Ein Computer ist zuerst einmal ein Werkzeug. Ein nützliches Gerät um eine Vielzahl von verschiedenen Aufgaben im Bereich der Informationsverarbeitung erledigen zu können. Darüber hinaus ist es ein Gerät, dass immer mehr Aufgaben automatisch erledigen kann. Ist der Computer noch mit anderen Computern vernetzt, z.B. durch einen Internetzugang, dann können Computerbenutzer sowie Computer (wieder automatisch) Informationen austauschen. Ein Computer ist somit ein Kommunikationsmedium und ein Gerät zur elektronischen Datenverarbeitung, welches außerdem die Funktion besitzt Aufgaben automatisch ausführen zu können.
Die Automatisierungsfunktion ist es, welche manche Computerbenutzer dazu veranlasst dem Computer einen „eigenen Willen“ zuzuschreiben. Diese Interpretation ist jedoch falsch und kann zu großen Problemen führen, wie ich später noch zeigen werde.
Der Kern der Fehlinterpretation liegt wohl darin, dass einige Benutzer „automatisch“ mit „autonom“ verwechseln. Ein Computer ist jedoch in keiner Weise „autonom“. Erstens muss der Benutzer grundlegend damit einverstanden sein, dass die Prozesse auf dem Computer ausgeführt werden (er/sie könnte ja auch auf das Programm verzichten, ein Anderes nehmen oder einfach den Computer nicht nutzen) und zweitens ist der Computer von den Software-Entwicklern abhängig, welche durch die Funktionen der Programme das „Verhalten“ des Computers bestimmen. Alles was ein Computer also macht, ist die ihm aufgetragenen Aufgaben auf die Weise auszuführen, welche ihm die Programmierung vorgibt.
[Hier will ich darauf hinweisen, dass es immer wieder Bestrebungen seitens einiger Software-Entwickler gibt, die Entscheidungsgewalt darüber wie und was auf einem Computer läuft den Benutzern vorzuenthalten und in mehr und mehr Bereichen wegzunehmen. Ein negatives Beispiel hierfür ist ein amerikanisches Unternehmen, welches mit deutschen Namen „Kleinweich“ heißt. Als Benutzer sollten Sie sich die Entscheidungsgewalt über die Prozesse Ihres Computers nicht so einfach wegnehmen lassen. Schließlich haben Sie doch für Ihr Eigentum gezahlt, weshalb es dann auch ganz und gar Ihnen gehören sollte.]
Eines der größten Probleme, welches durch dieses Missverständnis der Automatisierung von Prozessen entstehen kann, ist dass Benutzer glauben die Prozesse ihres Computers nicht verändern zu können. Diese Benutzer nehmen dann alles hin, was ein Computer so macht. Kontrolle, Überwachung und Spionage sind damit Tür und Tor geöffnet. Dabei müssen die Benutzer nicht einmal selbst programmieren können, um dennoch ihre Entscheidungsgewalt behalten zu können. Sie können sich immerhin für ein alternatives Programm entscheiden oder sich bei den Software-Entwicklern beschweren. Weiß man nicht wer dies im Einzelnen ist, dann reicht auch eine Beschwerde beim Verbraucherschutz.
Es stellt sich hier die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre eine Moral für die Software-Programmierung aufzustellen. Leider findet diese Frage, wie Programmierer in Zukunft die Welt durch ihre Programme gestalten sollen, zurzeit nur wenig Beachtung. Als aktuelles positives Beispiel können hier jedoch die Mitglieder der Gesellschaft für Informatik genannt werden, welche sich gegen die Nutzung und Programmierung des sogenannten Bundestrojaners aussprechen. (ZDF-Artikel)
Wenn Computer und Netzwerke dazu genutzt werden die Menschen in ihrem Tun zu kontrollieren, auszuspionieren und zu überwachen, und sei dies auch nur zum Zwecke der Produktivitätssteigerung in Unternehmen, dann werden hier Freiheiten missbraucht, welche Benutzer unwissentlich aufgegeben haben. Nicht zuletzt wegen dem Missverständnis der Automatisierung und einer fehlenden Moral im Bereich der Software-Programmierung gibt es immer wieder Warnungen vor einer Computer kontrollierten Gesellschaft. Dabei liegt es bei den Menschen zu entscheiden, ob es jemals soweit kommen darf.
Gunter Dueck, Manager bei IBM, vertritt in seinem Buch „Wild Duck“ (Amazon-Link
) eine ziemlich spezielle Art von Programmierungsmoral. Herr Dueck behauptet, dass wenn man Computern die Gestaltung bestimmter Bereiche (z.B. der Arbeitsweise) überlassen würde, allein mit der Richtlinie diese möglichst ökonomisch einzurichten, dass diese dann alles daran setzten würden den Menschen ein Umfeld zu bieten, welches sie am glücklichsten machen würde. Denn glückliche Mitarbeiter sind immer ökonomischer als gestresste oder ängstliche Mitarbeiter. Auf die Frage, wie es Computer ausgerechnet schaffen sollen den Menschen glücklich zu machen, antwortet Dueck mit einer simplen Feststellung: Computer sind in der Lage tatsächlich individuell auf jeden Menschen einzugehen. Während die bisherigen Versuche großen Gruppen von Menschen ein solches Umfeld bieten zu können an den Verschiedenheiten der Menschen gescheitert sind, können Computer durch ihre Kapazitäten bei der Informationsverarbeitung diese ganz anders betreuen als Menschen. In diesem Sinne wären Computer dann wirklich die besseren Menschen. Leistungsdruck und Überwachung würden vielleicht bald der Vergangenheit angehören. Einen Haken hat dies jedoch: Computer brauchen für individuelle Betreuung Informationen. Viele Informationen. Ein heikles Thema also was den Datenschutz angeht.
Die Automatisierungsfunktion ist es, welche manche Computerbenutzer dazu veranlasst dem Computer einen „eigenen Willen“ zuzuschreiben. Diese Interpretation ist jedoch falsch und kann zu großen Problemen führen, wie ich später noch zeigen werde.
Der Kern der Fehlinterpretation liegt wohl darin, dass einige Benutzer „automatisch“ mit „autonom“ verwechseln. Ein Computer ist jedoch in keiner Weise „autonom“. Erstens muss der Benutzer grundlegend damit einverstanden sein, dass die Prozesse auf dem Computer ausgeführt werden (er/sie könnte ja auch auf das Programm verzichten, ein Anderes nehmen oder einfach den Computer nicht nutzen) und zweitens ist der Computer von den Software-Entwicklern abhängig, welche durch die Funktionen der Programme das „Verhalten“ des Computers bestimmen. Alles was ein Computer also macht, ist die ihm aufgetragenen Aufgaben auf die Weise auszuführen, welche ihm die Programmierung vorgibt.
[Hier will ich darauf hinweisen, dass es immer wieder Bestrebungen seitens einiger Software-Entwickler gibt, die Entscheidungsgewalt darüber wie und was auf einem Computer läuft den Benutzern vorzuenthalten und in mehr und mehr Bereichen wegzunehmen. Ein negatives Beispiel hierfür ist ein amerikanisches Unternehmen, welches mit deutschen Namen „Kleinweich“ heißt. Als Benutzer sollten Sie sich die Entscheidungsgewalt über die Prozesse Ihres Computers nicht so einfach wegnehmen lassen. Schließlich haben Sie doch für Ihr Eigentum gezahlt, weshalb es dann auch ganz und gar Ihnen gehören sollte.]
Eines der größten Probleme, welches durch dieses Missverständnis der Automatisierung von Prozessen entstehen kann, ist dass Benutzer glauben die Prozesse ihres Computers nicht verändern zu können. Diese Benutzer nehmen dann alles hin, was ein Computer so macht. Kontrolle, Überwachung und Spionage sind damit Tür und Tor geöffnet. Dabei müssen die Benutzer nicht einmal selbst programmieren können, um dennoch ihre Entscheidungsgewalt behalten zu können. Sie können sich immerhin für ein alternatives Programm entscheiden oder sich bei den Software-Entwicklern beschweren. Weiß man nicht wer dies im Einzelnen ist, dann reicht auch eine Beschwerde beim Verbraucherschutz.
Es stellt sich hier die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre eine Moral für die Software-Programmierung aufzustellen. Leider findet diese Frage, wie Programmierer in Zukunft die Welt durch ihre Programme gestalten sollen, zurzeit nur wenig Beachtung. Als aktuelles positives Beispiel können hier jedoch die Mitglieder der Gesellschaft für Informatik genannt werden, welche sich gegen die Nutzung und Programmierung des sogenannten Bundestrojaners aussprechen. (ZDF-Artikel)
Wenn Computer und Netzwerke dazu genutzt werden die Menschen in ihrem Tun zu kontrollieren, auszuspionieren und zu überwachen, und sei dies auch nur zum Zwecke der Produktivitätssteigerung in Unternehmen, dann werden hier Freiheiten missbraucht, welche Benutzer unwissentlich aufgegeben haben. Nicht zuletzt wegen dem Missverständnis der Automatisierung und einer fehlenden Moral im Bereich der Software-Programmierung gibt es immer wieder Warnungen vor einer Computer kontrollierten Gesellschaft. Dabei liegt es bei den Menschen zu entscheiden, ob es jemals soweit kommen darf.
Gunter Dueck, Manager bei IBM, vertritt in seinem Buch „Wild Duck“ (Amazon-Link
Computer- und Netzethik werden zukünftig hoffentlich eine größere Rolle spielen. In nächster Zeit werde ich mich hier noch ausführlicher und philosophischer damit befassen. Literaturhinweise sind gerne willkommen.
