Die Antwort auf die Frage, wo die Philosophie ihren Platz im Bereich der „Wissen schaffenden Bereiche“ hat, steht weiterhin aus. Wittgenstein beantwortet sie folgendermaßen:
4.112: Der Zweck der Philosophie ist die logische Klärung der Gedanken. Die Philosophie ist keine Lehre, sondern eine Tätigkeit. Ein philosophisches Werk besteht wesentlich aus Erläuterungen. Das Resultat der Philosophie sind nicht >>philosophische Sätze<<, sondern das Klarwerden von Sätzen. Die Philosophie soll die Gedanken, die sonst, gleichsam trübe und verschwommen sind, klar machen und scharf abgrenzen.
4.0031: Alle Philosophie ist >>Sprachkritik<<. (Allerdings nicht im Sinne Mauthners). Russell‘s Verdienst ist es, gezeigt zu haben, dass die scheinbare logische Form des Satzes nicht seine wirkliche sein muss.
Dies erinnert uns natürlich wieder an Wittgensteins Philosophie einer idealen Sprache (siehe 5. Vorlesung Teil 2). Wittgenstein behauptet hier aber noch mehr: Mit der Behauptung, dass Philosophie keine Lehre ist, spricht Wittgenstein der Philosophie klar die Eigenschaft ab, selbst Wissen oder Erfahrung hervorbringen zu können. Was die Philosophie jedoch als Tätigkeit vollbringen kann, ist innerhalb der Sprache und der Gedanken für Ordnung zu sorgen. Eben nur eine Philosophie der logische Analyse von Sätzen.
Als Beispiel hierfür ist Wittgenstein in 4.0031 auch auf Russell eingegangen, der gezeigt hat, dass der Satz „Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahlköpfig“ eine andere logische Form hat, als man es normalerweise erwarten würde. Man könnte nämlich glauben, dass der Satz von Russell die selbe logische Form haben würde wie z.B. der Satz „Herr Collina ist kahlköpfig“ (Wikipedia), dessen logische Form man mit „Dem Einzelobjekt a kommt die Eigenschaft F zu.“ beschreiben kann. Diese Unterstellung würde jedoch Probleme bereiten, denn der singuläre Terminus „der gegenwärtige König von Frankreich“ bezieht sich auf keinen Gegenstand, hätte also keine Bedeutung und wäre damit sinnlos. Und da man sinnlosen Sätzen keinen Wahrheitswert zuweisen kann, wäre es unmöglich zu sagen, ob der Satz wahr oder falsch ist. Tatsächlich ist der Satz von Russell nämlich ein Existenzsatz der Form „Es gibt genau einen Einzelgegenstand x, für den gilt: x ist gegenwärtiger König von Frankreich und x ist kahlköpfig.“. Mit dieser zu Grunde liegenden Form hat jedes logische Element des Satzes von Russell eine Bedeutung und ist damit nun nicht mehr sinnlos, sondern nur noch falsch. Anhand dieses Beispiels von Russell kann man verstehen, was Wittgenstein meint, wenn er sagt, dass das Resultat der Philosophie das „Klarwerden von Sätzen“ ist.
Der Sinn dieser Ordnung stiftenden Aufgabe der Philosophie beschreibt Wittgenstein in 4.113 so: „Die Philosophie begrenzt das bestreitbare Gebiet der Naturwissenschaft.“. Prof. Tetens: „Indem die Philosophie die logische Form der Sätze klärt, klärt sie, was sich überhaupt sinnvoller Weise bestreiten lässt. Was sich sinnvoller Weise bestreiten lässt, gehört nicht zu den Sätzen der Logik [sind also weder Tautologien noch Kontradiktionen], sondern muss zu den Erfahrungssätzen und damit aufgrund des Wittgensteinschen Vorurteils zu den Sätzen der Naturwissenschaften gehören.“
4.112: Der Zweck der Philosophie ist die logische Klärung der Gedanken. Die Philosophie ist keine Lehre, sondern eine Tätigkeit. Ein philosophisches Werk besteht wesentlich aus Erläuterungen. Das Resultat der Philosophie sind nicht >>philosophische Sätze<<, sondern das Klarwerden von Sätzen. Die Philosophie soll die Gedanken, die sonst, gleichsam trübe und verschwommen sind, klar machen und scharf abgrenzen.
4.0031: Alle Philosophie ist >>Sprachkritik<<. (Allerdings nicht im Sinne Mauthners). Russell‘s Verdienst ist es, gezeigt zu haben, dass die scheinbare logische Form des Satzes nicht seine wirkliche sein muss.
Dies erinnert uns natürlich wieder an Wittgensteins Philosophie einer idealen Sprache (siehe 5. Vorlesung Teil 2). Wittgenstein behauptet hier aber noch mehr: Mit der Behauptung, dass Philosophie keine Lehre ist, spricht Wittgenstein der Philosophie klar die Eigenschaft ab, selbst Wissen oder Erfahrung hervorbringen zu können. Was die Philosophie jedoch als Tätigkeit vollbringen kann, ist innerhalb der Sprache und der Gedanken für Ordnung zu sorgen. Eben nur eine Philosophie der logische Analyse von Sätzen.
Als Beispiel hierfür ist Wittgenstein in 4.0031 auch auf Russell eingegangen, der gezeigt hat, dass der Satz „Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahlköpfig“ eine andere logische Form hat, als man es normalerweise erwarten würde. Man könnte nämlich glauben, dass der Satz von Russell die selbe logische Form haben würde wie z.B. der Satz „Herr Collina ist kahlköpfig“ (Wikipedia), dessen logische Form man mit „Dem Einzelobjekt a kommt die Eigenschaft F zu.“ beschreiben kann. Diese Unterstellung würde jedoch Probleme bereiten, denn der singuläre Terminus „der gegenwärtige König von Frankreich“ bezieht sich auf keinen Gegenstand, hätte also keine Bedeutung und wäre damit sinnlos. Und da man sinnlosen Sätzen keinen Wahrheitswert zuweisen kann, wäre es unmöglich zu sagen, ob der Satz wahr oder falsch ist. Tatsächlich ist der Satz von Russell nämlich ein Existenzsatz der Form „Es gibt genau einen Einzelgegenstand x, für den gilt: x ist gegenwärtiger König von Frankreich und x ist kahlköpfig.“. Mit dieser zu Grunde liegenden Form hat jedes logische Element des Satzes von Russell eine Bedeutung und ist damit nun nicht mehr sinnlos, sondern nur noch falsch. Anhand dieses Beispiels von Russell kann man verstehen, was Wittgenstein meint, wenn er sagt, dass das Resultat der Philosophie das „Klarwerden von Sätzen“ ist.
Der Sinn dieser Ordnung stiftenden Aufgabe der Philosophie beschreibt Wittgenstein in 4.113 so: „Die Philosophie begrenzt das bestreitbare Gebiet der Naturwissenschaft.“. Prof. Tetens: „Indem die Philosophie die logische Form der Sätze klärt, klärt sie, was sich überhaupt sinnvoller Weise bestreiten lässt. Was sich sinnvoller Weise bestreiten lässt, gehört nicht zu den Sätzen der Logik [sind also weder Tautologien noch Kontradiktionen], sondern muss zu den Erfahrungssätzen und damit aufgrund des Wittgensteinschen Vorurteils zu den Sätzen der Naturwissenschaften gehören.“
