In 4.1212 zieht Wittgenstein abermals eine Grenze: „Was gezeigt werden kann, kann nicht gesagt werden.“ Was jedoch ist der Unterschied zwischen „sagen“ und „zeigen“?
Das „kann“ im Satz 4.1212 bezieht sich hier natürlich wieder auf die Sachverhalte im logischen Raum. Und wir wissen ja, dass Wittgenstein im Tractatus u.A. der Frage nachgeht, „was die Welt und die Sprache gemeinsam haben müssen, damit Sätze der Sprache Bilder der Sachverhalte in der Welt sein können.“ (Tetens) Die Antwort kennen wir aus den früheren Teilen meiner Mitschrift: Es ist die logische Form. (vgl. 2.161, 2.2, 2.18)
Wittgenstein sagt zur logischen Form folgendes:
4.12: Der Satz kann die gesamte Wirklichkeit darstellen, aber er kann nicht das darstellen, was er mit der Wirklichkeit gemein haben muss, um sie darstellen zu können – die logische Form. Um die logische Form darstellen zu können, müssten wir uns mit dem Satze außerhalb der Wirklichkeit aufstellen können, das heißt außerhalb der Welt.
4.121: Der Satz kann die logische Form nicht darstellen, sie spiegelt sich in ihm. Was sich in der Sprache spiegelt, kann sie nicht darstellen. Was sich in der Sprache ausdrückt, können wir nicht durch sie ausdrücken. Der Satz zeigt die logische Form der Wirklichkeit. Er weist auf sie.
4.1211: So zeigt ein Satz >>fa<<, dass in seinem Sinn der Gegenstand a vorkommt, zwei Sätze >>fa<< und >>ga<<, dass in ihnen beiden von demselben Gegenstand die Rede ist. Wenn zwei Sätze einander widersprechen, so zeigt dies ihre Struktur; ebenso, wenn einer aus dem anderen folgt. U.s.w.
Wie kann man dies verstehen? Nochmals, es geht um die Frage, was sinnvoll über die Verbindung gesagt werden kann, welche zwischen den Namen im Satz und den benannten Gegenstände besteht. Es geht also auch um die Frage, ob die Verbindung der Namen im Satz der Form nach dieselbe Verbindung ist, welche bei den Gegenstände in der Welt existiert.
Um so über die Sprache Auskunft geben zu können, müsste zum einen die Sprache objektiviert werden und zum anderen müsste man über sie in einer Metasprache sprechen. Doch damit gibt es ein Problem. Wie informativ wäre denn diese Metasprache, welche selbst ja ebenfalls eine Sprache ist? Und lassen sich an ihr nicht wieder genau die gleichen Fragen stellen, wie vorher an die Objektsprache? Wir stehen hier vor dem gleichen Problem wie mit dem Subjekt. Denn um etwas über die Verbindung von den Namen im Satz und den Gegenständen in der Welt aussagen zu können, muss man sich der Sprache bedienen. Und um sinnvoll sprechen zu können kann derjenige, welcher spricht, sich nicht außerhalb sämtlicher Sprachen stellen. Prof. Tetens: „Der erfolgreiche Weltbezug der letzten Metasprache „zeigt“ sich im Vollzug des Redens und Denkens, aber Informatives kann darüber nicht mehr „gesagt“ werden. Die Sätze auf der letzten Metastufe müssen für sich selbst stehen, sie müssen für sich selbst verständlich sein, sie müssen „für sich selbst sprechen“.“
Damit beweist Wittgenstein abermals, dass man nicht sinnvoll über das Subjekt reden kann. Denn wenn es nicht möglich ist letztlich noch sinnvoll über die Verbindung von Namen in Sätzen und ihrer Gemeinsamkeit mit der Verbindung der Gegenstände in der Welt zu sprechen, dann kann man letztlich auch nicht sinnvoll über das Gesamtgebilde sprechen, indem sich ein Subjekt sprechend und denkend auf die Welt bezieht.
Deshalb ist es Wittgenstein nun möglich folgendes im Tractatus zu sagen:
5.641: Es gibt also wirklich einen Sinn, in welchem in der Philosophie nicht-psychologisch vom Ich die Rede sein kann. Das Ich tritt in die Philosophie dadurch ein, dass die „Welt meine Welt ist“. Das philosophische Ich ist nicht der Mensch, nicht der menschliche Körper, oder die menschliche Seele, von der die Psychologie handelt, sondern das metaphysische Subjekt, die Grenze – nicht ein Teil - der Welt.
Das „kann“ im Satz 4.1212 bezieht sich hier natürlich wieder auf die Sachverhalte im logischen Raum. Und wir wissen ja, dass Wittgenstein im Tractatus u.A. der Frage nachgeht, „was die Welt und die Sprache gemeinsam haben müssen, damit Sätze der Sprache Bilder der Sachverhalte in der Welt sein können.“ (Tetens) Die Antwort kennen wir aus den früheren Teilen meiner Mitschrift: Es ist die logische Form. (vgl. 2.161, 2.2, 2.18)
Wittgenstein sagt zur logischen Form folgendes:
4.12: Der Satz kann die gesamte Wirklichkeit darstellen, aber er kann nicht das darstellen, was er mit der Wirklichkeit gemein haben muss, um sie darstellen zu können – die logische Form. Um die logische Form darstellen zu können, müssten wir uns mit dem Satze außerhalb der Wirklichkeit aufstellen können, das heißt außerhalb der Welt.
4.121: Der Satz kann die logische Form nicht darstellen, sie spiegelt sich in ihm. Was sich in der Sprache spiegelt, kann sie nicht darstellen. Was sich in der Sprache ausdrückt, können wir nicht durch sie ausdrücken. Der Satz zeigt die logische Form der Wirklichkeit. Er weist auf sie.
4.1211: So zeigt ein Satz >>fa<<, dass in seinem Sinn der Gegenstand a vorkommt, zwei Sätze >>fa<< und >>ga<<, dass in ihnen beiden von demselben Gegenstand die Rede ist. Wenn zwei Sätze einander widersprechen, so zeigt dies ihre Struktur; ebenso, wenn einer aus dem anderen folgt. U.s.w.
Wie kann man dies verstehen? Nochmals, es geht um die Frage, was sinnvoll über die Verbindung gesagt werden kann, welche zwischen den Namen im Satz und den benannten Gegenstände besteht. Es geht also auch um die Frage, ob die Verbindung der Namen im Satz der Form nach dieselbe Verbindung ist, welche bei den Gegenstände in der Welt existiert.
Um so über die Sprache Auskunft geben zu können, müsste zum einen die Sprache objektiviert werden und zum anderen müsste man über sie in einer Metasprache sprechen. Doch damit gibt es ein Problem. Wie informativ wäre denn diese Metasprache, welche selbst ja ebenfalls eine Sprache ist? Und lassen sich an ihr nicht wieder genau die gleichen Fragen stellen, wie vorher an die Objektsprache? Wir stehen hier vor dem gleichen Problem wie mit dem Subjekt. Denn um etwas über die Verbindung von den Namen im Satz und den Gegenständen in der Welt aussagen zu können, muss man sich der Sprache bedienen. Und um sinnvoll sprechen zu können kann derjenige, welcher spricht, sich nicht außerhalb sämtlicher Sprachen stellen. Prof. Tetens: „Der erfolgreiche Weltbezug der letzten Metasprache „zeigt“ sich im Vollzug des Redens und Denkens, aber Informatives kann darüber nicht mehr „gesagt“ werden. Die Sätze auf der letzten Metastufe müssen für sich selbst stehen, sie müssen für sich selbst verständlich sein, sie müssen „für sich selbst sprechen“.“
Damit beweist Wittgenstein abermals, dass man nicht sinnvoll über das Subjekt reden kann. Denn wenn es nicht möglich ist letztlich noch sinnvoll über die Verbindung von Namen in Sätzen und ihrer Gemeinsamkeit mit der Verbindung der Gegenstände in der Welt zu sprechen, dann kann man letztlich auch nicht sinnvoll über das Gesamtgebilde sprechen, indem sich ein Subjekt sprechend und denkend auf die Welt bezieht.
Deshalb ist es Wittgenstein nun möglich folgendes im Tractatus zu sagen:
5.641: Es gibt also wirklich einen Sinn, in welchem in der Philosophie nicht-psychologisch vom Ich die Rede sein kann. Das Ich tritt in die Philosophie dadurch ein, dass die „Welt meine Welt ist“. Das philosophische Ich ist nicht der Mensch, nicht der menschliche Körper, oder die menschliche Seele, von der die Psychologie handelt, sondern das metaphysische Subjekt, die Grenze – nicht ein Teil - der Welt.
