In der Philosophie wird das Ethische meist begrenzt auf die Frage nach den moralischen Rechten und Pflichten des Menschen. Wittgenstein ist jedoch davon überzeugt, dass zu dem Ethischen auch das Nachdenken über das Glück, den Sinn des Lebens und die Frage gehört, wann ein Leben als ein gutes Leben gelingt oder misslingt.
Wittgenstein: „Anstelle der Formulierung „Die Ethik ist die allgemeine Untersuchung dessen, was gut ist“ hätte ich sagen können, die Ethik sei die Untersuchung dessen, was Wert hat, bzw. dessen, was wirklich wichtig ist.
Oder ich hätte sagen können, in der Ethik gehe es darum, den Sinn des Lebens zu erkunden, zu untersuchen, was das Leben lebenswert macht, oder zu erforschen, welches die rechte Art zu leben ist.“ (Aus: Vortrag über die Ethik, S10ff., 1930, Amazon-Link
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Gerade deshalb, weil Wittgenstein so viele und wichtige Themen als das Ethische betrachtet, ist es verwunderlich, dass Wittgenstein im Tractatus behauptet, dass man über das Ethische nicht sinnvoll reden kann. Original heißt es im Tractatus:
6.42: Darum kann es auch keine Sätze der Ethik geben. Sätze können nichts Höheres ausdrücken.
6.421: Es ist klar, dass sich die Ethik nicht aussprechen lässt.
Wie lässt sich die erklären? Prof. Tetens gibt uns hierzu zwei Ideen:
So ist einmal festzustellen, dass Wittgenstein als Mensch von tiefem und strengen Ernst galt, weshalb er eine Abneigung gegen jede Form von „Geschwafel“ hatte. Und da sich über die Ethik viel sagen lässt, wird manchmal auch zu viel gesagt. Dann wird geschwafelt, ohne dass nach den Worten Taten folgen. Man kann also annehmen, dass dies Wittgenstein zuwider war und er eher dafür war das Ethische zu „zeigen“ als etwas darüber zu „sagen“. (Siehe Unterscheidung im 3. Teil der 8. Vorlesung). Und in der Tat kann man erhält die Rede über das Ethische erst dann eine Bedeutung, wenn ihr auch Taten folgen. Prof. Tetens: „Es ist sogar selber eine ethische Haltung, wenn man es vorzieht, das ethisch Richtige zwar zu tun, ansonsten aber über das ethisch Richtige nicht oder nur ganz wenig zu reden. Diese Haltung nimmt Wittgenstein ein.“
Die andere Möglichkeit ist die, dass für Wittgenstein die Rede über das Ethische zu allgemein war. So sagt Wittgenstein in 6.521, dass „Menschen, denen der Sinn des Lebens nach langen Zweifeln klar wurde“, nicht „sagen konnten, worin dieser Sinn bestand“. Und tatsächlich, wenn man heute den Worten von Wilhelm Schmidt (Wikipedia-Link) lauscht, welcher für viele als Glück-Experte gilt, dann hat man nicht das Gefühl, dass diese Worte besonders treffend sind. Man hat das Gefühl, dass man bei dem Versuch über das Ethische zu reden an die Grenze des sinnvoll sagbaren stößt. Prof. Tetens: „Nach Wittgenstein trügt uns dieses Gefühl nicht, es ist die richtige Reaktion auf einen logischen Tatbestand, denn über das Ethische kann nicht sinnvoll geredet werden.“
Wittgenstein: „Anstelle der Formulierung „Die Ethik ist die allgemeine Untersuchung dessen, was gut ist“ hätte ich sagen können, die Ethik sei die Untersuchung dessen, was Wert hat, bzw. dessen, was wirklich wichtig ist.
Oder ich hätte sagen können, in der Ethik gehe es darum, den Sinn des Lebens zu erkunden, zu untersuchen, was das Leben lebenswert macht, oder zu erforschen, welches die rechte Art zu leben ist.“ (Aus: Vortrag über die Ethik, S10ff., 1930, Amazon-Link
Gerade deshalb, weil Wittgenstein so viele und wichtige Themen als das Ethische betrachtet, ist es verwunderlich, dass Wittgenstein im Tractatus behauptet, dass man über das Ethische nicht sinnvoll reden kann. Original heißt es im Tractatus:
6.42: Darum kann es auch keine Sätze der Ethik geben. Sätze können nichts Höheres ausdrücken.
6.421: Es ist klar, dass sich die Ethik nicht aussprechen lässt.
Wie lässt sich die erklären? Prof. Tetens gibt uns hierzu zwei Ideen:
So ist einmal festzustellen, dass Wittgenstein als Mensch von tiefem und strengen Ernst galt, weshalb er eine Abneigung gegen jede Form von „Geschwafel“ hatte. Und da sich über die Ethik viel sagen lässt, wird manchmal auch zu viel gesagt. Dann wird geschwafelt, ohne dass nach den Worten Taten folgen. Man kann also annehmen, dass dies Wittgenstein zuwider war und er eher dafür war das Ethische zu „zeigen“ als etwas darüber zu „sagen“. (Siehe Unterscheidung im 3. Teil der 8. Vorlesung). Und in der Tat kann man erhält die Rede über das Ethische erst dann eine Bedeutung, wenn ihr auch Taten folgen. Prof. Tetens: „Es ist sogar selber eine ethische Haltung, wenn man es vorzieht, das ethisch Richtige zwar zu tun, ansonsten aber über das ethisch Richtige nicht oder nur ganz wenig zu reden. Diese Haltung nimmt Wittgenstein ein.“
Die andere Möglichkeit ist die, dass für Wittgenstein die Rede über das Ethische zu allgemein war. So sagt Wittgenstein in 6.521, dass „Menschen, denen der Sinn des Lebens nach langen Zweifeln klar wurde“, nicht „sagen konnten, worin dieser Sinn bestand“. Und tatsächlich, wenn man heute den Worten von Wilhelm Schmidt (Wikipedia-Link) lauscht, welcher für viele als Glück-Experte gilt, dann hat man nicht das Gefühl, dass diese Worte besonders treffend sind. Man hat das Gefühl, dass man bei dem Versuch über das Ethische zu reden an die Grenze des sinnvoll sagbaren stößt. Prof. Tetens: „Nach Wittgenstein trügt uns dieses Gefühl nicht, es ist die richtige Reaktion auf einen logischen Tatbestand, denn über das Ethische kann nicht sinnvoll geredet werden.“
