Gibt es Hoffnung?

Link: http://www.wertschrift.net

Hoffnung gibt es, sobald jemand hofft. Die spannendere Frage ist: Gibt es das Erhoffte? In dieser Frage ist jedenfalls, wer hofft, nicht sicher. Sonst würde er wissen statt hoffen. Hoffen kann durch Wissen enttäuscht, eines "Schlechteren" belehrt werden. Wobei dieses sich nicht immer als das wirklich Schlechtere herausstellen muss. Denn wer weiß, wozu etwas gut ist! Demnach gibt es sogar Hoffnung, dass eine hoffnungslose Situation in Wahrheit weniger schlimm ist, als sie scheint. In diesem Fall bedeutet Hoffnung nicht, passiv auf eine Verbesserung zu warten; vielmehr ergreift sie - als tätige Hoffnung - jede Gelegenheit, um aus dieser das Beste zu machen. Dass es von solcher Hoffnung mehr gebe, ist am stärksten zu hoffen.

11 Kommentare

Kommentar von: Optimismus [Besucher] E-Mail · http://optimismus.wordpress.com/
Ein Text voller Wortspiele um "Hoffnung".

Ich hätte mir eine philosophische Essenz zur Überschrift gewünscht. Leider wurde die erzeugte Spannung des Titels bereits im ersten Satz gelöst. Vielleicht gibt es zur Überschrift doch noch ein Nachwort?
04.02.09 @ 21:47
Kommentar von: Leo Allmann [Mitglied] E-Mail
Auch eine philosophische Antwort muss nicht den Charakter eines letzten Worts in einer Frage haben. Ich bin mittlerweile so frei von zünftigen Zwängen, dass ich einfach schreibe, was mir einfällt - Sie dürfen sogar unterstellen: was mir gefällt. Eine wesentlich "höhere" Verbindlichkeit lässt sich im Grunde auch anders nicht erreichen, höchstens für eine entsprechende Anhängerschaft. So gibt es vielleicht doch ein letztes Wort: Verlegenheit.
04.02.09 @ 22:09
Kommentar von: Werner Friebel [Besucher] E-Mail · http://oxnzeam.de
Die Hoffnung beruht ja bekanntlich auf Vermutungen, und darüber hab ich kürzlich hier mal etwas ausführlicher spekuliert ;-)

http://oxnzeam.de/2009/01/04/spekulatives-uber-vermutungen/
05.02.09 @ 18:43
Kommentar von: Sky [Besucher]
Das war jetzt die positive Hoffnung "Hoffen auf etwas", es gibt natürlich auch die negative Hoffnung "Hoffen von etwas (verschont zu bleiben)" (vgl. auch die negative und positive Freiheit).
Negative Hoffnung ebenfalls als tätige Hoffnung zu begreifen ginge dann aber eher Richtung Bernd das Brot.
06.02.09 @ 16:52
Kommentar von: antaeus [Mitglied] E-Mail
Interessante Ansichten zum Thema :-)

Ist Hoffnung letztlich nicht auch lähmend?
Sie verunmöglicht an und für sich aktiv zu agieren, eben nicht zu hoffen, sondern zu handeln. Sie lässt uns Verharren.
08.02.09 @ 16:06
Kommentar von: Jörg Friedrich [Besucher] · http://www.xn--jrg-friedrich-imb.de
Meint nicht der Fragende oft eigentlich: "Gibt es Grund zur Hoffnung?"?

Kann man hoffen,ohne einen Grund zur Hoffnung zu haben? Wahrscheinlich nicht, wobei der Grund selten in den gegenwärtigen Fakten, sondern vielleicht im Glauben oder in den bisherigen Erfahrungen zu suchen ist.

Was ist denn Hoffnung überhaupt, was meint der Begriff? Ist es mehr als die Überzeugung, dass (da alles sich ändert) es auch wieder besser werden könnte als es gerade ist?
10.02.09 @ 10:02
Kommentar von: Charles [Besucher]
Zunächst ein Kommentar zu dem Kommentar von Jörg Friedrich:
Mir scheint es richtiger, wenn man Ihre erste Frage so formuliert: Gibt es noch Grund zur Hoffnung?
(Auch wenn das `noch´ nicht explizit mitausgesprochen wird, so schwingt es doch immer im Gesagten mit.)
D. h. hier wird mit dem `noch´ auf ein zeitliches Geschehen (tautologische Ausdrucksweise) rekurriert.

Hoffnung scheint doch wie ein nietzscheanisches Lebenselixier, bzw. ein notwendige Lebensingredienz oder -bedingung.

Sicher gibt es das Erhoffte: nämlich in anderen möglichen Welten - wenn sie auch nur vorstellbar sein sollten.
18.02.09 @ 12:47
Also ich denk schon, dass Erhoffte gibt. Gibt ja auch das Erwartete. Sonst würde es ja das Wort nicht geben oder ;)
26.03.09 @ 19:56
Kommentar von: Charles [Besucher]
teddy, gibt es dann vielleicht auch das `oder´?

Was ist das für ein Kontext, wertschrift...? (siehe oben)
16.05.09 @ 21:32
Kommentar von: harder [Mitglied] E-Mail
Das Erhoffte als im Geiste vorgestellten Gedanken existiert wohl kaum in substanzieller Hinsicht. Vielleicht trifft das Erhoffte ein und gewinnt somit in der materiellen Realität Gestalt...
Wenn man hofft, weiß man nicht, zumindest niemals 100%ig; das schließt sich logischerweise aus. Ich kann nicht auf etwas hoffen, von dem ich weiß, dass es eintritt. Mal davon abgesehen kann man sich nie 100%ig sicher sein, dass eine Sache überhaupt eintritt. Es gibt sicherlich eine empirisch untermauerte, stabile Erwartungshaltung, welche aber nie Herr über die Zukunft sein, d.h. sie nicht bestimmen / wissen kann.
Wie schon gesagt wurde, ist Hoffenkönnen etwas essenzielles und im Grunde nur Ausdruck einer positiv ausgerichteten Zukunftsperspektive. Hierbei kann in jungen Jahren ungemein naiv, später allerdings auch, was als Gegenextrem ebenfalls schädlich ist, übersteigert realistisch verfahren werden. "Übersteigert realistisch" will hier meinen, dass viele Möglichkeiten im Vorfeld ausgeschlossen werden und durch eine Art selbsterfüllende Prophezeiung auf das als Ziel erkannte unbewußt hingesteuert wird.
Ist man naiv in seinen Erwartungen, was man erst einmal als Mensch immer ist, wird man mit Sicherheit Enttäuschungen erleben. Enttäuschungen sind immer unerfüllte Erwartungen. Später korrigiert man seine grundsätzlichen Erwartungshaltungen und gleicht sie an empirisch verwertbare Realitätserlebnisse an. Sind die Enttäuschungen sehr groß gewesen, will heißen, man hat tief an ihnen gelitten, neigt man dazu, die Erwartungshaltung runterzuschrauben und rechnet lieber mit dem Schlimmsten. Manche meinen, man könne mit dem Schlimmsten rechnen, aber analog dazu auf das Beste hoffen. Meine Frage: Wie soll das funktionieren?
Wenn ich mit dem Schlimmsten rechne, d.h. in meinem Zukunftskalkyl als überaus wahrscheinliche Möglichkeit aufnehme, erwarte ich es auch und kann nicht einfach gleichfalls auf das Beste hoffen.
Die Kunst ist wohl eher, die Zukunft auf stoische Weise zuzulassen... Will nicht heißen, sich abstumpfen, gefühlskalt machen...
14.07.09 @ 17:26
Kommentar von: Charles [Besucher]
Meiner Meinung nach kann man durchaus mit dem Schlimmsten rechnen, aber auf das Beste hoffen.
Mit dem Schlimmsten rechnen muss nicht unbedingt heißen, das Schlimmste mit der höchsten Wahrscheinlichkeit zu belegen. Bei einer Betonung auf `mit´ in `mit dem Schlimmsten rechnen´ wird klar, dass man quasi das Schlimmste einfach nur in die Kalkulation der Alternativen mit einbezieht. Gleichwohl kann man dann doch auf das Beste hoffen. Und es gibt sicher Situationen, in denen man sich nur auf sie einläßt oder sich mit ihnen abfindet, wenn man mit dem Schlimmsten rechnet, aber auf das Beste hofft.
14.07.09 @ 23:34

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