Nach längerer Zeit der Schreib-Abstinenz komme ich mit einer Literaturempfehlung zurück. Und zwar möchte ich an dieser Stelle – natürlich ganz uneigennützig – Werbung für mein neues Buch machen ;-) Es ist beim Akademischen Verlag München (Meidenbauer) erschienen, bei dem ich mich auch für die sehr gute und unkomplizierte Zusammenarbeit bedanke (ich kann ihn nur weiterempfehlen):
Ich bin nun mal so frei und stelle hier den offiziellen Infotext ein:
Das Buch bietet einen wissenschaftsphilosophischen Einblick in das Werk Galileo Galileis (1564 – 1642). Mit der Schwerpunktsetzung auf die Kosmologie und Astronomie sind die galileischen Leistungen dabei eingebettet in die Wissenschaftsgeschichte, angefangen bei den alten Griechen bis hin zur Kosmologie des 21. Jahrhunderts. Neben den naturwissenschaftlichen Aspekten liegt auch ein wesentliches Augenmerk auf den Konsequenzen, die Galilei aus seinen Forschungen für sein Weltbild gezogen hatte. Die Gründe für Galileis Eintreten für das Kopernikanische System kommen dabei ebenso zur Sprache wie Entstehung und Ablauf des Inquisitionsprozesses gegen ihn. Das Buch liefert somit vor dem Hintergrund des Wirkens Galileis – und dabei insbesondere vor seiner selten betrachteten Kosmologie – sowohl einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der neuzeitlichen Kosmologie als auch eine Analyse der noch heute nachwirkenden Auseinandersetzungen zwischen Galilei und der Kirche.
Um das ganze ein wenig zu präzisieren, gebe ich noch gern schlagwortartig einen kurzen Überblick über den Inhalt der einzelnen Kapitel:
Im ersten Teil des Buches geht es zum Zwecke der Einordnung der galileischen Leistungen in den entsprechenden wissenschaftshistorischen und –philosophischen Kontext um den allgemeinen Wandel kosmologischer Weltmodelle. Dabei wird mit der Kosmologie am Anfang des 21. Jahrhunderts begonnen, um mit dem heutigen Stand der Forschung im Hinterkopf die historischen Positionen bezüglich ihrer Aktualität beurteilen zu können. Die wesentlichen Aspekte hierbei sind die Allgemeine Relativitätstheorie als Grundlage der modernen Kosmologie, das Kosmologische Prinzip und das kosmologische Standardmodell. Anschließend wird ein Blick auf die Anfänge der Kosmologie in der griechischen Antike geworfen. Schlagworte hier sind die vorsokratischen Naturphilosophen, das eudoxische Sphärenmodell, Platon und Aristoteles sowie das ptolemäische Weltbild. Als Abschluss des ersten Teils findet als chronologische Hinführung zu Galilei eine Beschäftigung mit der Kosmologie im Mittelalter statt.
Der zweite Teil des Buches dreht sich um Galilei und die Auflösung des antik-mittelalterlichen Kosmos. Als entscheidender Schritt dabei wird die Auflösung der Fixsternsphäre als ein Schritt in Richtung Unendlichkeit gesehen. Neben Galilei selbst liegt in diesem speziellen Fall das Augenmerk auch auf Cusanus, Digges und Bruno. Als nächstes folgt eine kurze Darlegung der Entwicklung des heliozentrischen Systems mit dem Schwerpunkt auf Kopernikus, Brahe und natürlich Galilei. Als wesentlicher und elementarer Punkt für die Zerstörung des antiken Weltbildes wird darüber hinaus auch die Astronomie Galileis gesehen, weswegen eine eingehende Beschäftigung mit diesem Themenbereich (Teleskop, Mond, Planeten und Sterne) folgt. Anschließend wird die Entwicklungslinie der „neuen“ Erd- und Himmelsphysik von Galilei und Kepler zu Newton aufgezeigt.
Der dritte Teil des Buches handelt von der Rolle Galileis als (vermeintlichem?) Märtyrer der modernen Wissenschaft. Das Verhältnis Galilei-Kirche wird näher beleuchtet, indem die Entwicklung von den ersten Konflikten über das Einschreiten der Inquisition bis hin zum Inquisitionsprozess beschrieben wird. Abschließend wird über Galileis Rehabilitation geschrieben, die neben der Bestätigung des Kopernikanischen Weltbildes auch eine Beschäftigung mit Johannes Paul II. nötig macht. Mit der Bearbeitung der Frage, wer in der Auseinandersetzung im „Recht“ war bzw. wer die „Schuld“ trägt, endet der Hauptteil.
Abschließend kann ich nur sagen: kaufen! ;-)
