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abbildung

Natürlich ist die Welt,
mich eingeschlossen,
immer schon eine wahrgenommene.

Und genau das ist der Grund,
warum innerhalb dieser Welt
kein Wahrnehmungsvorgang
nachweisbar ist.

Die wahrgenommene Welt
läßt sich nicht noch einmal
in innen und außen aufspalten.

Deshalb kann es keine Abbildung
eines Außen in einem Innen geben.

bedeutung

Natürlich ist der Begriff
als Gedanke
immer schon ein verstandener.

Und genau das ist der Grund,
warum sich einem Begriff
nicht noch zusätzlich
eine Bedeutung zuordnen läßt.

Der gedachte Begriff
läßt sich nicht noch einmal
in Bedeutung und Begriff aufspalten.

Deshalb kann es keine
über den Begriff hinausgehende
Bedeutung geben.

vorstellung

Der Wirklichkeit ist es egal,
was 'ich' unter Wahrnehmung verstehe.

Das Anwesende, 'mich' eingeschlossen,
ist einfach da.

Eine wie auch immer geartete Abbildung
ist nirgendwo nachweisbar.

Nicht die Welt ist also 'meine' Vorstellung,
sondern ein seltsamer Vorgang namens Vorstellung.

zero

Die Welt
ist ein Gedanke
ohne Bedeutung.

jemals

Es gibt nur
diese eine Welt.

Und sie befindet sich
außerhalb jeder Nervenzelle.

Auch dieser Körper befindet sich
außerhalb jeder Nervenzelle.

Auch diese Nervenzelle befindet sich
außerhalb jeder Nervenzelle.

Auch das Innere dieser Nervenzelle
befindet sich außerhalb jeder Nervenzelle.

Auch der Gedanke an das Innere dieser Nervenzelle
befindet sich außerhalb jeder Nervenzelle.

Keine Nervenzelle wird jemals
etwas von dieser einen Welt gewußt haben.

gewonnen

Wird Wahrnehmung als Abbildung
der wirklichen Welt aufgefaßt,
so muß es einen Träger geben,
der dieses Abbild aufnimmt.

Dieser Bildträger wird Bewußtsein genannt.
Es heißt, er wird vom zentralen Nervensystem
eines Organismus erzeugt.

Diese Ansicht läßt jedoch offen,
auf welche Weise das Abbild
vom Bewußtsein aufgenommen wird.

Auch bleibt völlig unklar, warum das Abbild,
welches sich ja eigentlich innerhalb der Grenzen
des zentralen Nervensystems befinden müßte,
stets außerhalb aller Nerven anzutreffen ist.

Damit ist offensichtlich,
daß die Auffassung der Wahrnehmung als Abbildung
schon aus logischen Gründen unhaltbar ist.

Läßt man aber diese Auffassung fallen,
wird auch der nur durch sie erforderliche
Hilfsbegriff ‘Bewußtsein’ überflüssig.

Schon ist man die leidige Verdoppelung der Welt
mittels nirgendwo nachweisbarer Abbildung los.

Gewonnen ist die eine Welt,
welche keinen Zeugen braucht,
da sie sich beständig selbst bezeugt.

welt

Keine Zeit.
Wann sollte sie sein?

Kein Raum.
Wo sollte er sein?

Die Welt
hat die Ausdehnung
eines Gedankens.

Und die Form
eines Begriffs.

einswerdung

Der höchste Ausdruck
des Willens zur Macht
ist der Gedanke 'Dein Wille geschehe'.

Hier offenbart sich
das unbedingte Verlangen
nach Auslöschung des Eigenwillens.

Zugunsten der Einswerdung
mit der Quelle von allem,
dem Willen zur Macht.

besonders

Jeder glaubt,
etwas Besonderes zu sein.

Das ist nichts Besonderes.

Der Glaube
an das Besondere
macht uns gewöhnlich.

Das Leib-Seele-Problem - ungelöst?

Das Leib-Seele-Problem (auch: Geist-Körper-Problem, engl. mind-body-problem) gab´s in der Philosophie schon bei den alten Griechen. Eine besonders intensive Diskussion begann in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als Place, Smart und Feigl die naturwissenschaftlich festgestellte Korrelation zwischen mentalen Vorgängen wie Gedanken und Gefühlen beim Menschen mit neurophysiologischen (neuronalen) Vorgängen im Gehirn philosophisch dahingehend deuteten, dass die mentalen Vorgänge mit den neuronalen Vorgängen identisch sind. Diese Identitätstheorie wurde im Schrifttum so gedeutet, dass Typen von mentalen mit Typen von neuronalen identisch seien (sog. Typen-Identitätstheorie). Dagegen hat der amerikanische Philosoph Hilary Putnam zurecht eingewandt, das mentale Vorgänge beim Menschen und auch bei Tieren in unterschiedlicher Weise neuronal realisiert sein können (sog. multiple Realisierbarkeit, so etwa Schmerzempfindung bei Menschen und bei Lurchen)) und deshalb Typen von mentalen Vorgängen nicht mit bestimmten Typen von neuronalen Vorgängen identisch sein können. Das überzeugte. Der amerikanische Philosoph Donald Davidson entwickelte jedoch dann in den 70er Jahren eine Theorie, wonach in Einzelvorkommnissen (engl. token) der mentale Vorgang mit dem entsprechenden neuronalen Vorgang identisch sein kann (sog. Token-Identitätstheorie). Die Auffassung von Davidson setzte sich aber nicht durch, weil Davidson gleichzeitig postulierte , dass es Kausalität nur auf der physischen, eigentlich nur der physikalischen Ebene gebe; nur da gebe es strikte Gesetze und das sei Voraussetzung für kausale Wirksamkeit. Das wurde nicht akzeptiert, weil man schließlich mentale Vorgänge wie Gedanken, Überlegungen, Wünsche , Absichten, Gefühle nicht für kausal unwirksame bloße Begleiterscheinungen („Epiphänomeme“) physikalischer Vorgänge halten möchte. Eine schlüssige Theorie, wie eine Token-Identität mit kausaler Wirksamkeit mentaler Dinge verbunden werden könnte, wurde in der Folgezeit nicht entwickelt. Vielmehr war der Mainstream, funktionale Rollen mentaler Vorgänge auf funktionale  physische Vorgänge zu reduzieren. Allgemein gilt jedoch das Leib-Seele-Problem bis heute als ungelöst.
Dabei bietet sich folgende Lösung an:
Mentale Vorgänge sind als Einzelvorkommnisse mit bestimmten neuronalen Vorgängen identisch. Diese Vorkommnisse (Ereignisse) haben also sowohl mentale als auch physische Eigenschaften. Sie verursachen andere Ereignisse, die ebenfalls mentale und physische Eigenschaften haben. Dabei sind die mentalen Eigenschften des verursachenden Ereignisses kausal relevant für die mentalen Eigenschaften des Folgeereignisses und die physischen Eigenschaften des verusachenden Ereignisses kausal relevant für die physischen Eigenschaften des Folgeereignisses. Die kausale Wirksamkeit mentaler Dinge ist damit gesichert und über die Identität ist auch geklärt wie mentale Ereignisse physische Wirkungen haben können. Gleichzeitig gibt es keine Mehrfachverursachung (engl. overdetermination) von Ereignissen, weil jeweils nur ein Ereignis das andere verursacht.

A

Permalink 25.01.12    5 Kommentare »

wer lebt?

Niemand
lebt sein Leben.

Leben
lebt sich selbst.

Genau
in diesem Augenblick.

leben selbst

Leben
läßt sich
nicht erklären.

Jede Erklärung
ist bereits
Leben selbst.

Auch diese.

erfunden

Nicht der Mensch
hat die Sprache
erfunden.

Die Sprache
hat den Menschen
erfunden.

begriff und eigenschaft II

Eine Eigenschaft
zeigt sich entweder
als Begriff
oder gar nicht.

Der Begriff
grenzt eine Eigenschaft
von ihrem Umfeld ab.

Im Denken
abgrenzender Begriffe
besteht die Welt
begrifflicher Abgrenzungen.

leben ist gott

Gott ist Leben,
und Leben ist das,
was gerade geschieht.

Gott ist nur
ein anderes Wort
für Leben.

Leben ist nur
ein anderes Wort
für Gott.

Die Suche des Biologen
nach dem Ursprung des Lebens
ist bereits Leben.

Die Suche des Theologen
nach dem Ursprung der Gottesvorstellung
ist bereits Gott.

leben

was gerade geschieht
niemand tut es
leben selbst

fragen über fragen

Zeit als Vergehendes.
Was vergeht?

Raum als Ausgedehntes.
Was dehnt sich aus?

Stoff als Bestehendes.
Was besteht?

Ich als Körperbewußtsein.
Was weiß?

Wahrnehmung als Abbildung.
Wo ist das Bild?

Bedeutung als Begriff.
Was begreift?

Sprache als Erzählung.
Was erzählt?

nur das

weder raum
noch zeit

also auch nichts,
was raum oder zeit
einnimmt

weder stoff
noch geist

nur das anwesende

die antwort

leben
ist
antworten
ohne
fragen

was gott ist

Das, was wir für unsere eigenen
Wahrnehmungen, Gedanken und Befindlichkeiten halten,
ist in Wahrheit die einzige Wirklichkeit.

Und diese einzige Wirklichkeit ist Gott.

Kurz gesagt:
Gott ist das,
was gerade geschieht.

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