige Unterschied
zwischen Mensch und Tier
besteht darin,
daß der Mensch
diese Unterscheidung vollzieht.

Irrtümlich.

selbst-bestätigung

Gäbe es ein Selbst,
so bräuchte es
keine Bestätigung.

Das vermeintliche Selbst aber
besteht einzig und allein
in beständiger Bestätigung.

DEKALOG DES DASEINS

I
DU KANNST NICHT DENKEN. -
WOLLEN DENKT.

II
DU KANNST NICHT WOLLEN. -
WOLLEN GESCHIEHT.

III
DU KANNST NICHTS TUN. -
ES GESCHIEHT VON SELBST.

IV
DU KANNST NICHTS BEWEGEN. -
ES GIBT WEDER RAUM NOCH ZEIT.

V
DU KANNST NICHTS ERKENNEN. -
ES GIBT WEDER GEIST NOCH STOFF.

VI
DU KANNST NICHTS BEWIRKEN . -
ES GIBT WEDER URSACHE NOCH WIRKUNG.

VII
DU KANNST NICHTS VERBESSERN. -
ALLE ZUSTÄNDE SIND GLEICHWERTIG.

VIII
DU KANNST NICHTS VERÄNDERN. -
ES IST BEREITS ANDERS.

IX
DU KANNST NICHTS WAHRNEHMEN. -
ES IST EINFACH DA.

X
DU KANNST NICHT VERSCHWINDEN. -
DASEIN IST EWIG.
UND DU BIST DASEIN.

helau

das ich
ist nur eine maske
die das nICHts trägt

welt und wahrheit

welt ist wollen
wahrheit will nichts
nicht einmal recht haben

diesseits

Jenseits
von Geist und Stoff.

Jenseits
von Zeit und Raum.

Jenseits
von Ursache und Wirkung.

Jenseits
von Leben und Tod.

Das ist Dasein.

gesucht - gefunden

Wo ist das Leben?
Im Körper.
Wo ist der Körper?
Im Hirn.
Wo ist das Hirn?
Im Ich.
Wo ist das Ich?
In der Sprache.
Wo ist die Sprache?
Im Sinn.
Wo ist der Sinn?
Im Leben.

Warum ist der Abendstern nicht mit dem Morgenstern identisch?

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In der philosophischen Diskussion wird gelegentlich das Verhältnis des Abendsterns zum Morgenstern als Beispiel für Identität angeführt, Sowohl der Abend- als auch der Morgenstern seien ja mit dem Planeten Venus und daher auch mit einander identisch. Da kann aber etwas nicht stimmen, denn kaum jemand würde die am Abendhimmel erscheinende Venus als Morgenstern bezeichnen. Denkt man darüber nach, so ergibt sich: Es gibt den Planeten, der den Namen „Venus“ trägt. Dieser Planet hat die Eigenschaft, für uns Menschen häufig am Abenhimmel und am Morgenhimmel als auffällig heller Stern zu erscheinen. Die Erscheinung am Abendhimmel bezeichnen die Menschen als „Abendstern“ und die am Morgenhimmel als „Morgenstern“. Es handelt sich also um zwei Bezeichnungen von Erscheinungsweisen des Planeten Venus. Da es zwei unterschiedliche Erscheinungsweisen sind, sind sie nicht identisch.

In Anwendung auf das Leib-Seele-Problem, also das Problem, wie vor allem beim Menschen geistige und körperliche Vorgänge zusammenwirken, zeigt sich Folgendes:

Als Lösung für dieses Problem wird von einigen Philosophen angenommen, dass die geistigen Vorgänge mit den entsprechenden körperlichen Vorgängen identisch sind. Man benötigt dann keine Erklärung, wie die geistigen Vorgänge auf die körperlichen einwirken können, und umgekehrt. Ist nun beispielsweise ein Gedanke identisch mit den entspechenden neuronalen Vorgängen im Gehirn? Das ist genauso wenig der Fall, wie der Abendstern mit dem Morgenstern identisch ist! Die Rolle der Venus spielt nämlich der einheitliche geistig-körperliche Vorgang, der einerseits als Gedanke, andererseits als neuronaler Ablauf in Erscheinung tritt. Entscheidend ist, dass der Gedanke mit dem neuronalen Ablauf eine (wirkende) Einheit bildet. Sie als identisch zu bezeichnen, wäre falsch.

Permalink 31.12.13    3 Kommentare »

also

Niemand weiß,
wer er ist.

Also gibt es
niemanden.

einheit und eigenschaft

Die Eigenschaften
des Sehens, Hörens ... Fühlens, Denkens
sind eins.

Die Eigenschaften wechseln.
ihre Einheit bleibt bestehen.

Nichts hat Eigenschaften.
Alles ist Eigenschaft.

Die Einheit
der Eigenschaften
ist Dasein.

qualia-problem gelöst

Nicht das Dasein
der Eigenschaft
bedarf der Rechtfertigung
durch den Glauben
an den Stoff.

Viel mehr
ist der Stoffglaube
in seinem Dasein als Gedanke
selbst nichts anderes
als eine Eigenschaft
des Denkens.

zeigen

Einheit
läßt sich nicht
zeigen.

Zeigen
ist bereits
Einheit.

dadada

Dasein
ist
Einheit.

Dasein
und Bewußtsein
sind eins.

Was da ist,
wäre sonst
nicht da.

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