Wer dies hier liest ist wahrscheinlich online. Wenn dies auf Sie zutreffen sollte, dann beantworten Sie mal kurz diese Frage: „Wo befinde ich mich, wenn ich online bin?“
Jetzt werden Sie bestimmt fragen, was diese Frage für einen Sinn hat und was an ihrer Antwort so interessant ist. Nun, es gibt Menschen, welche behaupten, dass wenn sie online sind, sie sich an einem ganz besonderen Ort aufhalten, nämlich im Cyberspace. Sie wissen schon: „Der Cyberspace – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2008...“
Prof. Andreas Metzner-Szigeth von der Universidad del País Vasco in San Sebastián untersucht in seinem lesenswerten Aufsatz „Von Cyber-Identitäten, virtuellen Gemeinschaften und vernetzter Individualisierung - sozial-psychologische Überlegungen“ (erschienen in der philosophischen Internetzeitschrift SicEtNon) die Bedeutung des Internets und Computer vermittelter Kommunikation anhand der oben genannten Vorstellung einer neuen Welt. Seine These ist, dass die neuen Medien „die Verhältnisse von "Virtualität und Realität" sowie von "Raum und Zeit" [...] in einem bisher unbekannten Ausmaß verfügbar und gestaltbar machen, sie auf eine komplexe Weise "umstricken"“, wodurch auch die aktuellen sozio-kulturellen und sozial-psychologischen Wandlungen unserer Zeit erklärbar sind. Hierzu untersucht er die schon im Titel seines Aufsatz genannten drei Aspekte der neuen Medien, Cyber-Identitäten, virtuelle Gemeinschaften und vernetze Individualisierung.
Zuvor jedoch räumt er mit einer Menge an Missverständnissen auf, welche von einigen Persönlichkeiten im Zusammenhang mit dem Cyberspace gemacht wurden, was den Text für Laien der Internetkultur so lesenswert macht. Weder ist der Computer eine „fortgeschrittene Schreibmaschine“ und das Internet ein „fortgeschrittener Telegraph“, noch ist der Computer eine Wunderwerk mit eigener Seele und das Internet eine von der Realität getrennte Matrix, in der fantastische Dinge passieren. Vielmehr ist der Computer ein Universal-Gerät, welches eine bisher unübliche Nutzung von alten Medien erlaubt und durch das Internet vor allem zu einem Kommunikationsinstrument wird, mit welchem im Internet (ein Kommunikations“raum“) auf unterschiedlicher Weise (mit verschiedenen Diensten) kommuniziert werden kann. Herr Prof. Metzner-Szigeth untersucht hierzu die Website, E-Mail, Foren, Chats und Online-Games. Unbeachtet lässt er alles, was mit dem Web 2.0 (Blogs, Social Communitys, Wikis) zu tun hat, was den Text für Internet-Profis vielleicht enttäuschend macht und den Autor als etwas antiquiert erscheinen lässt, denn das Web 2.0 wäre gerade für seine Themen äußerst interessant gewesen. Seine wenigen indirekten Verweise auf das kommende Mobile-Web und auf das dahin siechende Second Life können die fehlende Aktualität des Textes leider nicht ersetzen.
Dennoch ist interessant, was er zu Cyber-Identitäten zu sagen hat. Ausgehend davon, dass Imagination schon immer Teil des menschlichen Lebens war und jede Art von Kultur nur solange immateriell und virtuell ist, wie sie es nicht schafft in der „wirk“lichen Welt zu „wirken“, dürfen Handlungen im Internet als virtuell und damit als getrennt von der „realen Welt“ definiert werden. Die Welt der Imagination war für den Menschen schon immer ein Ort zum phantastischen Ausleben der eigenen Identität, nur dass heute die Möglichkeit dazu besteht, diese Imagination virtuell darzustellen. Da diese virtuellen Welten durchaus Einfluss auf die Wirklichkeit haben können, besteht zumindest die Möglichkeit, dass Handlungen im Internet zum Teil der realen Kultur werden, sozusagen „vergesellschaftet“ werden. Da es das Internet jedoch erlaubt, unterschiedliche Identitäten auszuleben, prägt es die postmoderne Definition von Identität als ein „Patchwork“ von verschieden Identitäten, welches die moderne Definition von Identität als das Existieren eines „wahre Wesens“ ersetzt. Somit ist auch die Frage erlaubt, ob das Ausleben der Identität in der virtuellen Welt nicht dem Konzept der „wahren“ Identität näher kommt, als eine bisher da gewesene Definition durch Tradition, Raum, Zeit und Kultur der „wirklichen“ Welt. Und ganz vorsichtig orakelt Prof. Metzner-Szigeth, dass die zunehmende Nutzung der neuen Medien sogar mit einem „Umschlagen, ein Formwandel, eine (kulturelle) Neubewertung [...] verbunden sein könnte, etwa in Form des für unverzichtbar Haltens dieser Identitäts-Anteile oder Expressionsformen“ und vielleicht sogar, dass es nötig sein wird, dieses zum „Konstituens des (weiter „zivilisierten“) Mensch-Seins zu erklären“.
Prof. Metzner-Szigeth weitere Untersuchungen zu virtuellen Gemeinschaften anhand einer Argumentation über den Traum von einer (besseren) virtuellen Parallel-Gesellschaft, den Tendenzen von Nutzern zur Flucht aus der Realität, dem Gesetz des Codes, der Anonymität, welche für die typische Unverbindlichkeit im Internet sorgt, führt zu der Einsicht, dass virtuelle Gemeinschaften keine Ähnlichkeit mit den klassischen Gemeinschaften der realen Welt haben und diese neue Form von Gemeinschaft anders definiert werden muss. Als aktuelle Definition von virtuellen Gemeinschaften wird B. Wellman aus Manuel Castells soziologischen Untersuchungen der „Internet-Galaxy“ (Amazon-Link
) zitiert, der feststellte, dass diese neuen Gemeinschaften Netzwerke aus Beziehungen sind, welche Unterstützung, Informationen, ein Zusammengehörigkeitsgefühl und soziale Identifizierung zur Verfügung stellen. Zusammen mit der vorherigen postmodernen Definition von Identität unterstützt Prof. Metzner-Szigeth die These der vernetzten Individualisierung von M. Castells, deren Auslebung sich nicht mehr nur im Internet findet, sondern auch zunehmend offline zu einer alternativen Lebensweise wird. M.Castell: „Networked individualism is a social pattern, not a collection of isolated individuals. Rather, individuals build their networks, on-line and offline, on the basis of their interests, values, affinities, and projects. Because of the flexibility and communicating power of the Internet, on-line social interaction plays an increasing role in social organization as a whole. On-line networks, when they stabilize in their practice, may build communities, virtual communities, different from physical communities, but not necessarily less intense or less effective in binding and mobilizing. Furthermore, what we observe in our societies is the development of a communication hybrid that brings together physical place and cyber place […] to act as the material support of networked individualism“.
Abgesehen davon, dass die digitale Bohème, das Web 2.0 und etliche junge Menschen, welche mit dem Internet aufgewachsen sind schon längst ihre postmoderne Identität leben, die oben genannte kulturelle Neubewertung als Lebenssinn gebend vollzogen haben und sich in Netzwerken zu Hause fühlen, ist es schön, dass endlich ein Philosoph diese Thesen zu Papier gebracht hat.
Das Web 2.0 kann mit Hilfe der postmodernen Identität und der vernetzen Individualisierung gut als (Zeit-)Raum dieser Wandlung der Gesellschaft durch die neuen Medien verstanden werden, wobei sich deutlich zeigt, wie die Internetkultur zum Teil der „Wirk“lichkeit wird, indem es das Offline-Leben online bringt (Blogs, Social Networks) und Online-Handlungen offline mit Leben erfüllt werden (Bar-Camps, Konferenzen, digitale Bohéme). Jedenfalls ist es weder falsch zu sagen, dass wenn man online ist, man sich im Cyberspace befindet, noch dass man einfach vor einem Rechner sitzt. Die richtige Antwort auf die Frage „Wo bin ich, wenn ich online bin“, ist: „Ich bewege mich im erweiterten Kulturraum einer sich zur Zeit neu erfindenden, hoch zivilisierten und komplexen Gesellschaft“.
Jetzt werden Sie bestimmt fragen, was diese Frage für einen Sinn hat und was an ihrer Antwort so interessant ist. Nun, es gibt Menschen, welche behaupten, dass wenn sie online sind, sie sich an einem ganz besonderen Ort aufhalten, nämlich im Cyberspace. Sie wissen schon: „Der Cyberspace – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2008...“
Prof. Andreas Metzner-Szigeth von der Universidad del País Vasco in San Sebastián untersucht in seinem lesenswerten Aufsatz „Von Cyber-Identitäten, virtuellen Gemeinschaften und vernetzter Individualisierung - sozial-psychologische Überlegungen“ (erschienen in der philosophischen Internetzeitschrift SicEtNon) die Bedeutung des Internets und Computer vermittelter Kommunikation anhand der oben genannten Vorstellung einer neuen Welt. Seine These ist, dass die neuen Medien „die Verhältnisse von "Virtualität und Realität" sowie von "Raum und Zeit" [...] in einem bisher unbekannten Ausmaß verfügbar und gestaltbar machen, sie auf eine komplexe Weise "umstricken"“, wodurch auch die aktuellen sozio-kulturellen und sozial-psychologischen Wandlungen unserer Zeit erklärbar sind. Hierzu untersucht er die schon im Titel seines Aufsatz genannten drei Aspekte der neuen Medien, Cyber-Identitäten, virtuelle Gemeinschaften und vernetze Individualisierung.
Zuvor jedoch räumt er mit einer Menge an Missverständnissen auf, welche von einigen Persönlichkeiten im Zusammenhang mit dem Cyberspace gemacht wurden, was den Text für Laien der Internetkultur so lesenswert macht. Weder ist der Computer eine „fortgeschrittene Schreibmaschine“ und das Internet ein „fortgeschrittener Telegraph“, noch ist der Computer eine Wunderwerk mit eigener Seele und das Internet eine von der Realität getrennte Matrix, in der fantastische Dinge passieren. Vielmehr ist der Computer ein Universal-Gerät, welches eine bisher unübliche Nutzung von alten Medien erlaubt und durch das Internet vor allem zu einem Kommunikationsinstrument wird, mit welchem im Internet (ein Kommunikations“raum“) auf unterschiedlicher Weise (mit verschiedenen Diensten) kommuniziert werden kann. Herr Prof. Metzner-Szigeth untersucht hierzu die Website, E-Mail, Foren, Chats und Online-Games. Unbeachtet lässt er alles, was mit dem Web 2.0 (Blogs, Social Communitys, Wikis) zu tun hat, was den Text für Internet-Profis vielleicht enttäuschend macht und den Autor als etwas antiquiert erscheinen lässt, denn das Web 2.0 wäre gerade für seine Themen äußerst interessant gewesen. Seine wenigen indirekten Verweise auf das kommende Mobile-Web und auf das dahin siechende Second Life können die fehlende Aktualität des Textes leider nicht ersetzen.
Dennoch ist interessant, was er zu Cyber-Identitäten zu sagen hat. Ausgehend davon, dass Imagination schon immer Teil des menschlichen Lebens war und jede Art von Kultur nur solange immateriell und virtuell ist, wie sie es nicht schafft in der „wirk“lichen Welt zu „wirken“, dürfen Handlungen im Internet als virtuell und damit als getrennt von der „realen Welt“ definiert werden. Die Welt der Imagination war für den Menschen schon immer ein Ort zum phantastischen Ausleben der eigenen Identität, nur dass heute die Möglichkeit dazu besteht, diese Imagination virtuell darzustellen. Da diese virtuellen Welten durchaus Einfluss auf die Wirklichkeit haben können, besteht zumindest die Möglichkeit, dass Handlungen im Internet zum Teil der realen Kultur werden, sozusagen „vergesellschaftet“ werden. Da es das Internet jedoch erlaubt, unterschiedliche Identitäten auszuleben, prägt es die postmoderne Definition von Identität als ein „Patchwork“ von verschieden Identitäten, welches die moderne Definition von Identität als das Existieren eines „wahre Wesens“ ersetzt. Somit ist auch die Frage erlaubt, ob das Ausleben der Identität in der virtuellen Welt nicht dem Konzept der „wahren“ Identität näher kommt, als eine bisher da gewesene Definition durch Tradition, Raum, Zeit und Kultur der „wirklichen“ Welt. Und ganz vorsichtig orakelt Prof. Metzner-Szigeth, dass die zunehmende Nutzung der neuen Medien sogar mit einem „Umschlagen, ein Formwandel, eine (kulturelle) Neubewertung [...] verbunden sein könnte, etwa in Form des für unverzichtbar Haltens dieser Identitäts-Anteile oder Expressionsformen“ und vielleicht sogar, dass es nötig sein wird, dieses zum „Konstituens des (weiter „zivilisierten“) Mensch-Seins zu erklären“.
Prof. Metzner-Szigeth weitere Untersuchungen zu virtuellen Gemeinschaften anhand einer Argumentation über den Traum von einer (besseren) virtuellen Parallel-Gesellschaft, den Tendenzen von Nutzern zur Flucht aus der Realität, dem Gesetz des Codes, der Anonymität, welche für die typische Unverbindlichkeit im Internet sorgt, führt zu der Einsicht, dass virtuelle Gemeinschaften keine Ähnlichkeit mit den klassischen Gemeinschaften der realen Welt haben und diese neue Form von Gemeinschaft anders definiert werden muss. Als aktuelle Definition von virtuellen Gemeinschaften wird B. Wellman aus Manuel Castells soziologischen Untersuchungen der „Internet-Galaxy“ (Amazon-Link
Abgesehen davon, dass die digitale Bohème, das Web 2.0 und etliche junge Menschen, welche mit dem Internet aufgewachsen sind schon längst ihre postmoderne Identität leben, die oben genannte kulturelle Neubewertung als Lebenssinn gebend vollzogen haben und sich in Netzwerken zu Hause fühlen, ist es schön, dass endlich ein Philosoph diese Thesen zu Papier gebracht hat.
Das Web 2.0 kann mit Hilfe der postmodernen Identität und der vernetzen Individualisierung gut als (Zeit-)Raum dieser Wandlung der Gesellschaft durch die neuen Medien verstanden werden, wobei sich deutlich zeigt, wie die Internetkultur zum Teil der „Wirk“lichkeit wird, indem es das Offline-Leben online bringt (Blogs, Social Networks) und Online-Handlungen offline mit Leben erfüllt werden (Bar-Camps, Konferenzen, digitale Bohéme). Jedenfalls ist es weder falsch zu sagen, dass wenn man online ist, man sich im Cyberspace befindet, noch dass man einfach vor einem Rechner sitzt. Die richtige Antwort auf die Frage „Wo bin ich, wenn ich online bin“, ist: „Ich bewege mich im erweiterten Kulturraum einer sich zur Zeit neu erfindenden, hoch zivilisierten und komplexen Gesellschaft“.

http://www.brock.uni-wuppertal.de/cgi-bin/echo.pl?vorlage=v_white_32&druck=Kommunikation
und Niklas Luhmann: Soziale Systeme, Ffm. 1987 erinnern, sowie an Bazon Brock und Stefan Asmus
http://www.brock.uni-wuppertal.de/Vademecum/
die eine philosophisches Internetlexikon mit dem Schwerpunkt Kommunikation ins Netz gestellt haben. Übrigens eine webtechnisch sehr interessante Arbeit, da sie ein animiertes Java Applet zur Hypertext- Navigation durch die betitelten Themen enthält, was ich bisher noch nirgends gesehen habe.
Ebenso wäre Herbert Marshall McLuhan, der wohl bekannteste Medienphilosoph zu erwähnen. "The medium is the message" Die "Gutenberg-Galaxis" wird von der "Marconi-Galaxis" abgelöst (1962).
Das Internet hat die Kommunikation und damit die Konsens-Herstellung wesentlich forciert. Jeder einzelne kann weltweit fast ohne Kosten daranteil nehmen und eigene Beiträge zur Diskussion stellen. Die Suchmaschinen definieren dann letzten Endes mehr oder weniger von selbst, das heißt auf Grund von Algorithmen, die nur das Benutzerverhalten auswerten, ob ein Beitrag zum Konsens wird oder nicht. Die neueren Techniken, insbesondere der RSS Feed ermöglichen es praktisch jedermann, kostenlos zum Autor zu werden und seine Werke der ganzen Welt nicht nur fast zum Nulltarif, sondern auch ohne die geringste Verzögerung zur Kenntnis zu bringen. Ja noch mehr, RSS liefert zugleich die kostenlose "Sofort-Werbung" für die Veröffentlichung. Bei YouTube(TM) wird der Autor sogar zum Filmgestalter. Hier wird das "virtuelle Paradies" und die unverhüllte Selbstdarstellung schon zumindest zur optischen Wirklichkeit. Das ursprünglich von Netscape entwickelte RSS-Format hat eine bewegte Vergangenheit. Je nach Auslegung und Version steht das Kürzel für "Really Simple Syndication", "RDF Site Summary" oder "Rich Site Summary". Einen Aufschwung erlebte das Format mit Aufkommen von Blogs, gepaart mit speziellen RSS-Readern, die es so erlauben, eine Vielzahl von Nachrichtenquellen stets aktuell zu verfolgen. Das relativ einfache Format ist aber flexibler und auch zu anderen Zwecken einsetzbar, beispielsweise als Grundlage für Podcasting (I-Pod-Broadcasting).
Dazu kommt noch die Technik des "Trackback", mit der man nicht nur die eigenen Web-Dokumente gestalten kann, sondern sogar auf einer fremden Website (nicht zu verwechseln mit Webseite) seine eigenen Informationen und Links platzieren kann. Es ist etwas anderes, als selbst einen fremden Link auf die EIGENE Site zu setzen: Beim Trackback setzt man mittels eines "Ping" einen Link zu seiner eigenen Site auf die Site eines ANDEREN!!!
Allerdings lauert auch hier der Teufel in Gestalt des berüchtigten "Spam", der diese wohlgemeinte Technik zum "bösen" missbraucht und damit teilweise (in Form von Spamblock-Maßnahmen) schon wieder zerstört hat.
Abschließend noch ein Link auf meinen eigenen, sehr bescheidenen Essay aus
dem Jahr 2001: Das virtuelle Paradies
http://www.wbaudisch.de/Paradise.htm
-Bearbeitet von admin am 27.01.08. Umbrüche entfernt.
erst einmal vielen Dank für die tollen Links. Die Navigation des Internetlexikons ist wirklich super. Ich habe so etwas bisher nur auf einer Sprach-Lern-Plattform gesehen:
http://www.visualthesaurus.com
Es ist zu hoffen, dass mit dieser Art dargestellten Tags das Navigieren im Netz eines Tages überschaubarer wird.
Auch danke ich für den Beitrag über aktuelle Webtechniken, welche in der Tat zum Großteil dafür verantwortlich sind, dass das Web heute so ist wie es ist. Die Eigenschaft der Konsensherstellung ist jedoch nur eine der vielen Seiten dieser Techniken. Das Gegenteil ist deren Eigenschaft durch Konsens Information und Informationsgruppen zu trennen. So kann es vorkommen, dass ein User im Netz nur Seiten besucht, welche sie/ihn bestätigen, jedoch nie kritisieren. Durch die Fülle des Internet-Angebots kann es einem dann durchaus wie ein virtuelles Paradise vorkommen.
Doch wie man Anhand Ihren Essays sehen kann, ist die Beeinflussung zwischen Mensch und Technik/Internet keine Einbahnstraße. Der surfende Mensch bringt seine Kultur mit in diesen Kulturraum und prägt entscheidend die Inhalte. Eine Eigenschaft, welche das Internet so menschlich macht. Es zeugt aber auch von der noch existierenden Unkontrollierbarkeit und dem Netz eigenen Anarchismus, denn wäre das Internet kontrollierbar, würde es schon längst wieder nur als Einbahnstasse genutzt, nämlich um den Menschen eine von der Wirtschaft bestimmten Kultur mit samt seinen Bedürfnissen zu verkaufen. Nicht das dies heute nicht geschehen würde, doch sorgt das Internet für einen Rückkanal, welcher für immer neue Wirtschaftszweige und Angebote sorgt. Wäre das Internet kontrolliert, dann wäre es somit eher hemmend für den wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt.