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Der Mensch als Durchgangsstation materieller und geistiger Entwicklung

Der Philosophieblog ist dabei, sein Leben auszuhauchen, seitdem philohof nicht mehr schreibt und die akademische Arbeit von Dan Sisermann keinen Kommentar gefunden hat. Dabei ist es schade, dass das von Robert Dürhager  mit vorstellbar großem Aufwand eingerichtete Forum nicht mehr von philosophisch Bewanderten und Interessierten für Diskussionen genutzt wird. Ich möchte deshalb einen Versuch unternehmen, hier etwas originäre Philosophie beizutragen in der verwegenen Hoffnung, vielleicht doch ein kommentierendes Echo zu finden.
Betrachten wir nun die Entwicklung der Welt, wie sie die Naturwissenschaften uns darstellen. Am Anfang unseres Universums gab es nur Wasserstoff, Helium und energetische Felder. Daraus sind in einer  physikalisch-chemisch-biologischen Entwicklung die Sterne, die schwereren chemischen Elemente (zum Beispiel das Gold!), die Planeten, die Pflanzen, die Tiere und schließlich der Mensch entstanden. Dabei ist jeder Entwicklungsschritt, jeder neue Zustand der Dinge, aus einem früheren Zustand hervorgegangen, der diesen Schritt ermöglicht hat. Alles befindet sich im Fluss. Auch Sterne sterben, Berge werden abgetragen, Pflanzen, Tiere und Menschen sterben. Die Materie aber, aus der sie aufgebaut sind, bleibt erhalten und es entstehen aus ihr neue Gebilde. Der Körper jedes einzelnen Menschen ist so als lebender Organismus nur eine Durchgangsstation, eine momentane Sitation, dieser umfassenden materiellen Entwicklung. Auch seine Knochen, die möglicherweise länger überdauern, verschwinden spätestens, wenn die Sonne zum Roten Riesen wird und die Erde verschluckt.
Überlegt man nun, wie es um die geistigen Dinge  steht, die in unserer Welt entstanden sind, und um die geistigen Vorgänge, die in ihr ablaufen, dann erkennt man, dass jeder neue geistige Zustand - ebenso wie das bei der materiellen Entwicklung der Welt der Fall ist - durch einen vorangehenden Zustand ermöglicht worden ist  und sich letzlich alles aus einem geistigen Urgrund heraus entwickelt. Dass die geistigen jeweils zusammen mit materiellen Vorgängen einheitliche Vorgänge bilden, sei nur am Rande erwähnt. Im Rahmen der globalen geistigen Entwicklung ist das geistige (geistig-seelische) Werden und Verlöschen des einzelnen Menschen nur eine Durchgangsstation oder -phase. Das gibt uns Veranlassung, uns als Menschen ganz klein zu fühlen, dafür aber die geistig-materielle Entwicklung des Kosmos und unserer Lebenswelt aus einem elementaren Urgrund heraus umso mehr zu bewundern. Vielleicht stirbt man dann leichter.

Ich bin mir darüber im Klaren, dass die vorstehenden Ausführungen sehr komprimiert sind. Ich könnte auch noch viel dazu sagen. Wenn ich aber keine Kommentare bekomme, dann spare ich mir das.

17 Kommentare

Kommentar von: Oliver-August Lützenich [Besucher]
Guten Tag.

hier ein ganz persönlicher Kommentar, den ich vor einiger Zeit aufGrund von wiederkehrenden Sätzen in Zeitungen und Zeitschriften geschrieben habe. Vielleicht interessiert es ja die Freunde der Weisheit?

Ich höre und lese im Moment wieder öfter, die Philosophie sei am Ende, oder gar schon tot. Darf ich lachen! Die Grundlage für die Hingabe zum Suchen und Forschen, für die Orientierung und den Zweifel, für die Beachtung der Folgerichtigkeit in Zeit und Raum, also die Logik und die Zuneigung zur Umsetzung der Erfahrungen und Schlüsse in fortschrittliches Handeln, der die Griechen den Namen Philosophie gegeben haben, sind Fragen: Wo(her)?, Wie(so)?, Was (ist)?, Was (geht)? und Wohin?, um bloss die Grundfragen zu nennen. Ist auch nur eine dieser Fragen beantwortet? Von irgendeiner der Disziplinen, die aus der Philosophie entstammen, gelöst worden? Ich höre? Mitnichten. Da ist die Frage: Ist das Gerede vom Ende oder gar vom Tod einer Disziplin eine billige oder eine teure Polemik? Wie nennen wir Menschen, die ganze Bereiche aus der Wirklichkeit ausblenden oder gar verleugnen: Ignoranten. Wie nennen wir Menschen, die andere Menschen wegen verschiedener Meinung belächeln oder gar verachten: Überheblich. Wie nennen wir Menschen, die das bessere Wissen behaupten: Anmassend. Wie nennt der Schwabe solche Menschen zusammenfassend: Dummschwätzer. Und dieses Wort fällt kein Urteil über die Bekanntheit, den Status, den Einfluss, den Reichtum oder sonst eine Zutat eines so genannten Menschen, sondern über dessen Aussagen. Ist solches Gerede somit Dummschwätzerei oder die teure Variante, folglich die Aufforderung, sogar das Händeringen, wieder etwas zur Erhellung des Lebens und damit des SEIN beizutragen? Die Philosophie ist immer noch in ihren Jugendjahren, wenn auch viele sie zum Schweigen bringen wollen, weil sie finden, das bereits alles gesagt sei, die Neugier endlich zu schweigen habe, oder weil die Disziplin, der sie angehören, die Aufgabe der Philosophie übernommen hätte. Aber ist die Philosophie ein Staffelstab, ist die Neugier ein Hab und Gut, das man anderen abnehmen kann, sind Fragen verkäuflich? Selbst Dummschwätzerei ist es nicht, auch die ist Allgemeingut, Jedes kann sie üben oder auch klein halten. Ganz davon Frei ist Niemand und den gibt es bekanntlich Nicht, oder kennt Jemand Niemand? Ich selbst halte die Dummschwätzerei in mir klein, nur ab und zu gebe ich dieser Attitüde in mir Raum, ich tue es alleine vor dem Spiegel, dann werde ich manchmal zum Prahlhans, dem Spiegel ist das gleich, dort prallt es unerhört ab und die Augen nehmen fast jede Aufgeblasenheit mit einem Zwinkern hin. Erst als es bei mir allzu schlimm war, drückte ich auch mal beide Augen zu, allerdings ist das seit dem Ende der Pubertät vorbei. Die Philosophie jedoch ist putzmunter, wenn auch vielleicht manche Le(e)hrstühle und Fakultäten eher Verwaltungsbehörden gleichen oder nur noch Philologie üben, was mit den Jahren allzu menschlich ist. So ist der Mangel und die damit ausgelösten Fragen, die die Philosophie ins Leben gerufen haben, noch genauso aktuell, weil ungestillt und unbeantwortet, wie seit Anbeginn des Lebens. Und die Philosophie wird sie beantworten, mit Hilfe und dem Wissen der vielen Disziplinen, die aus den Grundfragen hervorgegangen sind. Das ist gewiss.
Gott ist tot, rufen Andere. Für sie gilt das selbe: Dummschwätzer! oder Händeringer? Wer gibt den Glaubenden Hoffnung, wer spendet den Verzweifelten Trost, wer fordert für die Armen das Erbarmen, wer verspricht den Kranken eine schmerzlose Zukunft, wer erhebt die Erfolglosen auf ein wenig Stolz, wer streitet für die Niedergeschlagenen mit der Übermacht, wer bringt den Entrechteten das Gesetz, wer schuldet den Abhängigen die Erlösung, wer den Ausgelieferten die Freiheit und wer bringt den Hungernden Nahrung? Sowohl für den Magen, das Herz, als für den Kopf. Die Reichen und Mächtigen? Die Atheisten oder Anarchisten? Nein. Die bringen bestenfalls billige Worte und preiswerte Almosen. Gott. Der Gott des Glaubens. Das Schöpferwesen der Religionen, an das Milliarden Menschen ihre Wünsche und auch Flüche richten, von dem Milliarden Menschen Erfüllung und den Segen erbitten. Gott lebt in Milliarden Menschen und für Milliarden Menschen. Und Gott hat auch die Ungläubigen bereichert und behütet, dazu genügt ein Blick in die Schriften: Altes Testament, Buch Levitikus, Vers 19, Satz 18b: "Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. Ich bin der Herr". Oder Vers 19,33 (wie auch in Deuteronom. 10,18): "Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben, wie dich selbst, denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen." Oder Vers 25,36: Wenn dein Bruder verarmt und sich neben dir nicht mehr halten kann, sollst du ihn, auch einen Fremden oder Halbbürger, unterstützen, damit er neben dir leben kann. Nimm von ihm keinen Zins und Wucher! Fürchte deinen Gott, und dein Bruder soll neben dir leben können." Oder Deuteronomium 1,16: "Damals habe ich euch Richter verpflichtet: Lasst jeden Streit zwischen euren Brüdern vor sie kommen. Entscheidet gerecht, sei es der Streit eines Mannes mit einem Bruder, oder mit einem Fremden. Kennt vor Gericht kein Ansehen der Person. Klein wie Gross hört an! Fürchtet euch nicht vor angesehenen Leuten, denn das Gericht kommt von Gott." Wieviel davon ist bis Heute umgesetzt? Und ich frage für die gesamte Menschheit. An die, die den Glauben blindlings schmähen, folgende Sätze aus dem Alten Testament: Buch der Sprichwörter, Vers 8,4 folgende: "Euch, ihr Leute lade ich ein (es spricht die Weisheit, die erste Schöpfung Gottes, noch vor dem Universum), meine Stimme ergeht an alle Menschen: Ihr Unerfahrenen werdet klug, ihr Törichten, nehmt Vernunft an! Hört her! Aufrichtig rede ich. Redlich ist, was meine Lippen reden. Die Wahrheit spricht meine Zunge. Unrechtes ist meinen Lippen ein Greuel. Alle meine Worte sind recht, keines von ihnen ist hinterhältig und falsch. Für den Verständigen sind sie alle klar, und richtig für den, der Erkenntnis fand. Nehmt lieber Bildung an als Silber, lieber Verständnis als erlesenes Gold! Ja, Weisheit übertrifft die Perlen an Wert, keine kostbaren Stücke kommen ihr gleich. Ich, die Weisheit verweile bei der Klugheit, ich entdecke Erkenntnis und guten Rat. ... und wer mich sucht, der wird mich finden." Wem ist das wichtig? Viel zu wenige bekommen die Gelegenheit, danach zu suchen, denn wo wird meist zuerst gespart? Bei Bildung und Kunst. Und weiter, Vers 8,31 folgende: "Ich spielte auf Gottes Erdenrund, und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein. Hört die Mahnung und werdet Weise, lehnt sie nicht ab! Wer mich findet, findet Leben ... alle die mich hassen, lieben den Tod." und Vers 17,12: "Lieber einer Bärin begegnen, der man die Jungen geraubt hat, als einem Toren in seinem Unverstand." Vers 19,8: Wer Verstand erwirbt, liebt sich selbst, wer Einsicht bewahrt, findet sein Glück." Und zum guten Schluss noch zwei weitere Bekannte: Vers 16,18: "Hochmut kommt vor dem Fall." und Vers 26,27: "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein." Erkenntnis ist: Der Glaube kommt ohne Dummschwätzer aus, diese aber nicht ohne Glauben, auch wenn sie davon nichts wissen wollen.

Als Zugabe noch ein paar Worte zu mi[r/]ich:


Wer bist du? Ja, wer bin ich? Was für ein Spass, der Mensch in der Identitätskrise. Kopf auf die Faust, den Rodin geben und dann losgedacht: Wer bist du? Frage an den Spiegel, oder in den Spiegel: Na los, gib schon Antwort; wer ist das da vor dem Glas? Fragten Sie mich, wer ich bin? Wer bist du? Na, ich. Ja, aber wer ist ich? Wer ICH ist? Na, Alle sind ICH. Jedes Mensch ist ICH und wenn Es (das Mensch) angesprochen wird, meist von einem Freund, dann ist Jedes Mensch auch DU. Ich ist auch Du. Jedes Ich ist auch Du. Oder? Du, ich würde dich gerne etwas fragen. Was? Wer bist Du? Ich? Ja. Also ich bin ein Mensch. Aber das ist doch nicht Alles. Was willst Du mehr, und vor Allem, was gibt es besseres? Ja, aber du bist doch noch mehr als nur ein Mensch! Mehr als "nur" ein Mensch? Ja, ein Mensch ist doch Jedes. Ja, das ist doch Alles, ich ist ein Mensch, ich ist Jedes Mensch, oder kennst Du einen Menschen, der etwas anderes spürt, denkt und sagt, wenn Es (das Mensch) um das jeweilige Selbst geht? Weiss ich nicht, vielleicht sagen andere etwas anderes als "ich"? In anderen Sprachen mag "ich" anders klingen, es bleibt aber ein Wörtchen, das Alle Menschen eint, "Ich" sagt Jedes Mensch, wenn es woanders auch "Je" oder "I", oder sonstwie klingt. Könntest du vielleicht mal auf meine Frage antworten: Wer bist du? "DU" ist Jedes, das wollte ich mit der Vorrede nur klären, deshalb ist es so schwierig auf die Frage eine eindeutige Antwort zu geben. Das verstehe ich nicht?, was ist daran so schwierig?, ich deute auf dich und frage: Wer bist du?, damit ist doch ganz klar, wer gemeint ist, auf jeden Fall nicht Alle. Du ist Ich, sind wir und darin einig? Wenn du willst, ja, die Frage könnte auch lauten: Wer ist ich?, zumindest ist die Beantwortung dieser Frage die Voraussetzung, um meine Frage: Wer bist du?, zu beantworten. Nun, dann gibst Du mir auch recht, wenn ich noch einmal festhalte, das "ich" Jedes Mensch ist? Ich habe aber Dich gefragt, oder willst du mir sagen, das du JedesMensch bist? Nein, nicht JedesMensch, aber zu Allem Menschlichen fähig, warum sollte ich irgendetwas einschränken oder auslassen, darauf läuft Deine Frage doch hinaus, nämlich das ich irgendwie einschränke und ausschliesse, z.B. das ich sage, ich bin FAZ-Leser, ich lese aber auch die BILD, wenn sie mir in die Hände fällt, oder auch gar keine Zeitung, oder das ich Pop-Musik höre, ich höre aber auch Oper und Steve Reich, wenn es um die Wurst geht, dann töte ich auch, wenn ich auch sonst ein absolut friedlicher Mensch bin, aber bevor ich sterbe, stirbt der Angreifer, eins ist klar, und Atom-Strom ist mir auch noch lieber, als keiner, wenn ich auch die Technik für gefährlich halte, ich bin auch eher ein unauffälliger Mensch, aber manchmal steck ich auch die Haare hoch, färbe die Backen blau und laufe trötend durch die Fussgängerzone, auch ohne Karneval, ich bin für Offenheit, lass mir aber auch nicht verbieten, manche Menschen grässlich zu finden und von der Türe zu weisen, ich bin einfach ein Mensch, was also willst Du hören, auf diese Frage? Na, irgendetwas konkretes, bist du Fan von einem Verein? Ja, bin ich, aber auch das ist doch Jedes oder auch nicht, ich bin Fan von einem Verein und von anderen nicht, in manchen Sportarten weiss ich noch nicht mal, das es da Vereine gibt, das geht doch Jedes so, Jedes ist für irgendetwas und für vieles andere nicht, was sagt das über mich aus, das ich Fan von XY bin? Nichts, auf jeden fall nicht viel, aber das ist doch auch nur ein Spiel, schliesslich gibt es auch etwas zu gewinnen, also sei halt irgendetwas, sonst gewinnst du nichts, so einfach ist das, triff eine Entscheidung, sonst ist doch alles nur schwammig und du selbst völlig unklar, Alles kann nur Niemand sein. Das heisst, das Jemand weniger als Alles ist, das Mensch sein immer weniger ist als Alle zusammen, dass das Einzelne geringer ist, als das Ganze? Ja, was dachtest du denn? Bisher eigentlich gar nichts, ich mag nur keine Festlegungen, keine Entscheidungen über den Augenblick hinaus, ich möchte das tun können, was auch andere Menschen tun, auch mal den Verein wechseln, oder das Fan-sein völlig aufgeben, ohne dabei an Selbstwert zu verlieren, was ist so wichtig daran, das Jedes Eindeutig ist? Aber wie willst du denn sonst die Menschen auseinanderhalten, ausser das Jedes eindeutig erkennbar ist!? Ja, reicht es denn nicht, das JedesMensch anders aussieht, sich anders bewegt, sich anders anfühlt, anders riecht und sich anders anhört, das reicht doch als Verschiedenheitsmerkmale, alles Andere sind doch überflüssige Festlegungen, die einen nur in der Entwicklung hemmen, es wird doch langsam Zeit, das Wir Menschen die eigene Wahrnehmung vollkommen anerkennen, ohne weitere Einschränkungen und Ausschliessungen, oder? Ja, ähm, aber... Was, aber?, was ist ein Deutsches, na los, sag schon!, was ist ein Deutsches, was ist am Deutschen verschieden zum Chinesen, und jetzt sag nicht die Mandelaugen, sonst nenn ich dich Faschist, denn inzwischen gibt es auch schon zehn- wenn nicht gar hunderttausende Deutsche mit Mandelaugen, und sag auch nicht die Sprache, ich kenne genug, wo auch immer die gezeugt oder geboren wurden, die besser Deutsch sprechen, als die meisten, die darauf stolz sind Deutsch zu sein, also, was ist Deutsch? los!, was ein Mensch ist, kann auch jedes andere Mensch sein, und was ein Mensch ist, kann ich Dir genau beantworten, bis auf die letzte Zellfunktion und den ersten Augenblick, aber was ein Deutsches ist, da bin ich Antwortlos, JedesMensch kann auch ein Deutsches sein, oder FC Barcelona-Fan, oder Pop-Fan und Opern-Kenner, Apple-User und Linux-Benutzer, also, was ist ein Deutsches? Gut, gut, gut, ich gebe zu, diese Gruppen-Identitäten sind oft schwierig zu begrenzen, was Menschen können, können auch andere Menschen, egal ob Frau oder Mann, bis auf die Schwangerschaft, aber sonst gibt es kaum Festlegungen, trotzdem ist die Frage: Wer bist du? berechtigt, denn es bleibt jedes Selbst überlassen, ob Es zu einer Gemeinschaft gehören möchte und eine andere Gemeinschaft ausschliesst, deshalb kann man auch danach fragen und darauf eine Antwort geben, also: Wer bist du?

Um mit Ernst Jandl zu antworten (Alle "ich" sind durchgestrichen. Leider ging das hier nicht.): ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich. Bin Dir gleich, und trotzdem das Andere. Du gleichst mir, wie ein Ei dem Anderen gleicht, aber Du bist woanders. Ich bin Hier! Und Hier kann nur ich sein und niemand Anderes, dieser wandernde Punkt/Ort im Universum bin ich, wenn auch Du ich denkst, wenn Du an Dich denkst. Viele Orte wandern herum in dieser Erde, flackern auf und vergehen, Jedes ist ein ich, Jedes ist ein Ort, ein Punkt im DaSein, sonst ist es, wie Jedes andere ich. Flackert auf und vergeht. Ich ist Alle, ohne Besonderheit, Du bist Eines weniger. Aber nun ist es soweit, dass das ich zu etwas Besonderem heranwächst, das Jedes ich dem Ort, das Es ist, mit Besonderheit füllt, dem Ort, das Jedes ich ist, und der schon Einmalig ist, einen einmaligen Namen gibt. Und da ich damit anfange, habe ich die volle Auswahl: Wer bist du? Antwort:

Die Antwort ist eine aufsteigende Freude am SEIN, am lebendig sein als Mensch und bei weitem noch nicht vollkommen. Danke.

Mit freudvollen Grüssen!

Oliver-August Lützenich
11.07.11 @ 17:32
Kommentar von: Paul [Besucher] E-Mail
Hallo,

Das Problem der Philosophie als Wissenschaft ist, dass sie kein Wissen schaffen kann. Denn geschaffenes Wissen ist immer modellhaft. Dennoch als Wissenschaft behandelt, wie es in unserer Gesellschaft der Fall ist, degeneriert sie sich in Abfolge der Generationen zu einer immer monotoner werdenden Wiederholung von bereits gesagtem.
Ich denke, dass die Philosophie aus dem Schatten der Wissenschaften treten muss, hinein in das unergründliche Licht.
Vielleicht werden unsere Dichter die nächsten Philosophen, weil sie sich noch trauen etwas nicht zu fassen und dennoch begreiflich zu machen.

Als Abschluss und Kritik zu deinem Text möchte ich anführen, dass die Behauptung, es gäbe Dinge, philosophisch nicht tragbar ist, sondern "das Ding" nur ein ungenügendes Modell darstellt. Die Form und nicht der Inhalt interessiert doch die Philosophie, oder nicht?

Grüße
Paul
14.07.11 @ 20:55
Kommentar von: Karajan [Besucher]
Lieber Günter,

ich verstehe deinen Gedankenweg und teile das Staunen über das Sein.

Nur frage ich mich, ob sich in einer diachronen Betrachtung des Menschenlebens hin auf seine faktische Lebenszeit im Vergleich zur gedachten Gesamtentwicklung, dieses Staunen vergessen hat. Sicherlich kann ich Interesse und Faszination an Wahrnehmungen oder Vorstellungen empfinden, die sich auf ein Objekt beziehen, doch wenn ich Ich bin, also das wesentliche aus dem Verhältnis zu mir nicht über eine von mir selbst ferne und letztlich irrelevante Betrachtung meines Werdens im Zeitverlauf beziehe, sondern intuitiv-denkend mir meinem Standpunkt in der Welt festige, so liegt dem die Liebe zum sein bereits inne.

Der Unterschied zu deiner Ausführung meine ich also darin zu sehen, dass ich mich nicht "klein" fühlen brauche, um die Größe des Kosmos schauen zu können, sondern das ich diese Größe in mir selbst, als schöpfender Geist zu erkennen weiß.

Somit wäre die empirisch gedachte (Nicht-) Existenz unseres Körpers letztlich unbedeutend – einzig die Möglichkeit frei zu sein (mit allen Implikationen), ist entscheidend.


Entschuldige die starke Verkürzung,
Karajan
15.07.11 @ 13:48
Kommentar von: Wirtschaftsphilosoph [Besucher] · http://wirtschaftsphilosoph.wordpress.com/
Sehr geehrter Herr Maier,

mein Echo bezieht sich leider (?) nicht auf den philosophischen Inhalt Ihres Beitrags, sondern den Philosophieblog, wo leider (!) die Kontaktfunktion nicht funktioniert (was wohl kein gutes Zeichen ist). Dort wollte ich schreiben:

Mir ist nicht klar, ob dieser Philosophieblog noch richtig betrieben wird und, falls ja, ob und wie ich mich daran beteiligen könnte. Seit Anfang Juni blogge ich täglich als Wirtschaftsphilosoph unter http://wirtschaftsphilosoph.wordpress.com/ . Viele Sachen sind eher wirtschaftlicher Art, z. B. zur aktuellen Schuldenkrise, aber es werden auch philosophische Themen behandelt und das bei einer wie auch immer gearteten Anbindung hier ggf. auch stärker und öfter. Was das Philosophiestudium als Zulassungsvoraussetzung angeht, so habe ich seinerzeit Philosophie auf Magister studiert und hatte alle Scheine, habe aber die Magisterprüfung selbst nicht abgelegt. Ich bin also quasi studierter, aber nicht examinierter Philosoph.

Schöne Grüße und so oder so viel Erfolg mit diesem und Ihrem Blog!

Wirtschaftsphilosoph
21.07.11 @ 18:49
Kommentar von: Tony [Besucher] E-Mail · http://www.tonyhofmann.de/blog
Ich habe mich heute ebenso gefragt, ob materielle und geistige Entwicklung nicht ein und das selbe sein könnten (http://tonyhofmann.de/blog/2011/07/29/ist-die-subjektive-innere-welt-einfach-nur-der-korper/).

Sollte die alte descart'sche Trennung nicht längst ausrangiert werden? Um ehrlich zu sein - ich weiß es nicht; bin mir selbst nicht sicher. Heidegger's In-Der-Welt-Sein wäre ja eine Aufhebung dieser Trennung, sozusagen ohne gedankliche Naht zwischen Ich und Welt.

Allerdings wären die Konsequenzen daraus, formulieren wir es mal vorsichtig: ungewohnt. Dann wäre der Geist zugleich auch der Körper.

Lieben Gruß,
Tony
29.07.11 @ 22:18
Kommentar von: Panikattacken [Besucher] · http://www.psog.de/panikattacken
Ich kann Deine Gedanken nachvollziehen, allerdings glaube ich nicht, dass man dann leichter stirbt. Zumindest nicht in unserer Gesellschaft. Hier wird Individualismus eben groß geschrieben.

In Japan beispielsweise, wo das Kollektiv im Vordergrund steht, werden diese Thesen eher Anklang finden.
12.08.11 @ 22:54
Kommentar von: Gustav [Besucher]
Bitte führen Sie ihre Gedanken weiter aus! Der Text war interessant zu lesen und weckt das Bedürfnis nach mehr.
Grüße, Gustav
30.08.11 @ 00:25
Kommentar von: stiller denker [Besucher]
Ich glaube nicht , dass es wirklich leichter sein wird zu sterben, nur weil man weißt, dass all das was man materiell und aus dem Geiste schafft vergänglich ist.
30.08.11 @ 18:34
Kommentar von: azendrah [Mitglied] E-Mail
Macht man mit der modernen Physik ernst, sind ihre Begriffe von Raum, Zeit und Materie nichts, was eine für den Menschen vorstellbare Entsprechung hätte. Viel mehr handelt es sich um völlig abstrakte Zahlenverhältnisse, die keinerlei Deutungsraum für eine wie auch immer geartete kosmologische Interpretation lassen. Anschauliche Vorstellungen, die den Formeln der Physik unterlegt werden, sind immer Mythologie. Was unter Geist vorzustellen sei, hat bis heute noch kein Mensch gewußt. Es sei denn, man meint damit begriffliches Denken. Und darauf ist letztlich jede Kosmologie, ob nun wissenschaftlich oder mythologisch, rückfürbar. Im übrigen ist es anmaßend, den philosophischen Gehalt dieser Seite an den Texten einer Person festzumachen.
21.09.11 @ 11:56
Kommentar von: philohof [Besucher] · http://www.philohof.com
Hallo Herr Maier,
schönen Dank für Ihr Kompliment! Ich wusste nicht, dass ich irgendwem auf philosophieblog.de abgehe. Mein Eindruck war immer eher, dass ich mit meinen Postings alle Diskussionen zum Schweigen bringe, weil die Anderen lieber akademische Philosophie pflegen (also bestehende akademische Diskussionen verlängern anstatt je was selbst zu sagen). Das alles war nicht so anturnend; im Gegenteil, es war nicht lustig. Jetzt poste ich häufiger auf onlinephilosophyclub.com, hauptsächlich mit der Intention, mein Englisch zu üben. Aber ich könnte ja auch wieder hie und da was für philosophieblog.de verfassen.

Zu dem, was Sie hier schreiben, da bin ich leider eine zu profane Existenz, um darauf was Sinnvolles zu antworten. Zu sehr Würstelesser, um viel an das Weltall zu denken. Ich kann nur zweierlei sagen: Was gab es früher nicht für ein stabiles Weltbild: Die Welt war flach, von oben lächelte Gott auf uns herab, von unten bedrohte uns der Teufel mit seinem Dreizack. Heute hingegen: Galaxien, Supernovas, schwarze Löcher - es könnte einem schwindlig werden.
Das Zweite: Das Geistige ist für mich eine Frage unmittelbarer Lebensqualität. Also in der Weise, wie man etwa sagt: "Lesen ist Abenteuer im Kopf!" Ich bin auch in der Philosophie nur zum Abenteuer erleben, sonst nix. Aus dem Grund habe ich meine Probleme, das Geistige von meinem lebendigen Körper zu trennen und es als Element oder Aspekt des im Weltall sich abspielenden Geschehens zu sehen. Aber vielleicht gibt es ja jemanden, der einen besseren Zugang zu Ihrem Thema hat?

Beste Grüße aus Wien
philohof
25.09.11 @ 22:15
Kommentar von: robairto [Besucher]
ein wie ich finde sehr gelungener text zu einem meiner meinung nach äußerst spannenden thema.
25.09.11 @ 23:27
Kommentar von: hanswurst [Besucher]
Ich glaube langsam aber sicher nicht mehr an ein versöhnliches Happy-End zwischen der Menschheit und der Philosophie. Der Mensch hat Fragen, die die Philosophie nicht beantworten kann, weil die Antworten auf Gutgläubigkeit beruhen.
Wer kann den wirklich, persönlich und mit den eigenen Sinnen die Antworten der Wissenschaft auf die Fragen eines philosophierenden Menschen nachvollziehen. Sicherlich nur einige wenige Ausnahmen. Wer arbeitet schon in Einrichtungen, die Signale der Voyager-Sonde auswerten, die Ergebnisse des LHC oder des Weltraumteleskops Hubble einzuordnen versuchen etc...
Dies sind nur wenige Beispiele aus der äußeren Welt des Menschen. Was ist mit der inneren Welt des Menschen. Keiner weiß wie Signale des Körpers entschlüsselt werden können oder wie das Gedächtnis funktioniert, wie sich das Leben an sich, aber auch Gemeinschaften , Völker selbst organisieren, völlig aus sich selbst heraus.
Man ist versucht anzunehmen, dass dies alles einer Erklärung bedarf, aber alle Erklärungen basieren auf einer Art Glauben. Entweder an die Wissenschaft, die Theorien und ihre Forscher, oder aber an Institutionalisierte Glaubensrichtungen.
Kurz gesagt: Die Religion ist der Wissenschaft vermeintlich überlegen, aber wissenschaftlich betrachtet trifft das nicht zu. Mannomann!!!

Was meint ihr alle dazu
14.10.11 @ 14:36
Kommentar von: Jacques [Besucher]
Eine rein naturwissenschaftliche Weltvorstellung, wie sie in dem Beitrag deutlich wird, gibt keine Antwort auf die Frage: "Was für einen Sinn hat das alles, wenn es doch wieder ins Nichts zurücksinkt?"
Die Welt ist für uns geworden, was Jesus in Jean Pauls „Rede des toten Christus“ ausruft: „Starres, stummes Nichts!“ Sie ist uns auf der einen Seite: „Kalte, ewige Notwendigkeit!“ Und auf der anderen: „Wahnsinniger Zufall!“ (Oder, wie es Georg Picht deutet: Ihre kalte, ewige Notwendigkeit IST wahnsinniger Zufall.) Der Text Jean Pauls hat visionär Jacques Monods Buch „Zufall und Notwendigkeit“ vorweggenommen. Nach diesem Buch sind wir Menschen "Zigeuner am Rande des Universums" - das gibt uns tatsächlich Veranlassung, uns "als Menschen ganz klein zu fühlen". Ob man allerdings leichter stirbt, wenn man sich als "Durchgangsstation" betrachtet, wage ich zu bezweifeln.
26.10.11 @ 23:09
Kommentar von: E.M. Schneider [Besucher] · http://stuekkwerk.wordpress.com/
Schreibe für dich selbst. Nicht so sehr nach Kommentaren heischen!
10.11.11 @ 21:38
Kommentar von: franz-manderfeld [Besucher]
Es wäre schade wenn Sie den Blog beenden würden. Es gibt zu wenig " geistiges" in unserer hedonistischen Welt. Ich habe keine Ahnung von Philosophie; aber ich finde die verschiedenen Ansichten, einer, im Grunde genommen gleichen, der Dinge, sehr interessant. Wenn Sie mir antworten, bitte vereinfachen Sie die Sachverhalte, ich habe nur den Hauptschulabschluß.

Viele Grüße,
Franz- Josef Manderfeld
13.11.11 @ 16:46
Kommentar von: Karl Talnop [Besucher]
Der Mensch als Durchgangsstation mat. u. geistiger Entw. !!!

Alles sehr knapp aber auch sehr treffend bemerkt.
Durchgangsstation? Er ist ein Entw.zustand ohne klar definiertes Ziel. Im ewigen Werden und Vergehen ist er ein scheinbar nach außen abgegrenzter Haufen Materie, die sich aus sich selbst heraus organisieren kann. Dieser "Haufen Materie" hat es durch "günstige" Umweltbedingungen zu Bewußtsein gebracht und kann Mittels seines Geistes seine Umwelt reflektieren. Aber was ist die Seele?
Was wenn die Seele nur der soziale Aspekt des Geistes ist?
... und der Kern dieses sozialen Aspekts seinen Sitz im Unterbewußtsein hat?
Vieles ist uns wissenschaftlich zugänglich geworden entsprechend unseres Erkenntnisstandes. Vieles ist uns philosophisch zugänglich. Doch gemessen an dem Möglichen weoiß der Mensch nichts!!!!
Was ist wenn alle Materie unterhalb der Quantenebene geistig miteinander verbunden ist?
Dieses "Meer" an geistiger Energie, wenn es existent ist, aus was resultiert es? Werden vielleicht durch dieses "Geistige Meer" alle Notwendigkeiten, sprich Gesetzmäßigkeiten, im gesamten Universum verteilt. Besser noch, sind sie durch dieses "Geistige Meer" an jedem Ort zu jeder Zeit immer present?
Sind wir Zufall oder Notwendigkeit?
Das Ziel sind wir jedenfalls nicht!!!
Wir wissen viel, und doch wissen wir garnichts!!??

MfrGr Karl
29.01.12 @ 21:07
Kommentar von: Karl Talnop [Besucher]
Der Mensch als Durchgangsstation mat. u. geistiger Entw. !!! Alles sehr knapp aber auch sehr treffend bemerkt. Durchgangsstation? Er ist ein Entw.zustand ohne klar definiertes Ziel. Im ewigen Werden und Vergehen ist er ein scheinbar nach außen abgegrenzter Haufen Materie, die sich aus sich selbst heraus organisieren kann. Dieser "Haufen Materie" hat es durch "günstige" Umweltbedingungen zu Bewußtsein gebracht und kann Mittels seines Geistes seine Umwelt reflektieren. Aber was ist die Seele? Was wenn die Seele nur der soziale Aspekt des Geistes ist? ... und der Kern dieses sozialen Aspekts seinen Sitz im Unterbewußtsein hat? Vieles ist uns wissenschaftlich zugänglich geworden entsprechend unseres Erkenntnisstandes. Vieles ist uns philosophisch zugänglich. Doch gemessen an dem Möglichen weoiß der Mensch nichts!!!! Was ist wenn alle Materie unterhalb der Quantenebene geistig miteinander verbunden ist? Dieses "Meer" an geistiger Energie, wenn es existent ist, aus was resultiert es? Werden vielleicht durch dieses "Geistige Meer" alle Notwendigkeiten, sprich Gesetzmäßigkeiten, im gesamten Universum verteilt. Besser noch, sind sie durch dieses "Geistige Meer" an jedem Ort zu jeder Zeit immer present? Sind wir Zufall oder Notwendigkeit? Das Ziel sind wir jedenfalls nicht!!! Wir wissen viel, und doch wissen wir garnichts!!?? MfrGr Karl
29.01.12 @ 21:08

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