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ich nicht

Nicht ich denke,
Sprache denkt
mich denkend.

Nicht ich bin,
Sprache denkt
mich seiend.

Nicht ich sehe,
Sprache denkt
mich sehend.

Nicht ich handle,
Sprache denkt
mich handelnd.

Ein kleines, gemeines Buch - über Ethik

Rezension von Bernard Williams: Der Begriff der Moral. Eine Einführung in die Ethik. Reclam, Stuttgart 1978. (Originaltitel: Morality. An Introduction to Ethics (1976))

 

Manche Büchlein kommen ganz harmlos daher, sodass man nicht gleich merkt, was sich in ihnen verbirgt. Und manche merken es wohl gar nicht und halten dieses hier vielleicht für eine ganz gewöhnliche populärphilosophische Einführung in die Moralphilosophie.

Das mag ja auch zu Beginn so erscheinen. Das Buch beginnt mit der Frage, wie man dem Amoralisten begegnet. Williams argumentiert gegenden Amoralismus - eh klar.

Dann behandelt es die Frage des Subjektivismus - ein weiterer Lieblingsgegner der Ethiker. Williams "entschärft" den Subjektivismus - eh klar.

Jetzt kommt der Relativismus an die Reihe, die Anschauung des Subjektivismus übertragen auf ganze Gesellschaften als Handlungssubjekte. Also die Überzeugung, was zu tun moralisch richtig sei, sei relativ in Bezug auf die Gesellschaft in der man lebe. Williams wendet sich gegen den Relativismus - eh klar.

Nun folgen die Argumente zum Thema der Grundlegung der Moral:  Kann man das moralisch Gute bestimmen ausgehend vom Wortinhalt des Wörtleins "gut" oder seinen Weisen des Gebrauchs? Kann man das moralisch Gute bestimmen über die Rollen, die der Mensch in seinem Leben einnimmt - z.B. ein guter Vater sein? Williams kommt am Ende der Kapitel "Gut" und "Gutsein und Rollen" zu dem Ergebnis, dass sich das moralisch Gute auf das beziehen müsse, was in Bezug zu unserem Gutsein "als Mensch" steht - was zu erwarten war.

Woher kommen jetzt die moralischen Maßstäbe? Williams diskutiert einen nicht-transzendenten Ansatz (Aristoteles) und einen transzendenten (Religion als Basis von Moral und verwirft beide. Wenn man, wie Aristoteles, die Vernunft des Menschen zu dessen charakteristischer Eigenschaft erklärt und die moralischen Maßstäbe daraus herleitet, dann verkürzt man dadurch den Menschen um andere Eigenschaften, die auch wertvoll sind oder ohne die er nicht sein wollen würde. Und wenn man, wie es der religiöse Mensch tut, sagt, dass man das Gute tun solle, weil Gott es gebietet, dann fragt sich, ob das Gute gut ist, weil Gott es gebietet oder ob es auch unabhängig davon gut ist, das Gott es gebietet. Wodurch sich erneut ergibt, dass wir das Gute tun sollen, weil es gut ist und nicht, weil Gott es gebietet, weil Gott es auch bloß deshalb tun kann, weil es eben gut ist. - Gut, das haben wir alles schon mal so oder so ähnlich gehört.

Doch nun kommt Kapitel 9 mit dem Titel: "Worum geht es bei der Moral?" Das ist etwas überraschend, denn an und für sich hätte der Leser gedacht, dass Williams schon in den Kapiteln 1-8 mit  diesem Thema beschäftigt gewesen wäre.  Doch er verwendet dieses Kapitel zu dem Zweck, um zu erklären, dass es in der Moral nicht um das Wohl der Menschen geht und auch nicht um deren Glückseligkeit, weil z.B. Luther der Meinung gewesen ist, das Ziel des Lebens bestehe darin, dass der Mensch durch Leiden und Gehorsam seine elende Lage empfinde (vgl. S. 88). Dieser protestantische Moralstandpunkt ist nach Williams deshalb moralisch, weil er davon spricht, was "dieser Auffassung nach für das Glück des Menschen wesentlich ist" (ebd.)

Der Auffassung, wonach zum Inhalt der Moral alles das gehöre, was von einem bestimmten Standpunkt aus als für das Glück des Menschen wesentlich angesehen werden könne, folgt Williams bis zu dem Satz von D.H. Lawrence: "Entdecke deinen tiefsten Impuls und folge ihm!" - und mit der Maßlosigkeit dieses Begriffs vom Wohl oder Glück des Menschen, der durchaus auch Risiken, Ungewissheit und Verzweiflung einschließt, sprengt Williams alles, was er in den Kapiteln vorher gesagt und wozu er in so netter Weise hingeführt hat.

"Andererseits spricht man, wenn man diese Auffassungen [die den Ausgangspunkt der Moral im Wohl der Menschen oder im Glück suchen; Anm. philohof] charakterisiert, von Dingen die Menschen faktisch für wertvoll, wünschens - und erstrebenswert halten; und wenn nun jemand - sofern sich das überhaupt klar sagen läßt - sagen wollte, daß der Mensch eine Welt braucht, in der es Risiken, Ungewißheit und die Möglichkeit des Verzweifelns gibt, könnt man auch Moralen, die diesen Aspekt (im Gegensatz zu den gleichsam ordnungsliebenden Moralen) hervorheben, auf das Wohl des Menschen gerichtet nennen. Freilich: Etwas würde immer noch ausgeschlossen bleiben, nämlich Wertsysteme und Gebote, die nichts von dem berücksichtigen, was Menschen unserem Verständnis nach wünschen oder brauchen könnten." (S. 92)

Nun folgt noch ein 10. und letztes Kapitel über den Utilitarismus. Man wundert sich ja, dass dem Utilitarismus eine solche Sonderstellung in einem Einführungsbuch zugestanden wird, sodass es gleichsam aussieht, als wäre er der Höhe- und Endpunkt aller moralphilosophischen Entwicklung. Aber Williams nutzt das Kapitel eigentlich hauptsächlich, um den Utilitarismus vor dem Hintergrund des in Kapitel 9 gewonnenen Vergleichsmaßstabs ordentlich herzubeuteln.

Williams schreibt, dass vier Punkte den Utilitarismus seinen Anhängern besonders attraktiv erscheinen lassen:

  1. dass er eine nicht-transzendente Moraltheorie ist (ganz innerweltlich, braucht keine Religion als Grundlage);
  2. dass das Glück als oberstes Gut der Utilitaristen scheinbar problemlos konsensfähig ist;
  3. dass alle moralischen Fragen durch Berechnung entscheidbar sind und dadurch das moralische Denken empirisch respektive ein Fall für die Sozialwissenschaft wird
  4. und dass der Utilitarismus mit dem Glück gleichsam eine allgemein gültige Währung (von Glückseinheiten) für die Moral einführt, die gegeneinander verrechenbar sind, sodass keine moralischen Dilemmata entstehen können.

Gut. Und nun setzt er wiederum beim Glück an und sagt, dass ein Glück, wenn es so beschaffen ist wie in den Punkten 3 und 4 nicht mehr erstrebenswert erscheint (S. 98): Je mehr man das Glück berechenbar machen will, desto mehr muss man interessante Aspekte des Glücks (persönliche Integrität, Spontaneität, Freiheit, Liebe, künstlerische Selbstentfaltung), die sich der Mathematisierung widersetzen, aus dem Glücksbegriff rausnehmen. Das utilitaristische Glück wird dadurch zu einer langweiligen Angelegenheit.

Von noch größerer Bedeutung aber ist die umgekehrte Überlegung: In Fragen der lokalen, regionalen oder auch nationalen Politik können sich heute oft schwer Werte durchsetzen, die sich nicht quantifizieren lassen.  (S. 100-101)

Am Schluss ätzt Williams noch gegen den Regelutilitarismus und zeiht den Utilitarismus, zu einer "moralischen Münzverschlechterung" zu führen, aber dadurch wird nur noch einmal der Entschluss des Autors unterstrichen, ein Einführungsbuch über Ethik mit einer fundamentalen Kritik, mit einem dicken "Nein!" am Schluss zu beenden. Der Funktionsmechanismus des Buchs hingegen besteht darin, das Wohl des Menschen als Inhalt der Moral in Kapitel 9 so anspruchsvoll zu machen, das ihm hinterher nichts mehr genügen kann.

Ein schönes Beispiel für philosophische Giftmischerei: Zum Glück, kann man sagen, handelt es sich hierbei nicht nur um ein einfaches Einführungsbuch um die Ethik.

Permalink 14.07.12    5 Kommentare »

wie kommt der mensch zur sprache?

Sprache spricht
zu sich selbst
von sich selbst.

Nicht der Mensch
hat die Sprache
erschaffen.

Die Sprache
hat den Menschen
erschaffen.

allmächtig

Gott ist allmächtig.
Er macht alles.
Er läßt uns sogar glauben,
wir seien die Handelnden.

getrennt?

Was sollte wovon
getrennt sein,
und was wäre
dazwischen?

beobachtung und zustand

Eine von einem Zustand ungetrennte Einheit
ist keine Einheit und kann deshalb
kein Beobachter sein.

Um einen Zustand beobachten zu können,
muß die betreffende Einheit
getrennt von ihm sein.

Doch eine von einem Zustand getrennte Einheit
kann diesen eben gerade deshalb
nicht beobachten.

Es ist also offensichtlich unsinnig,
Beobachtung und Zustand
begrifflich unterscheiden zu wollen,
denn sie sind ein- und dasselbe.

begriffen

begriff hat begriff
immer schon
begriffen

nichts
geschieht

nichts

Um Bestand zu haben,
müßte Raum sich innerhalb von Zeit erstrecken.

Raum wäre demnach von der Vergangenheit
über die Gegenwart bis in die Zukunft anwesend.

Was aber ist Vergangenheit?
Die Welt, in der diese Frage gestellt wurde,
gibt es nicht mehr.

Was ist Zukunft?
Die Welt, auf die sich diese Frage bezieht,
wird es niemals geben.

Vergangenheit und Zukunft sind also nichts anderes
als Nachvollzug und Vorwegnahme von etwas,
das nur als Begriff vorhanden sein kann,
nämlich Zeit.

Ohne Vergangenheit und Zukunft aber
kann auch Raum nur als Begriff vorhanden sein.

Schließlich muß alles,
was in Raum und Zeit stattzufinden scheint -
Stoff, Kraft, Bewegung,
reiner Begriff sein.

Damit wäre es aber immer schon begriffen,
niemals gegenwärtig,
nichts.

Die Frage also, warum etwas sei
und nicht viel mehr nichts,
beantwortet sich wie folgt:

Das, was zu geschehen scheint,
ist eben genau nichts.

das einzige

Warum ist etwas
und nicht nichts?

Weil ich bin.

Warum bin ich?

Weil 'ich bin'
das Einzige ist.

nichtwissen

sehen zeigt sich
als satz auf dem bildschirm
denkt es

niemand, der sieht
niemand, der denkt
niemand, der weiß

das anwesende
ist immer nichtwissen
und daher das allein wirkliche

tiefenlose oberfläche

denken mag sich
mit kraft, stoff, geist usw. beschäftigen
nichtsdestotrotz sind dies nichts als gedanken

das wirkliche ist allein
das anwesende:
sehen, hören, riechen schmecken,
tasten, fühlen, denken

das anwesende
ist keine substanz
weder stofflich noch geistig

kein subjekt davor
kein objekt dahinter
daher tiefenlose oberfläche

was?

was sollte das sein
das sich als raum ausdehnt
das als zeit fortschreitet
das als stoff besteht
das als kraft bewegt
das als geist bezeugt
das als ich entscheidet
das als gott erschafft -
was?

da ist nur das anwesende
als tiefenlose oberfläche -
reiner begriff

rückseite

die rückseite
von allem
ist nichts

ein/aus

jeder eindruck
ist ausdruck
des einen

wille?

Kein menschliches Gehirn
wird jemals in der Lage sein,
die koordinative Komplexität
der Proteinsynthese
zu begreifen.

Schon allein deshalb nicht,
weil diese jedem menschlichen Begreifen
immer schon zu Grunde liegt.

Und wenn man dieser Welt
unbedingt einen Willen unterstellen möchte,
so sollte man ihn als Antwort auf die Frage sehen,
wie es sein kann,
daß ein Protein
an seiner eigenen Synthese mitwirkt.

Naturgesetze / „ceteris-paribus-Gesetze“ / nichtstrikte Gesetze

mily: Arial;">Manche Philosophen, die sich mit dem Kausalgeschehen in unserer Welt befassen (zum Beispiel Donald Davidson), sind der Auffassung, dass nur Prozesse, denen strikte Naturgesetze zugrundeliegen, als Kausalprozesse angesehen werden können. Nur die Physik weise solche Gesetze auf (was ja im Hinblick auf die Quantenphysik auch nicht ganz korrekt ist). Gesetze der Biologie oder der Psychologie würden nur ceteris paribus gelten, d.h., nur soweit alle nicht von diesen Gesetzen erfassten Faktoren ausgeschaltet seien (ceteris paribus = wenn alles Andere gleich ist). Sie seien auch nichtstrikt und könnten somit keine Kausalprozesse begründen. Gelegentlich zeigt sich auch eine Begriffsverwirrung, wenn etwa die Nichtstriktheit von Gesetzen damit begründet wird, dass sie nur ceteris paribus gelten. Dazu kurz folgende Überlegungen:

1.

Der ceteris-paribus-Vorbehalt gilt für alle Naturgesetze, auch für die Gesetze der Physik. Selbst die Gesetze der klassischen Mechanik, die Paradebeispiel für strikte Gesetze dienen könnten, werden in der Wirklichkeit selten in aller Reinheit vollzogen, nämlich hauptsächlich in speziellen Experimenten, bei denen alle anderen Einflüsse abgeschirmt werden. Ansonsten wirken meist verschiedene Faktoren und die für sie geltenden Gesetze in den Kausalprozessen zusammen. Den physikalischen Gesetzen kann also kein Vorrang für das Kausalgeschehen zuerkannt werden, weil sie - vermeintlich - nicht ceteris paribus gelten.

2.

Die Gesetze der Biologie und der Psychologie sind nichtstrikt, weil sie komplexe Vorgänge, zum Beispiel das Zusammenwirken von Untersystemen bei lebenden Organismen, betreffen oder weil psychologische Vorgänge durch den Einfluss des Bewusstseins bei Tieren und Menschen noch zusätzlich kompliziert werden. Diese Gesetze sind aber gleichwohl Kausalgesetze: Sie liefern Erklärungen für Vergangenes (warum ist X erkrankt? oder warum hat sich Y geärgert?)und ermöglichen Voraussagen für Zukünftiges, dies aber nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit. Die Vorgänge, denen sie zugrundeliegen, sind daher Kausalprozesse.

3.

Allen Kausalprozessen, auch den biologischen und den psychologichen, liegen physikalische Vorgänge mit ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten zugrunde. Das Vorherrschen von strikten Gesetzmäßigkeiten auf der physikalische Ebene schließt aber nicht aus, dass sich die Gesetze der Biologie und der Psychologie nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vollziehen, also nichtstrikt sind. Die physikalischen Vorgänge sind nämlich sozusagen nur das Baumaterial für die Vorgänge auf den höheren, komplexeren Ebenen.

Permalink 14.04.12    2 Kommentare »

Das Qualia-Problem durch die Literatur-Brille betrachtet

Blassblau und zitronensauer ...

Eine kleine Hommage an das Lesen

Dem Unkenruf, das Lesen sei inzwischen aus der Mode gekommen, mag ich keinen Glauben schenken, zu viele kenne ich, die liebend gerne lesen, ich inbegriffen. Doch was macht den Reiz des Lesens aus? Was verpasst derjenige, der vehement an Büchern vorbeigeht, ohne auch nur einen Blick hineinzuwerfen? Wenn ich es mal so sagen darf: Er verpasst das Wichtigste, das ein Mensch haben kann, seine schöpferische Vielfalt! Sind die modernen Medien da nicht viel weiter entwickelt als jedes Buch? Ist Fernsehen nicht ein multifunktionales Medium, das alle Wahrnehmungskanäle anspricht? Ist der Computer nicht viel besser geeignet, sich auf die schnellste Art und Weise Informationen zu besorgen? Ist es da nicht viel zu antiquiert und zeitaufwendig zu lesen? Ja, Lesen ist antiquiert, wenn man bedenkt, wie lange man schon Bücher kennt oder gar Sammlungen von Schriften. Ja, Lesen ist auch zeitaufwendig, denn selbst bei einem sehr schnellen und fortschrittlichen Lesetempo benötigt man doch eine gewisse Zeit, bis man ca. dreihundert Seiten wahrgenommen hat. Ja, Computer bilden die größte und schnellste Informations- und Kommunikationsbörse der Welt. Ja, Fernsehen ist ein multifunktionales Medium. Wissen wird hier visuell und auditiv aufbereitet und uns so zugänglicher gemacht. Und dennoch kann uns kein Computer, kein Fernsehen, eben nichts auf der Welt vermitteln, was ein Buch zu vermitteln vermag: Imagination! Ein Autor beschreibt einen "blassblauen" Himmel, nicht ganz verhüllt von einem Wolkenschleier. Oder er benennt etwas als "zitronensauer"......
Wie sieht "blassblau" aus? Wenn ich aus dem Farbkasten ein "Dunkelblau" nehme und weiße Deckfarbe hinzumische, wie viel muss ich beigeben, bis mein "Blassblau" entsteht? Und wie schmeckt "zitronensauer“? Schmeckt es wieder ein Biss in eine frisch geschälte und gestückelte Zitrone, wie ein Schluck aus einer kleinen Flasche Zitronenkonzentrat oder gar wie ein erfrischendes Sorbet? Wie schmeckt mein "Zitronensauer“? Der Autor macht die Vorgabe, aber das Aussehen, Fühlen, Schmecken, Klingen, das mache ich. In einem Film sehe ich das "Blassblau" des Regisseurs, muss akzeptieren, was er mir anbietet, auch wenn ich vielleicht eine Nuance mehr Deckweiß genommen hätte. Im Buch mische ich mir meine Farben selbst, schmecke nach meinem Geschmack und höre meine Töne. Nicht deine Vorstellungen und auch nicht seine, sondern meine! Der Autor baut eine kunstvolle Backform, von mehr oder weniger guter Qualität, in verschiedenen Mustern und Ausführungen. Aber ich bin es, die den Teig hineingibt und und letzten Endes einen Kuchen daraus backt. Wie der Kuchen schmecken wird, das hängt von meiner Rezeptur ab, nicht von der Backform. Der Autor schreibt sein Buch nach seinen Imaginationen. Wenn ich es lese, wird es zu meinem Buch, denn das, was ich dabei empfinde, kann er zwar in etwa planen, aber niemals bestimmen! Lesen weckt den Schöpfer in mir und verleiht mir Flügel, über alle Grenzen hinauszufliegen. Der Film zeigt mir nur eine Vision des Fliegens. Lesend jedoch steige ich in mein eigenes Flugzeug und hebe mich hinauf in die Lüfte der Fantasie ...

das gibt's doch nicht

Gesetzt,
es gäbe jemanden,
der auf ein Geschehen
Einfluß nehmen könnte.

Wäre dieser getrennt
von dem Geschehen
so könnte er
eben deshalb
keinen Einfluß
darauf nehmen.

Wäre er eins
mit dem Geschehen,
so gäbe es ihn nicht,
und ein Einfluß
wäre deshalb
unmöglich.

Daraus folgt,
daß es kein Wesen geben kann,
welches in der Lage wäre,
irgendein Geschehen
zu beeinflussen.

dasein

niemand
der etwas
suchen könnte

nichts
was zu finden
wäre

nichts
was zu suchen
wäre

niemand
der etwas
finden könnte

nimmermehr

Vergangenes und Künftiges
sind nur Gedanken.

Wenn also Zeit
nur ein Gedanke ist,
kann es nichts Bestehendes geben.

Raum, Stoff, Geist
können folglich nur Begriffe sein
und nichts außerdem.

Demnach kann das Anwesende
ebenso nur Begriff sein
und nichts außerdem.

Der Begriff aber
muß immer schon begriffen sein,
denn eine Zeit, innerhalb der,
und ein Etwas, welches
begriffen werden könnte,
gibt es nimmermehr.

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