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Warum ist 2 + 3 =5?

Die Antwort ergibt sich aus den Bedeutungen der verwendeten Symbole:

2 bedeutet die Summe, die sich ergibt, wenn ich einem bestimmten Ding ein weiteres Ding hinzufüge und dann die Dinge zähle. Füge ich noch ein Ding hinzu und zähle dann, ergibt sich die Summe 3.  2+3 bedeutet: Füge die Summe 3 zur Summe 2 hinzu. Es ergibt sich eine Summe, die entsteht, wenn ich zu 2 Dingen 3 Dinge hinzufüge und dann zähle. Das Symbol 5 bedeutet diese Summe. Also: 2+3=5.
Dass die Symbole 2,3, und 5 diese Bedeutungen haben, ist eine historische Zufälligkeit ebenso wie die Tatsache, dass diese Summen mit den Wörtern „zwei“, „drei“ und „fünf“ bezeichnet werden. Das mathematische Verhältnis der damit bezeichneten Summen zueinander ist dagegen logisch zwingend.

Warum ist der Abendstern nicht mit dem Morgenstern identisch?

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In der philosophischen Diskussion wird gelegentlich das Verhältnis des Abendsterns zum Morgenstern als Beispiel für Identität angeführt, Sowohl der Abend- als auch der Morgenstern seien ja mit dem Planeten Venus und daher auch mit einander identisch. Da kann aber etwas nicht stimmen, denn kaum jemand würde die am Abendhimmel erscheinende Venus als Morgenstern bezeichnen. Denkt man darüber nach, so ergibt sich: Es gibt den Planeten, der den Namen „Venus“ trägt. Dieser Planet hat die Eigenschaft, für uns Menschen häufig am Abenhimmel und am Morgenhimmel als auffällig heller Stern zu erscheinen. Die Erscheinung am Abendhimmel bezeichnen die Menschen als „Abendstern“ und die am Morgenhimmel als „Morgenstern“. Es handelt sich also um zwei Bezeichnungen von Erscheinungsweisen des Planeten Venus. Da es zwei unterschiedliche Erscheinungsweisen sind, sind sie nicht identisch.

In Anwendung auf das Leib-Seele-Problem, also das Problem, wie vor allem beim Menschen geistige und körperliche Vorgänge zusammenwirken, zeigt sich Folgendes:

Als Lösung für dieses Problem wird von einigen Philosophen angenommen, dass die geistigen Vorgänge mit den entsprechenden körperlichen Vorgängen identisch sind. Man benötigt dann keine Erklärung, wie die geistigen Vorgänge auf die körperlichen einwirken können, und umgekehrt. Ist nun beispielsweise ein Gedanke identisch mit den entspechenden neuronalen Vorgängen im Gehirn? Das ist genauso wenig der Fall, wie der Abendstern mit dem Morgenstern identisch ist! Die Rolle der Venus spielt nämlich der einheitliche geistig-körperliche Vorgang, der einerseits als Gedanke, andererseits als neuronaler Ablauf in Erscheinung tritt. Entscheidend ist, dass der Gedanke mit dem neuronalen Ablauf eine (wirkende) Einheit bildet. Sie als identisch zu bezeichnen, wäre falsch.

Was ist "Geist?

Bei den Fragen: Gibt es eine geistige Kausalität? Kann Geistiges auf materielle Vorgänge einwirken? und: Wie kam der Geist in unsere Welt? spielt der Begriff des Geistes eine maßgebliche Rolle. Ich möchte hierzu einige Überlegungen beitragen.

Wenn wir die Dinge und Vorgänge in unserer Welt betrachten und befragen, ob wir sie dem Begriff des Geistes zuordnen wollen, dann sollten wir zweckmäßigerweise davon ausgehen, was am sichersten zu dem Begriff, also zu seinem Kern, gehört. Ganz klar gehören dazu Bücher, nämlich ihr Inhalt, gleich, welcher Inhalt es ist. Eine Bibliothek ist daher eine Ansammlung einer Fülle von Geist. Musik ist Geist; das sind nicht nur Folgen von Schallwellen unterschiedlicher Frequenz. Werke der bildenden Kunst sind Geist. Geist ist auch unser Denken und Fühlen; das sind nicht nur neuronale Prozesse in unserem Gehirn. Was unser Gedächtnis gespeichert hat, ist - was sonst? - Geist. Da denkt man auch an das, was Computer gespeichert haben: Es ist ungeachtet der jeweiligen physikalischen Basis natürlich Geist. Dasselbe gilt für das, was auf CDs und DVDs gespeichert ist. Das erscheint eigentlich alles trivial und unproblematisch. Man muß sich das nur einmal klarmachen.

Was nehmen wir mit unseren Sinnen von unsere Umwelt auf? Nichts anderes als den geistigen Gehalt der jeweiligen Objekte.

Wenn wir etwas sehen, dann gelangen Lichtwellen in unsere Augen. Die Lichtwellen sind etwas Physikalisches; sie tragen aber das Bild des gesehenen Objekts, etwa eines Baums oder eines Gebäudes. Das Bild ist nicht der Baum selbst oder das Gebäude selbst, sondern etwas Geistiges. Das zwingt zu dem Schluss, dass solche Objekte nicht nur materiell, sondern auch geistig sind, und nur das Geistige an ihnen können wir aufnehmen. Wenn wir etwas hören, dann kann das etwa Musik sein oder es sind Sätze einer menschlichen Sprache, also der geistige Inhalt der aufgenommenen Schallwellen. Geistig sind aber auch Laute, die etwas Psychisches ausdrücken, wie zum Beispiel Laute des Erstaunens, der Bewunderung oder einer Schmerzempfindung. Vogelrufe können einen Inhalt haben und sind dann schon deshalb etwas Geistiges. Doch abgesehen davon vermitteln Vogellaute die Möglichkeit zu erkennen, dass sich hier Vögel ganz bestimmter Arten akustisch vernehmen lassen. Wenn ich eine Amsel singen höre, dann tragen die von mir empfangenen Schallwellen eben diese Information und ich erfasse dadurch eine geistige Eigenschaft des Amselgesanges. Aber auch ganz einfache und alltägliche Geräusche, denen man spontan überhaupt keinen geistigen Gehalt zuschreiben würde, vermitteln Informationen über das, was sich in der konkreten Umgebung ereignet, und haben damit auch einen geistigen Gehalt. Beispiele nenne ich nicht, weil sie zu primitiv wirken könnten. Die kann sich jeder, wenn er will, selber ausdenken. Und was hier über das Sehen und über das Hören gesagt wurde, das gilt ganz entsprechend für die Eindrücke des Geruchssinns, des Geschmackssinns und des Tastgefühls.

So gelange ich zu der doch einigermaßen überraschenden Erkenntnis, dass alle Eigenschaften der Dinge geistig sind, weil wir sie sonst nicht wahrnehmen könnten. Unser Bewusstsein enthält nur geistige Inhalte. Die Dinge der Außenwelt können dort nur insoweit aufgenommen werden, als sie geistig sind, nämlich vor allem ihre Form, ihre Struktur, ihre Funktion im Zusammenhang mit anderen Dingen, ihre intellektuelle oder künstlerische Qualität. Dabei gibt es Eigenschaften, die für die Dinge kennzeichnend sind, die ihr Wesen ausmachen, das, was sie sind. Zum Beispiel ist ein Ding ein Apfel, wenn es Fruchtfleisch und eine Schale hat, ein charakteristische Form aufweist (wobei es da einen größeren Spielraum gibt), genießbar ist und - auch innerhalb eines größeren Rahmens - einen spezifischen Geschmack hat. Wir erkennen die Dinge an solchen wesentlichen Eigenschaften. Wie die Form eines einzelnen Apfels ganz genau ist und ob die Schale vielleicht einige Flecken aufweist, spielt für seine Eigenschaft als Apfel keine Rolle. Das sind - um den philosophisch belasteten Begriff „sekundär“ zu vermeiden - nebensächliche Eigenschaften. Bemerkenswert ist auch, dass sich die Eigenart mancher Eigenschaften nur aus ihrem Bezug zu unserem, dem menschlichen Wahrnehmungsapparat ergibt und die man deshalb als relative Eigenschaften bezeichnen könnte. Wenn wir ein Ding als grün wahrnehmen, dann weil unser Wahrnehmungsapparat so beschaffen ist. Ein Lurch oder eine Fliege nimmt dasselbe Ding vielleicht als rot oder gelb wahr. Objektiv vorhanden sind nur die von dem Ding reflektierten Lichtwellen mit einer bestimmten Frequenzmischung (absolute Eigenschaft). Relative Eigenschaften sind auch Gerüche und Geschmäcke. Manche Sachen, die uns Menschen gar nicht schmecken, sind für andere Lebewesen Leckerbissen. Aber daran, dass auch relative Eigenschaften geistig sind, sollte man nicht zweifeln, denn sie haben mit der Aufnahmefähigkeit unseres Bewusstseins zu tun.

Dass Dinge und auch Vorgänge einen geistigen Gehalt haben, heißt auch, dass sie eine Bedeutung haben. Eine Schrift, die etwas ausdrückt, hat eine entsprechende Bedeutung. Werden Buchstaben wahllos und willkürlich auf einem Blatt Papier verstreut, dann haben die einzelnen Buchstaben eine Bedeutung, und das Papier mit den Buchstaben hat die Bedeutung: Papier mit willkürlich verstreuten Buchstaben. Ein Auto ist nicht nur eine Ansammlung von Materialien, sondern hat diie Bedeutung, ein Auto eines bestimmten Typs mit bestimmten Eigenschaften zu sein. Ein Proton, das von einem Elektron umkreist wird, hat die Bedeutung eines Wasserstoffatoms. Die DNS hat ihre Bedeutung als Codierung der Eigenschaften eines Lebewesens. Die Organe eines Lebewesens sind nicht nur Ansammlungen von Molekülen oder auch Zellen, sondern haben eine Bedeutung mit ihrer spezifischen Funktion als Herz, Leber und dergleichen. Die Funktion, die Dinge haben, sind das Geistige an ihnen.

Eine Bedeutung haben aber auch Dinge, die uns völlig ungeistig erscheinen, wie zum Beispiel ein Steinhaufen. Wir erkennen ihn als Steinhaufen und erfassen damit das Geistige an ihm, seine Bedeutung. Ich komme damit zu dem Ergebnis, dass alle Dinge in unserer Welt auch einen geistigen Gehalt haben und somit auch geistig sind.

Betrachten wir noch die Vorgänge in unserer Welt. Als geistig erscheinen uns vor allem menschliche Handlungen. Sie haben jeweils eine Bedeutung, sind das, was sie sind, durch ihren geistigen Gehalt. Wenn ich zum Beispiel meinen Arm hebe, kann das sein, weil ich einen Gegenstand ergreifen will, der auf einem Regal steht. Es kann aber auch sein, dass ich eine Bekannten grüßen, will, den ich auf der anderen Straßenseite erblicke, oder dass ich mich in einer Versammlung zu Wort melde. Was der jeweilige geistige Gehalt meiner Armbewegung ist, ergibt sich aus einem größeren Zusammenhang von Vorgängen und den jeweils gegebenen äußeren Umständen. Entsprechendes gilt für sprachliche Äußerungen (zum Beispiel „Ja“), deren Inhalt sich oft nur aus dem Kontext ergibt. Aber auch Tiere können handeln. Das was sie tun, hat vielfach einen Sinn und eine Bedeutung und ist schon von daher auch etwas Geistiges.

Darüber hinaus sind - und das ist wieder sehr überraschend - schlechthin alle Vorgänge, auch solche, an denen keine Lebewesen beteiligt sind, - (auch) geistig. Wir könnten sie sonst nicht wahrnehmen. Denn in unser Bewusstsein, ich wiederhole es, können wir nur Geistiges aufnehmen. So nehmen wir Naturereignisse wahr, erhalten davon Nachrichten oder unmittelbare Eindrücke und beurteilen sie unter Umständen als Sturm, Hochwasser, Hitzewelle, Mondfinsternis oder was auch immer.

Die gesamte Natur ist ( auch) geistig. Die Naturgesetze - selbst wenn man sie nicht als für alle Zeiten und Welten unumstößliche Gesetzmäßigkeiten begreift - beschreiben jedenfalls die in unserer Welt zu beobachtenden Regelmäßigkeiten der Naturabläufe, die sich meist auch in mathematischen Formeln ausdrücken lassen. Für viele dieser Gesetze dürfte es auch eine logische Notwendigkeit geben, zum Beispiel für die Gesetze der Mechanik. Von besonderer Bedeutung ist, dass bei der Entstehung des Lebens und der evolutiven Fortentwicklung der Lebewesen bis zum Menschen viele Erfindungen gemacht wurden, die uns einen überwältigenden Eindruck eines intelligenten Geschehens vermitteln (s. Hoimar von Dithfurth: Am Anfang war der Wasserstoff). Es ergaben sich dabei immer wieder Probleme für die weitere Entwicklung und die Erhaltung des Lebens auf Erden, die jeweils in einer Weise gelöst wurden, die man nur als intelligent bezeichnen kann. Auch insoweit gab es also Geist in unsere Welt schon lange, bevor wir Menschen erschienen sind.

Stellen wir uns nun die Frage, wie Geist im Laufe der Evolution des Kosmos und der Erde erscheinen konnte, dann lautet die Antwort sehr einfach: Der Geist war vom allerersten Anfang an ebenso wie die Materie da und er hat sich zusammen mit der Materie bis zu den heutigen Erscheinungsformen entfaltet. Besondere Beachtung verdient allerdings, dass das Bewusstsein erst mit der Entstehung höherer Tierarten und des Menschen aufgetaucht ist. Schmerz bedeutet ja, etwas bewusst zu empfinden, sonst wäre es kein Schmerz. Dass Tiere bestimmter Arten Schmerz empfinden, dürfte feststehen. Tiere haben aber mit Sicherheit auch andere bewusste Empfindungen und Gefühle wie zum Beispiel Freude, Hunger oder Angst. Das sind geistige, nämlich psychische Prozesse, die es auf unserer Erde vorher nicht gab. Tiere können aber auch Dinge und Ereignisse in ihrer Umgebung wahrnehmen und bis zu einem gewissen Grad darauf intelligent reagieren. Dabei dürfte schon vieles mit Bewusstsein ablaufen. Diese bei bestimmten Tierarten festzustellenden oder jedenfalls anzunehmenden geistigen Fähigkeiten dürfte für das Überleben der Tierarten in der Evolution von erheblichem Vorteil gewesen sein.

Betrachten wir nun das für viele der höheren Tierarten und den Menschen entscheidende Organ für die geistigen Leistungen, nämlich das Gehirn, dann fragt man sich, wie ein solches Organ entstehen konnte, nachdem die in der Evolution vorangehenden Organe wie Herz, Lunge, Leber etc. nur rein biologische Funktionen erfüllen. Da ist nun ein Gedanke von Hoimar von Dithfurt wichtig: Alle Entwicklungen in der Evolution stellen Anpassungen an etwas dar, was in der Welt schon vorhanden ist. So ist das Auge ein Ergebnis der Anpassung an das auf unserer Erde vorhandene Licht. Beine haben die Tiere entwickelt, weil es auf der Erde festes Land gab, auf dem man sich mit Beinen besser fortbewegen kann. Wenn sich nun das Gehirn - und vor allem, beim Menschen, die Großhirnrinde - entwickelt hat, dann weil es schon vorher Geistiges gab, das man aufnehmen und verarbeiten konnte. Und, wie wir gesehen haben, gab es Geistiges schon vom Anbeginn unserer Welt.

Das Gute und das Böse - zwei Mächte in unserer Welt

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Die meisten Menschen sind irgendwie gut und auch irgendwie böse. Es gibt aber auch Menschen, die bewundernswert gut sind, man denke nur an die Helfer gemeinnütziger Organisationen in den Problem- und Krisengebieten dieser Welt, und wiederum Menschen, die einfach böse sind und grauenhafte Taten begehen. Woher kommt das nun? Meine These ist, das das Gute und das Böse geistige Mächte sind, die sich im Lauf der Welt in unterschiedlicher Weise verwirklichen. Dabei ist es wenig hilfreich und eher störend, wenn man diese Mächte personifiziert, etwa indem man das Gute mit Gott und das Böse mit Satan identifiziert. Man kann aber den Gedanken von Platon aufgreifen, dass es überzeitlich existierende Ideen gibt und die in Zeit und Raum existierende Dinge ihre Eigenschaften dadurch haben, dass sie an diesen Ideen teilhaben. Für mich sind das Gute und das Böse solche Ideen. Die Menschen haben daran in individuell unterschiedlichem Ausmaß Anteil. Nur soweit sich diese Ideen auf diesem Weg der Teilhabe verwirklichen, existieren sie aktuell in den Menschen als geistig-materiellen Einheiten. Im übrigen existieren sie als Potentiale, die einer weiteren Verwirklichung fähig sind.

Geht man davon aus, dass Tiere nicht gut und nicht böse sind, weil sie ihr Verhalten nicht bewusst reflektieren und nur ihren Instinkten folgen, dann sind das Gute und das Böse erst mit der Entstehung des Menschen in unsere Welt der aktuell -und nicht nur als Potentiale - existierenden Dinge gekommen. Wie können sich aber rein geistige Dinge wie das Gute und das Böse in dieser Welt verwirklichen, das heißt, wie kommen geistig-materielle Einheiten, wie die Menschen es sind - und nur solche Einheiten existieren nach Aristoteles aktuell - zustande? Da muß man sehen, das in der gesamten Evolution der Dinge in der Welt von Anfang an auch eine geistige Evolution stattgefunden hat: Alles, was entstanden ist, hat auch eine geistige Seite. So haben die Atome jeweils eine bestimmte Form, und Geist ist nach Aristoteles die Form der Materie. Die neuronalen Vorgänge im Gehirn des Menschen haben eine geistige Seite, nämlich sein Denken, Erinnern und Empfinden. Und seit dieses menschliche Gehirn in der Evolution entstanden ist, können sich das Gute und das Böse in der Welt aktualisieren, verwirklichen.

Naturgesetze / „ceteris-paribus-Gesetze“ / nichtstrikte Gesetze

mily: Arial;">Manche Philosophen, die sich mit dem Kausalgeschehen in unserer Welt befassen (zum Beispiel Donald Davidson), sind der Auffassung, dass nur Prozesse, denen strikte Naturgesetze zugrundeliegen, als Kausalprozesse angesehen werden können. Nur die Physik weise solche Gesetze auf (was ja im Hinblick auf die Quantenphysik auch nicht ganz korrekt ist). Gesetze der Biologie oder der Psychologie würden nur ceteris paribus gelten, d.h., nur soweit alle nicht von diesen Gesetzen erfassten Faktoren ausgeschaltet seien (ceteris paribus = wenn alles Andere gleich ist). Sie seien auch nichtstrikt und könnten somit keine Kausalprozesse begründen. Gelegentlich zeigt sich auch eine Begriffsverwirrung, wenn etwa die Nichtstriktheit von Gesetzen damit begründet wird, dass sie nur ceteris paribus gelten. Dazu kurz folgende Überlegungen:

1.

Der ceteris-paribus-Vorbehalt gilt für alle Naturgesetze, auch für die Gesetze der Physik. Selbst die Gesetze der klassischen Mechanik, die Paradebeispiel für strikte Gesetze dienen könnten, werden in der Wirklichkeit selten in aller Reinheit vollzogen, nämlich hauptsächlich in speziellen Experimenten, bei denen alle anderen Einflüsse abgeschirmt werden. Ansonsten wirken meist verschiedene Faktoren und die für sie geltenden Gesetze in den Kausalprozessen zusammen. Den physikalischen Gesetzen kann also kein Vorrang für das Kausalgeschehen zuerkannt werden, weil sie - vermeintlich - nicht ceteris paribus gelten.

2.

Die Gesetze der Biologie und der Psychologie sind nichtstrikt, weil sie komplexe Vorgänge, zum Beispiel das Zusammenwirken von Untersystemen bei lebenden Organismen, betreffen oder weil psychologische Vorgänge durch den Einfluss des Bewusstseins bei Tieren und Menschen noch zusätzlich kompliziert werden. Diese Gesetze sind aber gleichwohl Kausalgesetze: Sie liefern Erklärungen für Vergangenes (warum ist X erkrankt? oder warum hat sich Y geärgert?)und ermöglichen Voraussagen für Zukünftiges, dies aber nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit. Die Vorgänge, denen sie zugrundeliegen, sind daher Kausalprozesse.

3.

Allen Kausalprozessen, auch den biologischen und den psychologichen, liegen physikalische Vorgänge mit ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten zugrunde. Das Vorherrschen von strikten Gesetzmäßigkeiten auf der physikalische Ebene schließt aber nicht aus, dass sich die Gesetze der Biologie und der Psychologie nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vollziehen, also nichtstrikt sind. Die physikalischen Vorgänge sind nämlich sozusagen nur das Baumaterial für die Vorgänge auf den höheren, komplexeren Ebenen.