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3 Kommentare

  1. § Stefan Merz E-Mail sagte am:
    Hallo Herr Dürhager
    Mit Wittgensteins These, den Satz als Verbindung von Namen aufzufassen, kann ich mich nur schwer anfreunden. Ich frage mich, ob der ganze Ansatz, der hinter dem logischen Atomismus steckt, nicht verfehlt ist. Freilich ist auch die Alternative, Sätze als Beziehung zwischen Begriffen aufzufassen, kaum weniger problematisch. (Diese Auffassung findet sich bei Leibniz). Die Antwort auf die Frage, wie man eine "allgemeine Form des Satzes" plausibel angeben kann, scheint mir in beiden Fällen (logischer Atomismus, Begriffslogik) nicht zufrieden stellend. Ich bin gespannt, ob ihre Vorlesungsmitschrift bei Prof. Tetens noch was Interessantes dazu bringt.
    Merz
  2. § Merz® E-Mail sagte am:
    Ich muss gestehen, dass mit an dieser Stelle nicht nur Wittgenstein unverständlich bleibt. Auch die Erläuterung von Tetens: „Alle Sätze für die Sachverhalte im logischen Raum sind daher vom extensionalen Standpunkt durch die Verbindung der Namen für die logischen Atome vollständig bestimmt. Für die Elementarsätze braucht man daher nur die Namen für die logischen Atome zu kennen“, scheint mir alles andere als klar. Irgendwelche n-Tupel von Gegenständen sind keine Sätze. Eine satzartige Verbindung von Namen ist grundsätzlich verschieden von einer bloßen Anhäufung. Die Frage, wie ein Satz gebildet wird, ist aber für die Logik von zentraler Bedeutung.
  3. § Robert Duerhager® E-Mail sagte am:
    Hallo Herr Merz!
    Prof. Tetens behauptet ebenfalls, dass dieser Punkt, Sätze als Verbindung von Namen von Gegegenständen, eine Schwachstelle in Wittgensteins Tractatus darstellt. Vor allem weil Wittgenstein uns ein Beispiel für einen Elementarsatz schuldig bleibt.
    Prof. Tetens Erläuterung bezieht sich auf Sätze im "logischen Raum", also auf alle logisch möglichen Satzverbindungen. Dann ist es auch möglich allein durch die Kenntnisse der Namen der logischen Atome, mithilfe einfacher logischer Kombinatorik, alle möglichen Verbindungen im Sinne von "Gegenstand A und Gegenstand B" oder "Wenn Gegenstand A, dann auch Gegenstand B" zu bilden. Genauso wie Sätze wie "Alle Gegenstände A haben die Eigenschaft F" und "Es existiert ein Gegenstand B auf den die Eigenschaft F zutrifft". Kurz: Es können mit diesem extensionalen Standpunkt der Logik alle logisch möglichen Verbindungen hergestellt werden, unter denen sich auch die Verbindungen, welche in der Welt tatsächlich vorkommen, befinden. Eine bloße Anhäufung von Namen wäre es somit nicht, sondern eine Zusammenstellung aller logisch möglichen Konstellationen von Namen.
    Insgesamt halte ich den Ansatz des logischen Atomismus von Wittgenstein auch für fragwürdig.

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