„Seit der Einführung [...] des so genannten Web 2.0, bei dem die Internetbenutzer eigene Medieninhalte produzieren, ins Netz stellen und somit neue selbstorganisierte Kommunikationsprozesse stattfinden, produzieren die Internetnutzer eine neue Dimension von Kultur.“
Diese Feststellung, welche der deutsche Kulturrat so einfach als Prämisse in seiner Stellungnahme zu den neuen Medien in den Raum stellt, ist für Internetaktivisten die tägliche Motivation für ihren Kampf gegen die Windmühlen der Internetzweifler. In Wirklichkeit ist die Aussage von oben nämlich eine Konklusion, deren Vermittlung Vorbilder wie der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und der Creative-Commons-Erfinder Lawrence Lessig ihr Leben gewidmet haben.
Das Problem mit der Feststellung des Kulturrats ist, dass deren Wahrheit nur schwer erkennbar ist. Selbst regelmäßiges Surfen im Internet reicht nicht aus, um dem Surfer auch nur ansatzweise die Erkenntnis einer neuen Dimension von Kultur zu vermitteln. Wie bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Schutz der Privatheit“ (gesendet von Phoenix am 25.April) wird hierzu oft das fehlende technische Verständnis der Internet-Laien als Begründung für das Unverständnis der Internetkultur vorgeschoben und selbst die Gegenargumentation vom erfahrenen Internetnutzer Andreas Bogk (Chaos Computer Club) konnte diesmal nichts daran ändern.
Mit der Ausrede des fehlenden technischen Verständnisses der Neuen Medien machen es sich Politiker und Journalisten extrem einfach, ihre Faulheit bei der Beschäftigung mit den Neuen Medien zu rechtfertigen. Denn wer kann schon von Menschen verlangen, sich mit der Internetkultur auseinander zu setzen, wenn sie nach eigener Aussage zu dumm sind die technischen Grundlagen zu verstehen. Dabei weiß jeder Web2.0-Nutzer, der die technischen Verständnishürden von Weblogs und Social Networks kennt, dass diese einfacher zu handhaben sind als Fahrkartenautomaten der deutschen Bahn.
Doch woran scheitert dann die Vermittlung des Verständnisses der Internetkultur? Nun, nach den mir anvertrauten vielfältigen Erfahrungen von Internetaktivisten ist es einfach eine Frage nach der aktiven Nutzung von Neuen Medien, wobei die Betonung hier auf „aktiv“ liegt. Denn es ist ein großer qualitativer Unterschied, ob man im Netz nur „liest“ oder auch „schreibt“. So ist es nicht verwunderlich, dass der deutsche Kulturrat in seiner Stellungnahme neben der Forderung nach einer verstärkten Nutzung der Neuen Medien in Familien, Kindertageseinrichtungen, außerschulischen Kinder- und Jugendbildung und Erwachsenenbildung auch die Vermittlung von Kenntnissen zur ihrer aktiven Nutzung fordert, damit überhaupt eine Partizipation an dem im Einfluss wachsenden Kulturraum des Internets möglich ist.
Die oft kritisch betrachtete Selbstdarstellung in Weblogs und Social Networks führt nämlich dazu, dass die Nutzer der Neuen Medien sich (oft zum ersten Mal überhaupt) eine Identität aufbauen. Würden die oben genannten Politiker und Journalisten sich durch ihre gar nicht vorhandene bis passive Nutzung der Neuen Medien nicht dieser Erfahrung widersetzen, hätten auch sie durch die Bildung ihrer (digitalen) Identität die Möglichkeit die Kultur des Internets zu erfahren. So findet der deutsche Kulturrat neben der Erkenntnis, dass nur durch die aktive Nutzung der neuen Medien und der mit ihr verbundenen Identitätsbildung die Partizipation an dem Kulturraum des Internets erst möglich ist, dann zufällig und unbewusst auch noch eine Lösung zu der Sinn-Krise in unserer postmodernen Gesellschaft:
Das Problem mit der Feststellung des Kulturrats ist, dass deren Wahrheit nur schwer erkennbar ist. Selbst regelmäßiges Surfen im Internet reicht nicht aus, um dem Surfer auch nur ansatzweise die Erkenntnis einer neuen Dimension von Kultur zu vermitteln. Wie bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Schutz der Privatheit“ (gesendet von Phoenix am 25.April) wird hierzu oft das fehlende technische Verständnis der Internet-Laien als Begründung für das Unverständnis der Internetkultur vorgeschoben und selbst die Gegenargumentation vom erfahrenen Internetnutzer Andreas Bogk (Chaos Computer Club) konnte diesmal nichts daran ändern.
Mit der Ausrede des fehlenden technischen Verständnisses der Neuen Medien machen es sich Politiker und Journalisten extrem einfach, ihre Faulheit bei der Beschäftigung mit den Neuen Medien zu rechtfertigen. Denn wer kann schon von Menschen verlangen, sich mit der Internetkultur auseinander zu setzen, wenn sie nach eigener Aussage zu dumm sind die technischen Grundlagen zu verstehen. Dabei weiß jeder Web2.0-Nutzer, der die technischen Verständnishürden von Weblogs und Social Networks kennt, dass diese einfacher zu handhaben sind als Fahrkartenautomaten der deutschen Bahn.
Doch woran scheitert dann die Vermittlung des Verständnisses der Internetkultur? Nun, nach den mir anvertrauten vielfältigen Erfahrungen von Internetaktivisten ist es einfach eine Frage nach der aktiven Nutzung von Neuen Medien, wobei die Betonung hier auf „aktiv“ liegt. Denn es ist ein großer qualitativer Unterschied, ob man im Netz nur „liest“ oder auch „schreibt“. So ist es nicht verwunderlich, dass der deutsche Kulturrat in seiner Stellungnahme neben der Forderung nach einer verstärkten Nutzung der Neuen Medien in Familien, Kindertageseinrichtungen, außerschulischen Kinder- und Jugendbildung und Erwachsenenbildung auch die Vermittlung von Kenntnissen zur ihrer aktiven Nutzung fordert, damit überhaupt eine Partizipation an dem im Einfluss wachsenden Kulturraum des Internets möglich ist.
Die oft kritisch betrachtete Selbstdarstellung in Weblogs und Social Networks führt nämlich dazu, dass die Nutzer der Neuen Medien sich (oft zum ersten Mal überhaupt) eine Identität aufbauen. Würden die oben genannten Politiker und Journalisten sich durch ihre gar nicht vorhandene bis passive Nutzung der Neuen Medien nicht dieser Erfahrung widersetzen, hätten auch sie durch die Bildung ihrer (digitalen) Identität die Möglichkeit die Kultur des Internets zu erfahren. So findet der deutsche Kulturrat neben der Erkenntnis, dass nur durch die aktive Nutzung der neuen Medien und der mit ihr verbundenen Identitätsbildung die Partizipation an dem Kulturraum des Internets erst möglich ist, dann zufällig und unbewusst auch noch eine Lösung zu der Sinn-Krise in unserer postmodernen Gesellschaft:
„Durch die vielfältigen Möglichkeiten, sich als Produzent von Kunst und Kultur im Internet frei darzustellen, wird das Internet auch zu einem identitätsstiftenden Medium."
Na, wenn das mal keine positive Stellungnahme zu den Neuen Medien ist!

Web 2.0 ist ein zweiter Anlauf, das zu verwirklichen, was mit dem Auftauchen des Webs schon begonnen, sich dann aber durch die zunehmende Komplexität von HTML & Co. selbst wieder wieder ausgebremst hat.
Das Problem vieler Leute ist es, dass sie sich FÜRCHTEN, sich öffentlich zu irgend einer spezifischen Identität zu bekennen. Das könnte ja irgendwann bei irgendeiner Gelegenheit mit irgendjemand "Wichtigem" NACHTEILIG sein. Man kann es nicht allen recht machen, also macht man gar nichts.
Was fehlt, ist der Mut zur Authentizität - das ist nämlich die einzige Art der Selbstdarstellung, die man nicht mühsam "pflegen" muss.