Die Philosophie ist eine Wissenschaft höherer Ordnung. Denn die Philosophie setzt sich mit dem Bereich auseinander, der uns durch die besondere Fähigkeit des Menschen, sich selbstreflexiv darauf zu beziehen, wie er sich auf die Welt bezieht, gegeben ist. Man kann also auch davon sprechen, dass Philosophie Selbstreflexion ist.
Wittgenstein beachtet dies im Tractatus, indem er eben nicht einfach nur über die Beschaffenheit der Welt redet, sondern grundlegend Bezug auf das Subjekt nimmt, welches über die Tatsachen in der Welt nachdenken und reden kann. Er macht dies, indem er mit der „transzendentalen Rolle der Logik“ eine Antwort auf eine transzendentale Frage gibt, wie die Welt beschaffen sein muss, damit wir uns redend und denkend auf sie beziehen können. Nach Prof. Tetens sagt Wittgenstein nämlich folgendes: „Die Bedingungen der Möglichkeit logisch sinnvoller Rede über die Welt sind Bedingungen der Welt selber. Die Logik (logische Grammatik) als Bedingung der Möglichkeit sinnvoller Rede über die Welt ist [deshalb] eine Bedingung der Welt selber.“ (Vgl. 6.13) Nur unter dieser Bedingung ist es möglich sich sinnvoll redend oder denkend auf die Welt zu beziehen.
Da die Sätze, mit denen wir uns auf die Welt beziehen, gleichzeitig auch den logischen Raum eröffnen, sagt Wittgenstein deshalb in 1.13 „Die Tatsachen im logischen Raum sind die Welt.“, anstatt einfach nur zu sagen, dass die Tatsachen die Welt sind. Aber er sagt noch mehr:
5.61: „Die Logik erfüllt die Welt; die Grenzen der Welt sind auch ihre Grenzen.“
Da die Logik sich mit den logischen Möglichkeiten der Beschaffenheit der Welt befasst und der logische Raum die Gesamtheit dieser logischen Möglichkeiten umfasst, „dann endet die Welt, vom Standpunkt der Logik, erst an den Grenzen dessen, was logisch möglich ist, und das heißt: an den Grenzen dessen, was sinnvoll gesagt werden kann.“ (Tetens)
Hier ist anzumerken, dass Wittgenstein keinen Unterschied zwischen sprechen und denken macht (vgl. 4 und 5.61). Und es ist zu beachten, dass wir es beim Sprechen und Denken immer mit Handlungen im logischen Raum zu tun haben, was erstens bedeutet, dass das was wir denken nur logisch möglich und nicht unbedingt wahr sein muss, und zweitens impliziert, dass die Logik nicht von sich aus feststellen kann, was in der Welt der Fall ist, da sie sonst Möglichkeiten ausschließen müsste, deren Möglichkeit doch gerade durch die Logik festgestellt wird. (vgl. 4.01, 4.021, 4.024, 4.031, 2.0121 und 5.61)
Nimmt man nun an, dass Wittgensteins Nummerierung der Sätze die Wichtigkeit der Sätze verdeutlichen soll, dann findet sich in 5.6 und 5.61 ein Unterschied, welcher nur dadurch erklärt werden kann, dass es Wittgenstein wichtig war vor der Mitteilung, dass die Logik die Grenzen der Welt definiert, die Mitteilung zu stellen, dass die Sprache des Subjekts die Grenzen der subjektiven Welt bedeutet. Hier zeigt sich, dass Wittgenstein die Aufgabe der Philosophie, nämlich selbstreflexiv zu sein, nicht nur ernst nimmt, sondern die Grenze der jeweils subjektiven Welt auch für bedeutsamer hält als die allgemeine Grenze der Welt durch die Logik.
5.6: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“
Wittgenstein beachtet dies im Tractatus, indem er eben nicht einfach nur über die Beschaffenheit der Welt redet, sondern grundlegend Bezug auf das Subjekt nimmt, welches über die Tatsachen in der Welt nachdenken und reden kann. Er macht dies, indem er mit der „transzendentalen Rolle der Logik“ eine Antwort auf eine transzendentale Frage gibt, wie die Welt beschaffen sein muss, damit wir uns redend und denkend auf sie beziehen können. Nach Prof. Tetens sagt Wittgenstein nämlich folgendes: „Die Bedingungen der Möglichkeit logisch sinnvoller Rede über die Welt sind Bedingungen der Welt selber. Die Logik (logische Grammatik) als Bedingung der Möglichkeit sinnvoller Rede über die Welt ist [deshalb] eine Bedingung der Welt selber.“ (Vgl. 6.13) Nur unter dieser Bedingung ist es möglich sich sinnvoll redend oder denkend auf die Welt zu beziehen.
Da die Sätze, mit denen wir uns auf die Welt beziehen, gleichzeitig auch den logischen Raum eröffnen, sagt Wittgenstein deshalb in 1.13 „Die Tatsachen im logischen Raum sind die Welt.“, anstatt einfach nur zu sagen, dass die Tatsachen die Welt sind. Aber er sagt noch mehr:
5.61: „Die Logik erfüllt die Welt; die Grenzen der Welt sind auch ihre Grenzen.“
Da die Logik sich mit den logischen Möglichkeiten der Beschaffenheit der Welt befasst und der logische Raum die Gesamtheit dieser logischen Möglichkeiten umfasst, „dann endet die Welt, vom Standpunkt der Logik, erst an den Grenzen dessen, was logisch möglich ist, und das heißt: an den Grenzen dessen, was sinnvoll gesagt werden kann.“ (Tetens)
Hier ist anzumerken, dass Wittgenstein keinen Unterschied zwischen sprechen und denken macht (vgl. 4 und 5.61). Und es ist zu beachten, dass wir es beim Sprechen und Denken immer mit Handlungen im logischen Raum zu tun haben, was erstens bedeutet, dass das was wir denken nur logisch möglich und nicht unbedingt wahr sein muss, und zweitens impliziert, dass die Logik nicht von sich aus feststellen kann, was in der Welt der Fall ist, da sie sonst Möglichkeiten ausschließen müsste, deren Möglichkeit doch gerade durch die Logik festgestellt wird. (vgl. 4.01, 4.021, 4.024, 4.031, 2.0121 und 5.61)
Nimmt man nun an, dass Wittgensteins Nummerierung der Sätze die Wichtigkeit der Sätze verdeutlichen soll, dann findet sich in 5.6 und 5.61 ein Unterschied, welcher nur dadurch erklärt werden kann, dass es Wittgenstein wichtig war vor der Mitteilung, dass die Logik die Grenzen der Welt definiert, die Mitteilung zu stellen, dass die Sprache des Subjekts die Grenzen der subjektiven Welt bedeutet. Hier zeigt sich, dass Wittgenstein die Aufgabe der Philosophie, nämlich selbstreflexiv zu sein, nicht nur ernst nimmt, sondern die Grenze der jeweils subjektiven Welt auch für bedeutsamer hält als die allgemeine Grenze der Welt durch die Logik.
5.6: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“

Bin ja nun weiß Gott kein Wittgenstein-Experte, aber ich hatte schon immer so ein bisschen den Eindruck, dass der Mann mit dem Begriff "Welt" ein bisschen lax umgeht.
Was genau ist da gemeint: Das, was ist, das, was wahrgenommen werden kann oder das, was verstanden werden kann?
Das, was ist, sind die Tatsachen. Das worüber man noch sinnvoll reden und denken kann, sind alle Sachverhalte im logischen Raum.
Wittgenstein geht hier also nicht lax mit dem Begriff Welt um. Er hat den Begriff zuvor logisch definiert.
Oder hast du etwas anderes gemeint?
Ich bin inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass mir Wittgensteins Definition von Welt wohl deswegen so unbefriedigend vorkommt, weil ich als Naturwissenschaftler gelernt habe, Logik zu misstrauen.
Danke für die Aufklärung. :)