• Home
  • Duerhager
  • Heichele
  • Schroer
  • Xenia
  • Westerkamp
  • Antaeus
  • Friedrich
  • Zimmerschied
  • Maier
  • Philohof
  • Siserman
  • Benjamin
  • Roeger

Die fröhliche Philosophie-Wundertüte

Locker aus der Hüfte philosophiert.
  • Start
  • Kontakt
  • Anmelden
  • März 2010
    Mo Di Mi Do Fr Sa So
     << <   > >>
    1 2 3 4 5 6 7
    8 9 10 11 12 13 14
    15 16 17 18 19 20 21
    22 23 24 25 26 27 28
    29 30 31        
  • Die fröhliche Philosophie-Wundertüte

  • Philosphie locker und lässig betrieben, mit dem Versuch, sie unterhaltsam darzustellen! Aber damit auch ohne Garantie auf wissenschaftliche Verlässlichkeit!

  • Home Philosophieblog.de
    • kürzlich
    • Archive
    • Kategorien
    • Neueste Kommentare
  • Suche

  • Kategorien

    • Alle
    • Westerkamp
  • XML-Feeds

    • RSS 2.0: Einträge, Kommentare
    • Atom: Einträge, Kommentare
    What is RSS?

Pilot oder Passagier?

Von Westerkamp am Feb 25, 2009 | In Westerkamp | 1 Feedback »

Fühlt sich der verehrte Leser als Pilot oder Passagier? Falls jetzt die Frage kommen sollte "In Welchen Gefährt?" so ist die Antwort: in sich selbst. Ist der Mensch ein bewusster Pilot seines Körpers und seines Lebens, oder ist er nur ein Passagier?
Um des Einstieges Willen war das jetzt vielleicht etwas verwirrend, deswegen jetzt hier die genauere Erläuterung. Jeder von uns hat ein Bewusstsein (vergessen wir einmal philosophische Zombis und das generelle Fremd-Psyche Problem), die Frage dabei ist, spielt dieses Bewusstsein eine Rolle?

Im Alltag hat man in der Regel das Gefühl, dass Bewusstsein säße im Kopf wie in einer Pilotenkanzel in einem Flugzeug. Es hat mit unseren Sinnesorganen jede Menge Instrumentenanzeigen, nach denen es navigiert. Mit dem Lenkrad und vielen Knöpfen steuern wir unseren Körper durch die Welt.
Dieses Gefühl jedoch täuscht uns vielleicht. Empirische Untersuchungen des Gehirns zeigen verschiedene Abweichungen von dieser Wahrnehmung. So zeigte Benjamin Libet,das viele Handlungen schon ohne unser Wissen von unserem Körper vorbereitet werden: Konkret heißt das, während ich tippe, ist mein Finger schon für eine Bewegung bereit, bevor ich mich entscheide, eine Taste zu drücken. Letztlich liegt die Entscheidung hier jedoch noch bei mir - scheinbar zumindest. Andere Untersuchungen zeigen jedoch, dass viele Handlungen völlig automatisch ablaufen. So scheinen einige Blinde über eine unbewußte Wahrnehmung zu verfügen, dass "Blindsight". Diese führt zu Handlungen - z.B. dem Ausweichen von Hindernissen - die völlig unbewußt ablaufen. Das Bewusstsein wird quasi in diesem Moment zum Piloten im gesteuerten Körper.
Dies ist natürlich eine Ausnahme, doch zeigt sie nicht vielleicht die verborgene Regel? Es ist theoretisch denkbar, dass unser Bewusstsein mit dem Piloten-Gefühl eine reine Illusion ist. Unser Körper könnte vom Gehirn nur rein physiologisch gesteuert werden, unser Bewusstsein dabei lediglich Zuschauer sein. Unsere vegetativen Funktionen - Herzschlag etc. - laufen ohnehin unbewusst ab, nach ähnlichem Prinzip könnte auch das ablaufen, was wir "bewußtes Handeln" nennen. Wie ein Autopilot steuert das Gehirn unseren Körper, und unser Bewusstsein denkt nur, es steuert ihn. Wie Maggie in der Simpson-Vorschau spielen wir am Lenkrad rum, aber es hat eigentlich keine Bedeutung. Wir sind nur Passagiere!
Warum sollte es so sein? Im Prinzip spricht nichts dagegen. Andere Wesen funktionieren ganz ohne Bewusstsein, so rechtfertigen wir, Tiere zu verspeisen. Warum sollten wir also ein kausal relevantes Bewusstsein benötigen? Dass wir dennoch ein für unsere Handlungen irrelevantes Bewusstsein besitzen, könnte entweder ein völlig bedeutungsloser Nebeneffekt der physischen Hirnprozesse sein, oder besitzt irgendwelche biologisch-evolutionären Vorteile, z.B. für die Funktion des Gehirns.

Die empirische Antwort darauf wird aus meiner Sicht mit weiterem Fortschritt der Hirnforschung erfolgen, wenn die sich andeutenden Einschränkungen der Bedeutung des Bewusstseins fortsetzen oder sie wiederlegt werden. Die philosophische Antwort kann jeder für sich selbst suchen: Wie würden wir uns als Passagier statt Pilot fühlen? Ich persönlich habe kein Problem damit. Auch wenn unser Bewusstsein keine kausale Relevanz hat, und unser Gehirn und rein physiologisch steuert, kommt alles doch aus uns selbst heraus. Meine Nervenbahnen etc. sind ein Teil von mir, aufgrund ihrer physischen Natur vielleicht sogar mehr als es ein immaterielles, metaphysisches Bewusstsein wäre, dass irgendwo herumschwebt. Hauptsache, ich bin selbt bestimmt - egal ob bewusst oder unbewusst.

Mit Hand & Kant

Von Westerkamp am Jan 7, 2009 | In Westerkamp | 6 Feedbacks »

Kant ist heute wahrscheinlich einer der bekanntesten Philosophen - würde er noch Leben, wäre er sicher jede Woche in einer neuen Talkshow. Zu seinen Lebzeiten hatte er diesen Promistatus die meiste Zeit nicht, erst mit der "Kritik der reinen Vernunft" hatte er seinen Durchbruch, der zugleich ein Durchbruch in der Geschichte der Philosophie sein sollte. Der "vorkritische Kant" war noch in der Philosophie seiner Zeit verhaftet und wird daher heute selten gelesen. Um diesen anderen Kant ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk zu machen, werde ich in diesem Eintrag sein Argument für den absoluten Raum rekonstruieren!

Kant beginnt wunderschön damit, dass er eine alltägliche Beobachtung heranzieht: Immer und überall sehen wir, das natürlich gewachsene Dinge eine Ausrichtung nach Rechts oder Links besitzen, Kant nennt dies "Drehsinn". Schneckenhäuser, Haaransätze und andere Dinge sind immer nach Rechts gedreht. Das beste Beispiel hat jeder von uns gleich zweimal vor Augen - unsere Hände, pro Kopf je eine rechte und linke. Der Hammer bei den Händen ist jedoch das sie sogar "inkongruente Gegenstücke" sind. Dies bedeutet, dass zwei Hände in allen ihren Eigenschaften exakt gleich sind, jedoch spiegelverkehrt und dadurch nie deckungsleich. Das kann man sich bildlich ganz leicht vorstellen: Ein linker Handschuhe und ein rechter Handschuh sind identisch, können jedoch nie übereinander gezogen werden. Für die bei -25°C angebrachte Zwiebeltechnik braucht auch ein einhändiger Zwei Paare...
Eine linke und eine rechte Hand lässt sich erst dadurch als links oder rechts definieren, dass man sie mit anderen Dingen in Relation setzt - links ist bekanntlich da, wo der Daumen rechts ist!

Was hat dies mit dem Raum zu tun? Dazu zieht Kant ein Gedankenexperiment heran: Man stelle sich vor, Gott schaffe nur ein Ding, nämlich eine menschliche Hand. Diese Hand schwebt im komplett leeren Raum. Da nichts anderes im Raum ist, kann sie nicht relational als rechts oder links bestimmt werden. Nun, wenn Gott jetzt einen Menschen ohne Hände schüfe, wohin passte die Hand? Sie müsste als weder linke noch rechte Hand an beide Seiten passen. Dies ist jedoch unmöglich sagt Kant. Einzige Lösung: Der Raum ist nicht unendlich und damit alle Stellungen im Raum nur relational, sondern es gibt einen klar definierten, absoluten Raum. Dann gibt es nämlich auch feste Koordinaten, anhand derer die Hand definiert werden kann. Voila!

Dieses Argument ist ein wunderbares Beispiel für Schüler, wie mit Gedankenexperimenten argumentiert werden kann, und auch ein schönes Argument. Nur leider falsch. Im entscheidenden Moment begeht Kant einen Fehler. Natürlich kann die Hand im leeren Raum nicht definiert werden, aber dies ist kein Problem: Sobald Gott einen Menschen schafft, ist etwas anderes im Raum, anhand dessen die Hand definiert werden kann. Links ist da, wo usw.... Der große Kant begeht also den einfachen Fehler, die Situation im Gedankenexperiment zu verändern, ohne an alle Folgen zu denken. Später hat Kant diese Argumentation nie wieder erwähnt, und den Raum völlig anders definiert (als Medium unserer Wahrnehmung der Welt). Aber ich finde das Argument ist einfach schön - und zeigt das auch große Philosophen sich mal irren. Dies sollte jeden ermutigen, einfach mal loszulegen!

PS: Händigkeit ist heute tatsächlich in der Physik und Raumphilosophie wieder ein Thema. Wer sich dafür interressiert, dem empfehle ich den interresanten Text von Prof. Holger Lyre unter http://www.lyre.de/kanthand.pdf , in dessen Seminar ich auch auf Kants Text gestoßen bin!

Das mentale Quartett und der Funktionalismus

Von Westerkamp am Dez 19, 2008 | In Westerkamp | 6 Feedbacks »

Jeder kennt sie, die berühmten Quartette der Geschichte – die Beatles, die vier Musketiere, die vier Elemente … Doch heute möchte ich in meinem ersten Blogeintrag mein Lieblingsquartett vorstellen, das mentale Quartett.

 Die philosophische Heimat dieser Truppe ist die Philosophie des Geistes. Hier haben sich Denker wie Descartes, Spinoza und Locke schon seit Jahrhunderten damit be-schäftigt, wie der menschliche Geist funktioniert. Ganz besonders mit dem so genannten Körper-Geist-Problem: Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Geist und Körper? Wie entstehen Emotionen und wie wirken sie wieder-um auf den Körper? Im 20.Jahrhundert kam einigen Philosophen ein neuer Gedanke, der zur Formierung des Quartetts führte: Ist der Mensch das einzige Wesen mit einem Geist?

Nunja, dazu muss man sich fragen was es bedeutet einen Geist zu haben. Eine übliche Definition ist die, zu sagen, dass Wesen mit Geist zu mentalen Zuständen fähig sind. Das heißt, sie können Gedanken und Emotionen empfinden. Nun, bei Menschen kann man sich da ziemlich sicher sein – solange man keine Qualitätsansprüche stellt. Aber gibt es nicht vielleicht noch andere Wesen, die das können? Genau diese Wesen, denen man mentale Zustände zugesteht, bilden das mentale Quartett: Menschen, Tiere, Aliens und Roboter/Computer. Was in dieser Überlegung steckt, wird an einem Beispiel am besten deutlich. Gehen wir davon aus wir haben für jeden der vier Kollegen von oben eine Kiste, in der etwas Schönes steckt: Eine Schokolade für den Menschen, ein Leckerli für das Tier, ein köstliches Stück Menschenhirn für das Alien und etwas schmieriges Öl für die Robot-Scharniere. Nun gestehen wir Menschen und Tieren sicherlich die mentalen Zustände zu Gewissheit zu besitzen und Vorfreude zu empfinden – Gewissheit, dass etwas in der Kiste ist und Vorfreude darauf. Wobei Vorfreude beim Roboter vieleicht nur bedeutet, das erdas Ö für seine Funktion as notwendig weiß. Heutige Computer sind da vielleicht noch etwas schwerfällig, aber jeder der Asimovs Roboter oder C-3PO aus Star Wars kennt, kann sich diese Empfindungen bei ihnen theoretisch vorstellen, dasselbe gilt für Aliens – wir kennen keine, aber Ripley aus Ridley Scotts Alien kann sicher bestätigen, das sie sich auf Hirn freuen…. Und jetzt wird es richtig spannend: Wie verhalten sich die vier? Jeder wahrscheinlich ziemlich ähnlich: alle versuchen die Kiste zu knacken, außerdem bereiten sich ihre Körper vor. Mensch und Tier läuft das Wasser im Mund zusammen, der Alien speichelt seine Kauwerkzeuge ein, der Roboter lässt die Selbstdiagnose laufen, wo er Öl braucht. Also führen die mentalen Zustände bei ihnen Allen zu prinzipiell gleichem Verhalten. Man könnte sagen die Zustände Gewissheit und Vorfreude erfüllen bei jedem der vier die gleiche Funktion, sie motivieren ein bestimmtes Verhalten.

Diese Überlegung erscheint auf den ersten Blick trivial, ist es jedoch keineswegs, bedenkt man einen ganz wichtigen Punkt: Bei jedem der vier funktioniert physiologisch gesehen doch alles anders! Der Roboter hat Schaltkreise; der Mensch ein komplexes, Tiere ein einfaches Gehirn; Aliens einen Hyper-Membran-Cortex oder was auch immer. Trotzdem empfinden sie dasselbe und diese Empfindung führt zu ähnlichem Verhalten, besitzt dieselbe Funktion bei jedem von ihnen. So scheint es doch letztlich völlig egal zu sein, wie mentale Zustände in einem physiologisch entstehen, um ihre Bedeutung für das praktische Leben zu bestimmen. Und dies löst das Körper-Geist-Problem auf ganz neue Art, einfach indem es dieses Problem quasi wegdiskutiert. Der menschliche Geist wird auf seine pure Funktion reduziert. Diese Abkehr von der klassischen Untersuchung der Umsetzung mentaler Zustände im Geist, wie sie Descartes zum Beispiel betrieb, hin zur Reduktion auf die Funktion dieser geistigen Zustände, die verschieden realisiert werden, ist die Grundlage der Position des Funktionalismus in der Philosophie des Geistes.

©2010 by Christoph Westerkamp | Kontakt | Mitglied bei Philosophieblog.de