Ich bin leider gerade sehr stark mit Arbeit eingedeckt und komme deswegen in letzter Zeit nicht dazu, hier neue Artikel einzustellen. In diesem Fall aber genügt ein kleiner Hinweis und jeder kann sich selbst ein Bild von den lächerlichen Versuchen, Wissenschaft zu diskreditieren, machen. Über Florians Blog bin ich auf eine Kreationismus-Kampagne gestoßen, die in nächster Zeit in Anlehung an Luthers Thesen mit merkwürdigen Veröffentlichungen und Aktionen Stimmung gegen Evolution in Kosmologie und Biologie machen möchte.
Ach ja, nur so am Rande: ich bin weder ein naiv-reduktionistischer Materialist noch ein Kirchen-/Religionshasser (man mag es kaum glauben, ich habe sogar kath. Theologie als Nebenfach studiert)… Aber solch fundamentalistische Positionen sind einfach nicht hinnehmbar.

Natürlich tauchen darin auch so alte Freunde wie »irreduzible Komplexität« (Schwachsinn!) und die Leugnung fossiler Funde von Übergangsformen auf (dies verschuldet die falsche Vorstellung der Kreationisten, es müsse Übergänge zwischen den heute existierenden Lebensformen geben; daher auch die Forderung nach »Crocoducks« und »Fronkeys«).So etwas kann man einfach nicht mehr ernst nehmen. Allen Zweiflern seien die folgenden Bücher empfohlen:
Coyne, Jerry A.: Why Evolution is True; Oxford: Oxford University Press 2009; ISBN 978-0-19-923084-6
Dawkins, Richard: The Greatest Show on Earth. The Evidence for Evolution; New York, London, Toronto, Sydney: Free Press 2009; ISBN 978-1-4165-9478-9
Kitcher, Philip: Living with Darwin. Evolution, Design, and the Future of Faith; Oxford: Oxford University Press 2007; ISBN 978-0-19-531444-1.
„Zwingende Widerlegungen“, die gegen jede Art der Immunisierungsstrategie und entschärfenden Ad-hoc-Hypothesen gefeit, gibt es nicht. Das führt auch dazu, dass es – wie schon Russell gezeigt hat – keine Möglichkeit gibt, logisch zwingend die Annahme zu widerlegen, dass die Welt erst vor fünf Minuten entstanden sei – genau in dem Zustand, wie sie vor fünf Minuten war: mit all den Menschen und ihren Erinnerungen und mit all den naturwissenschaftlich zugänglichen Charakterisierungen. Ein gefundenes Fressen für Kreationisten… Doch aus der logischen Unmöglichkeit der Widerlegung einer Behauptung folgt noch lange kein plausibler Grund (geschweige denn ein logischer Zwang), sie für wahr zu erachten. In den letzten Jahrtausenden hat der Mensch im Streben um intersubjektive Objektivierbarkeit nicht umsonst gewisse Rationalitätskriterien und Plausibilitätsannahmen entwickelt – und hinter diese sollte man zu Beginn des 21. Jahrhunderts doch bitte nicht zurückfallen.