Der erste Blog von mir hier entsteht unter dem Eindruck der etwas zu enthusiastischen Meldung: Quantenphysiker behaupten: "Es gibt ein Jenseits"
http://www.readers-edition.de/2008/04/08/quantenphysiker-behaupten-es-gibt-ein-jenseits/
Wir finden nun im Internet zwar bereits eine Vielzahl von Diskussionen und Rezensionen in den verschiedensten Bereichen (Blogs, Foren etc. – z.B. http://hpd.de/node/4456 , http://kritischgedacht.wordpress.com/2008/04/19/jenseitige-quantenphsiker/), doch eine weitere Beschäftigung mit diesem Thema scheint auf Grund des großen Diskussionsinteresses durchaus angebracht. Aus diesem Grund findet im Folgenden eine erneute Beschäftigung mit dem die Debatte auslösenden Artikel statt.
Zuallererst - und vor jeder konkret inhaltlichen Auseinandersetzung - finden wir hier einmal mehr das Phänomen, dass der Eindruck erweckt wird, DIE Quantenphysiker hätten eine bestimmte Entdeckung gemacht und innerhalb DER Quantenphysik gäbe es keine divergierenden Positionen. In dem vorliegen Fall geht es um eine (verschwindend) kleine Gruppe von Wissenschaftlern, die zum Teil nicht einmal ausgewiesene Quantenphysiker sind. Eine solche Art der Berichterstattung (das betrifft ja nun nicht nur den verlinkten Artikel, sondern weite Teile der Informationslandschaft) ist ärgerlich und sogar unredlich. Es geschieht in den seltensten Fällen, dass es DIE scientific community gibt, die sich bezüglich einer bestimmten Position einig ist.
Nähern wir uns nun dem Inhalt der Meldung. Die Kernaussage des Artikels ist, „dass es eine physikalisch beschreibbare Seele gibt, die im "Jenseits" weiter existiert." Nun gut, wollen wir der Sache auf den Grund gehen. Als Fundament der „revolutionären These" wird auf die aus der Quantenmechanik bekannte Verschränkung verwiesen. Hierbei wird der Eindruck erweckt, seit Einsteins „Spuk"-Vorwurf an die Quantenmechanik hätte sich bis Zeilinger nichts getan. Vermutlich, um die vermeintliche Neuartigkeit solcher Quantenphänomene bzw. ihrer wissenschaftlichen Untersuchung zu unterstreichen, wird allen voran das bereits 1935 (zunächst als Gedankenexperiment gedachte und später empirisch geprüfte) angestoßene EPR (Einstein-Podolsky-Rosen)-Experiment verschwiegen, das schließlich die Nichtlokalität und damit verschränkte Zustände von Teilchen (Superposition) beweisen sollte (vgl. z.B. die Bell'sche Ungleichung 1964 und die Arbeiten von Alain Aspect in den frühen 80er Jahren).
Als kleiner Exkurs soll an dieser Stelle für diejenigen, die mit Begriffen wie „Verschränkung" oder „Superposition" in Bezug auf die Quantenwelt nichts anfangen können, eine kurze Erläuterung stattfinden: die Superposition bedeutet eine Überlagerung von zwei an sich verschiedenen Quantenzuständen, die nun nicht mehr als getrennt voneinander betrachtet werden können/dürfen, sondern einen einzigen Gesamtzustand bilden. Die beiden Einzelzustände existieren nun beide gleichermaßen „gleichzeitig" – und zwar so lange, bis diese Überlagerung gestört wird. In der klassischen Interpretation der Quantenmechanik geschieht eine solche Störung beispielsweise durch einen Messprozess. Eine bildliche Darstellung dieses Phänomens liefert das als „Schrödingers Katze" bekannt gewordene Gedankenexperiment, bei dem nicht entschieden werden kann, ob eine Katze in einem präparierten Experiment lebendig oder tot ist – diese Nicht-Entscheidbarkeit ist von einer grundlegenden Natur und objektiv und bezieht sich nicht auf ein subjektives Nicht-Wissen: die Katze ist gewissermaßen sowohl lebendig als auch tot. Die Verschränkung bezieht sich auf Quantensysteme, die sich an verschiedenen Orten befinden. Verschränkte Teilchen können nicht isoliert betrachtet werden und „verhalten" sich abhängig von dem/den anderen verschränkten Teilchen. Die Entfernung zwischen ihnen ist primär irrelevant. In einer Metapher können wir zur Erklärung dieses für den „normalen“ Menschen merkwürdig anmutenden Phänomens von zwei verheirateten (dies „entspricht“ hier dem Verschränktsein) Menschen sprechen, die sich zum Beispiel getrennt in Berlin und München aufhalten. Wenn wir von einer traditionellen Form der Ehe ausgehen und es bei den Eheleuten mit Mann und Frau zu tun haben, genügt ein Blick auf einen der beiden, um eine gültige Aussage über den „Zustand“ beider Ehepartner zu treffen. Während man in der Zeit der Überlagerung keine definitive Aussage über den jeweiligen Zustand tätigen kann, entscheidet sich im Moment der Beobachtung, „wer“ von beiden „wo“ und „was“ ist: sehen wir bei der Beobachtung (dem Messprozess) in Berlin den Mann, wissen wir – und „entscheidet“ sich – augenblicklich, dass in München die Frau ist. Ein solches Verhalten (u.a.) der „Fernwirkung“ hatte Einstein in seiner Ablehnung der Ergebnisse aus der Quantenphysik als „Spuk“ abgekanzelt.
Kehren wir nun zum Artikel zurück: die Verschränkung und gegenseitige Beeinflussung der Teilchen wird nun leichtfertig mit einem „übernatürlichen Phänomen" in (potentielle) Verbindung gebracht. Als Indiz dafür wird auf eine vermeintliche Verletzung des (aus der Speziellen Relativitätstheorie stammenden) Postulats der Beschränkung der Informationsübertragung auf Lichtgeschwindigkeit hingewiesen. Der Artikel suggeriert, es handele sich – wie im Übrigen einst von Newton in seiner Mechanik proklamiert – um eine instantane Kraftübertragung. Dem ist beileibe nicht so, sofern man von einem – quasi über den „Raum" gehenden – verschränkten Gesamtzustand ausgeht. Somit ist der Gedanke einer zeitabhängigen Informationsübertragung im Sinne einer physikalischen Wechselwirkung obsolet und es findet keine Verletzung der Grenzgeschwindigkeit c für Übertragungen statt.
Von den erwähnten Quantenphänomenen kommend, ergießt sich der Artikel abschließend relativ zusammenhanglos in (angeblich plausiblen) Gründen, diese Quantenphänomene nicht als auf die Quantenebene beschränkt zu sehen, um damit das „Jenseits" wissenschaftlich greifbar zu machen. Eine detaillierte Analyse dieser „Argumente" ist in dem Zusammenhang wenig gewinnbringend, da im Großen und Ganzen keine (momentan) falsifizierbaren Aussagen getroffen werden – mindestens genauso wenig kann jedoch von deren Verifizierbarkeit gesprochen werden. Während auf Dürr noch kurz einzugehen sein wird, genügen den Aussagen Hellwegs ein einziger Satz. Seine (vom Inhalt her theoretisch möglichen – theoretisch möglich ist allerdings viel) Positionen entbehren in diesem Zusammenhang jedem Erklärungsmuster und jeder Erklärung.
Mit dem Verweis auf Dürr und seinen „Quantencode" kommt man tatsächlich auf einen sehr spannenden und interessanten Fragenkomplex zu sprechen – ohne jedoch der Suche nach dem Jenseits wirklich weiterzuhelfen. Ist es – wie eben kurz angerissen – tatsächlich möglich, dass uns die aus der Quantenphysik bekannten Phänomene wie Verschränkung und Superposition auch in der makroskopischen Welt begegnen? Es gibt in der Tat keine abschließende Erklärung, weshalb wir es in unserem Alltag mit dem Phänomen der Dekohärenz zu tun haben – oder anders und salopp ausgedrückt: weshalb die Quantenphänomene in der Quantenwelt bleiben und nicht in unserem Alltag beobachtet werden. Neben quantenmechanischen Messprozessen, die eine Störung der Kohärenz bewirken, geht man heute allgemein von äußeren Einflüssen aus, die für die Dekohärenz verantwortlich sind. Interessante Forschungen in diese Richtung liefert im Moment unter anderem Prof. Schnabel vom Institut für Gravitationsphysik der Universität Hannover, der die Verschränkung zweier Spiegel anstrebt (vgl. hierzu z.B. http://www.spektrum.de/artikel/956873).
Ich stelle fest: der Suche nach dem Jenseits dient dieser Artikel nicht, die Korrelation von Quantenphysik und Jenseits ist nicht zu erkennen. Ich möchte dabei betonen, dass sich die – gelinde ausgedrückt – zurückhaltende Meinung hinsichtlich eines diesbezüglichen Erkenntnisgewinns ausdrücklich auf den Artikel bezieht, und nicht etwa die zugrunde liegenden Arbeiten der (erwähnten) Forscher im Einzelnen. Ein solcher Artikel ist stets selektiv und kann keinen umfassenden Einblick in die jeweiligen Forschungen bieten. Ähnliches gilt auch für den Verfasser des Artikels – meine Kritik bezieht sich nicht auf ihn, sondern den Artikel als solchen. Über das hinter dem Artikel stehende Buch als Ganzes vermag ich ebenso nichts zu sagen – lediglich, dass der Artikel einen Kauf nicht gerade als lohnend anpreist.
Es drängt sich in dem Zusammenhang die grundlegende Frage auf, inwieweit das Streben, sich dem Jenseits naturwissenschaftlich zu nähern, sinnvoll ist. Auf den ersten Blick scheint auch auf das Jenseits die erkenntnistheoretische Position Kants zuzutreffen, wonach wir es bei nicht der „sinnlichen“ Erfahrung zugänglichen „Umständen“ nur mehr mit Spekulation zu tun haben (wobei DAS Jenseits – als Ding – als solches uns ja sowieso verschlossen wäre). Doch ist es – und das versucht Froböse ja zu zeigen – womöglich nicht der Fall, dass wir eben doch sinnlich (und damit naturwissenschaftlich-empirisch) gewonnene Erkenntnisse über das Jenseits, zumindest über dessen Existenz, erlangen können (je nach Definition dürfte man über das "Jenseits" eigentlich gar nichts aus dem "Diesseits" erkennen können)? Diese Frage wird in Zukunft zu klären sein, ob die Quantenphysik dabei eine Hilfe sein kann, ist allerdings im Moment mehr als fraglich. Unabhängig von diesem konkreten Fall ist es angebracht, das forschungsintentionale Konglomerat aus Naturwissenschaft, Seele, Jenseits und damit „Religion“ (und Theologie) im Allgemeinen näher zu beleuchten. Dies wird zu gegebener Zeit an dieser Stelle stattfinden.
http://www.readers-edition.de/2008/04/08/quantenphysiker-behaupten-es-gibt-ein-jenseits/
Wir finden nun im Internet zwar bereits eine Vielzahl von Diskussionen und Rezensionen in den verschiedensten Bereichen (Blogs, Foren etc. – z.B. http://hpd.de/node/4456 , http://kritischgedacht.wordpress.com/2008/04/19/jenseitige-quantenphsiker/), doch eine weitere Beschäftigung mit diesem Thema scheint auf Grund des großen Diskussionsinteresses durchaus angebracht. Aus diesem Grund findet im Folgenden eine erneute Beschäftigung mit dem die Debatte auslösenden Artikel statt.
Zuallererst - und vor jeder konkret inhaltlichen Auseinandersetzung - finden wir hier einmal mehr das Phänomen, dass der Eindruck erweckt wird, DIE Quantenphysiker hätten eine bestimmte Entdeckung gemacht und innerhalb DER Quantenphysik gäbe es keine divergierenden Positionen. In dem vorliegen Fall geht es um eine (verschwindend) kleine Gruppe von Wissenschaftlern, die zum Teil nicht einmal ausgewiesene Quantenphysiker sind. Eine solche Art der Berichterstattung (das betrifft ja nun nicht nur den verlinkten Artikel, sondern weite Teile der Informationslandschaft) ist ärgerlich und sogar unredlich. Es geschieht in den seltensten Fällen, dass es DIE scientific community gibt, die sich bezüglich einer bestimmten Position einig ist.
Nähern wir uns nun dem Inhalt der Meldung. Die Kernaussage des Artikels ist, „dass es eine physikalisch beschreibbare Seele gibt, die im "Jenseits" weiter existiert." Nun gut, wollen wir der Sache auf den Grund gehen. Als Fundament der „revolutionären These" wird auf die aus der Quantenmechanik bekannte Verschränkung verwiesen. Hierbei wird der Eindruck erweckt, seit Einsteins „Spuk"-Vorwurf an die Quantenmechanik hätte sich bis Zeilinger nichts getan. Vermutlich, um die vermeintliche Neuartigkeit solcher Quantenphänomene bzw. ihrer wissenschaftlichen Untersuchung zu unterstreichen, wird allen voran das bereits 1935 (zunächst als Gedankenexperiment gedachte und später empirisch geprüfte) angestoßene EPR (Einstein-Podolsky-Rosen)-Experiment verschwiegen, das schließlich die Nichtlokalität und damit verschränkte Zustände von Teilchen (Superposition) beweisen sollte (vgl. z.B. die Bell'sche Ungleichung 1964 und die Arbeiten von Alain Aspect in den frühen 80er Jahren).
Als kleiner Exkurs soll an dieser Stelle für diejenigen, die mit Begriffen wie „Verschränkung" oder „Superposition" in Bezug auf die Quantenwelt nichts anfangen können, eine kurze Erläuterung stattfinden: die Superposition bedeutet eine Überlagerung von zwei an sich verschiedenen Quantenzuständen, die nun nicht mehr als getrennt voneinander betrachtet werden können/dürfen, sondern einen einzigen Gesamtzustand bilden. Die beiden Einzelzustände existieren nun beide gleichermaßen „gleichzeitig" – und zwar so lange, bis diese Überlagerung gestört wird. In der klassischen Interpretation der Quantenmechanik geschieht eine solche Störung beispielsweise durch einen Messprozess. Eine bildliche Darstellung dieses Phänomens liefert das als „Schrödingers Katze" bekannt gewordene Gedankenexperiment, bei dem nicht entschieden werden kann, ob eine Katze in einem präparierten Experiment lebendig oder tot ist – diese Nicht-Entscheidbarkeit ist von einer grundlegenden Natur und objektiv und bezieht sich nicht auf ein subjektives Nicht-Wissen: die Katze ist gewissermaßen sowohl lebendig als auch tot. Die Verschränkung bezieht sich auf Quantensysteme, die sich an verschiedenen Orten befinden. Verschränkte Teilchen können nicht isoliert betrachtet werden und „verhalten" sich abhängig von dem/den anderen verschränkten Teilchen. Die Entfernung zwischen ihnen ist primär irrelevant. In einer Metapher können wir zur Erklärung dieses für den „normalen“ Menschen merkwürdig anmutenden Phänomens von zwei verheirateten (dies „entspricht“ hier dem Verschränktsein) Menschen sprechen, die sich zum Beispiel getrennt in Berlin und München aufhalten. Wenn wir von einer traditionellen Form der Ehe ausgehen und es bei den Eheleuten mit Mann und Frau zu tun haben, genügt ein Blick auf einen der beiden, um eine gültige Aussage über den „Zustand“ beider Ehepartner zu treffen. Während man in der Zeit der Überlagerung keine definitive Aussage über den jeweiligen Zustand tätigen kann, entscheidet sich im Moment der Beobachtung, „wer“ von beiden „wo“ und „was“ ist: sehen wir bei der Beobachtung (dem Messprozess) in Berlin den Mann, wissen wir – und „entscheidet“ sich – augenblicklich, dass in München die Frau ist. Ein solches Verhalten (u.a.) der „Fernwirkung“ hatte Einstein in seiner Ablehnung der Ergebnisse aus der Quantenphysik als „Spuk“ abgekanzelt.
Kehren wir nun zum Artikel zurück: die Verschränkung und gegenseitige Beeinflussung der Teilchen wird nun leichtfertig mit einem „übernatürlichen Phänomen" in (potentielle) Verbindung gebracht. Als Indiz dafür wird auf eine vermeintliche Verletzung des (aus der Speziellen Relativitätstheorie stammenden) Postulats der Beschränkung der Informationsübertragung auf Lichtgeschwindigkeit hingewiesen. Der Artikel suggeriert, es handele sich – wie im Übrigen einst von Newton in seiner Mechanik proklamiert – um eine instantane Kraftübertragung. Dem ist beileibe nicht so, sofern man von einem – quasi über den „Raum" gehenden – verschränkten Gesamtzustand ausgeht. Somit ist der Gedanke einer zeitabhängigen Informationsübertragung im Sinne einer physikalischen Wechselwirkung obsolet und es findet keine Verletzung der Grenzgeschwindigkeit c für Übertragungen statt.
Von den erwähnten Quantenphänomenen kommend, ergießt sich der Artikel abschließend relativ zusammenhanglos in (angeblich plausiblen) Gründen, diese Quantenphänomene nicht als auf die Quantenebene beschränkt zu sehen, um damit das „Jenseits" wissenschaftlich greifbar zu machen. Eine detaillierte Analyse dieser „Argumente" ist in dem Zusammenhang wenig gewinnbringend, da im Großen und Ganzen keine (momentan) falsifizierbaren Aussagen getroffen werden – mindestens genauso wenig kann jedoch von deren Verifizierbarkeit gesprochen werden. Während auf Dürr noch kurz einzugehen sein wird, genügen den Aussagen Hellwegs ein einziger Satz. Seine (vom Inhalt her theoretisch möglichen – theoretisch möglich ist allerdings viel) Positionen entbehren in diesem Zusammenhang jedem Erklärungsmuster und jeder Erklärung.
Mit dem Verweis auf Dürr und seinen „Quantencode" kommt man tatsächlich auf einen sehr spannenden und interessanten Fragenkomplex zu sprechen – ohne jedoch der Suche nach dem Jenseits wirklich weiterzuhelfen. Ist es – wie eben kurz angerissen – tatsächlich möglich, dass uns die aus der Quantenphysik bekannten Phänomene wie Verschränkung und Superposition auch in der makroskopischen Welt begegnen? Es gibt in der Tat keine abschließende Erklärung, weshalb wir es in unserem Alltag mit dem Phänomen der Dekohärenz zu tun haben – oder anders und salopp ausgedrückt: weshalb die Quantenphänomene in der Quantenwelt bleiben und nicht in unserem Alltag beobachtet werden. Neben quantenmechanischen Messprozessen, die eine Störung der Kohärenz bewirken, geht man heute allgemein von äußeren Einflüssen aus, die für die Dekohärenz verantwortlich sind. Interessante Forschungen in diese Richtung liefert im Moment unter anderem Prof. Schnabel vom Institut für Gravitationsphysik der Universität Hannover, der die Verschränkung zweier Spiegel anstrebt (vgl. hierzu z.B. http://www.spektrum.de/artikel/956873).
Ich stelle fest: der Suche nach dem Jenseits dient dieser Artikel nicht, die Korrelation von Quantenphysik und Jenseits ist nicht zu erkennen. Ich möchte dabei betonen, dass sich die – gelinde ausgedrückt – zurückhaltende Meinung hinsichtlich eines diesbezüglichen Erkenntnisgewinns ausdrücklich auf den Artikel bezieht, und nicht etwa die zugrunde liegenden Arbeiten der (erwähnten) Forscher im Einzelnen. Ein solcher Artikel ist stets selektiv und kann keinen umfassenden Einblick in die jeweiligen Forschungen bieten. Ähnliches gilt auch für den Verfasser des Artikels – meine Kritik bezieht sich nicht auf ihn, sondern den Artikel als solchen. Über das hinter dem Artikel stehende Buch als Ganzes vermag ich ebenso nichts zu sagen – lediglich, dass der Artikel einen Kauf nicht gerade als lohnend anpreist.
Es drängt sich in dem Zusammenhang die grundlegende Frage auf, inwieweit das Streben, sich dem Jenseits naturwissenschaftlich zu nähern, sinnvoll ist. Auf den ersten Blick scheint auch auf das Jenseits die erkenntnistheoretische Position Kants zuzutreffen, wonach wir es bei nicht der „sinnlichen“ Erfahrung zugänglichen „Umständen“ nur mehr mit Spekulation zu tun haben (wobei DAS Jenseits – als Ding – als solches uns ja sowieso verschlossen wäre). Doch ist es – und das versucht Froböse ja zu zeigen – womöglich nicht der Fall, dass wir eben doch sinnlich (und damit naturwissenschaftlich-empirisch) gewonnene Erkenntnisse über das Jenseits, zumindest über dessen Existenz, erlangen können (je nach Definition dürfte man über das "Jenseits" eigentlich gar nichts aus dem "Diesseits" erkennen können)? Diese Frage wird in Zukunft zu klären sein, ob die Quantenphysik dabei eine Hilfe sein kann, ist allerdings im Moment mehr als fraglich. Unabhängig von diesem konkreten Fall ist es angebracht, das forschungsintentionale Konglomerat aus Naturwissenschaft, Seele, Jenseits und damit „Religion“ (und Theologie) im Allgemeinen näher zu beleuchten. Dies wird zu gegebener Zeit an dieser Stelle stattfinden.

Es grüßt Hilli