Öffentliches Lese- und Lerntagebuch ;-)

29.08.09

Permalink 18:56:28, Kategorien: xenia

GAP: Essaypreis

Link: http://www.gap-im-netz.de/preise/essaypreis.html

Als ich neulich an der Uni war um einen Text für meine Hausarbeit zu kopieren habe ich einen Aushang bemerkt den hier einige Philosophen interessieren könnte:

Die Gesellschaft für Analytische Philosophie e.V. und die Grazer Philosophischen Studien vergeben an Studierende den ESSAYPREIS 2009.

Die Preisfrage 2009 lautet:

Von Fiktionen lernen? Über den Erkenntniswert von Gedankenexperimenten oder Literatur

„Und der Dichtung genügt der Sinn, der Gedanke auch ohne Bedeutung, ohne Wahrheitswert, aber nicht der Wissenschaft.”
(Frege, Ausführungen über Sinn und Bedeutung)

1. PREIS: 300 Euro
2. PREIS: 200 Euro
3. PREIS: 100 Euro

Die preisgekrönten Essays werden in den Grazer Philosophische Studien abgedruckt.

Angesprochen sind Studierende der Philosophie, Wissenschaftstheorie, Logik oder Philosophie/Ethik aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, die mindestens vier Semester absolviert oder ihr Studium vor nicht mehr als einem Jahr durch einen B.A.- oder M.A.-Abschluss oder ein anderes Examen beendet haben.

Viel Spaß :-)

26.08.09

Permalink 04:46:14, Kategorien: xenia

Peer 2 Peer University: Neuroethics and International Biolaw

Link: http://randfigur.wordpress.com/2009/08/25/p2p/

Ich habe mich soeben für einen Onlinekurs an der ersten virtuellen Universität angemeldet, die sämtliche Ressourcen aus im Internet kostenfrei zugänglichen Informationen schöpft. Die zu erbringenden Teilprüfungsleistungen würden, sofern ich als Student angenommen werde, in meinen englischsprachigen Blog erscheinen.

Bisher gibt es wenige Beiträge deutschsprachiger Blogger, die das 'Edupunk' phänomen im Rahmen der social networks und der open source Materialien aufgreifen. Leben deutsche Studenten und akademisch Interessierte nun gänzlich in der englischen Blogosphäre? Oder geht dieses Phänomen gänzlich an der deutschen 'Bildungselite' vorbei? Wäre das überhaupt schlimm?

20.03.09

Permalink 23:29:09, Kategorien: xenia

DNA-Sequenzierung: Verantwortung gegenüber anderen und informationelle Selbstbetimmung

Link: http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/03/dna-sequenzierungsmethoden-und-ethische-implikationen.php

Auf dem ScienceBlog WeiterGen habe ich einen interessanten Beitrag zu den Methoden und den ethischen Implikationen der DNA-Sequenzierung gelesen. Ich will hier nur kurz zitieren, was mich ins Grübeln gebracht hat:

"Wir sind nicht mehr weit entfernt von der Sequenzierung eines kompletten Humangenoms für unter 1000 Euro und ich würde selbstverständlich meine DNA sequenzieren lassen. Die Frage, die mich zur Zeit beschäftigt ist: Was würde meine Krankenkasse machen, wenn sie Zugang zu den Daten hätte? Oder anders gefragt: Wäre es denkbar, dass Krankenkassen ihren Kunden besondere Konditionen anbieten, wenn die Versicherten den Kassen freiwillig ihre DNA-Sequenzen zur Verfügung stellen würden?"

Ich sehe das nicht so locker. Selbst wenn man die Gelegenheit hätte kurzfristig zu sparen, weiß man nicht welche Konsequenzen weitere Forschung mit sich bringt. Beispielsweise wäre es doch denkbar, dass ein Paar, dem aufgrund seiner DNA-Sequenz keine Gesundheitsrisiken zugesprochen werden, ein Kind bekommt. Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und neuer statistischer Auswertungsverfahren ist es aber später möglich, spezifische Krankheiten oder gesundheitliche Anfälligkeit des Kindes mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit zu antizipieren. Da ja schon die ursprüngliche GenCard (also die der Eltern) nur probabilistische Aussagen über die relative Gesundheit einer Person erlaubt, glaube ich nicht, dass man vor der Auswertung noch unsicherer Daten zurückschrecken würde. Dieses Kind müsste als Erwachsener seine GenCard freigeben, da den Unternehmen ja eh Daten vorliegen, die sie, so unsicher sie auch sein mögen, verwenden würden. Man gibt also nicht nur seine eigene DNA-Sequenz preis, sondern indirekt Einblick in die potentiellen Sequenzen von Familienangehörigen.

Ich bin nicht konservativ, aber ich glaube, dass es noch zu früh ist um diese ethischen Fragen zu beantworten. Es ist nicht absehbar welche Information der DNA-Sequenz tatsächlich in den nächsten Jahrzehnten verwertet werden kann. Außerdem müssen wir einige Veränderungen im zwischenmenschlichen Verhalten berücksichtigen, die eine Einstellung zu diesem Thema beeinflussen könnten. In der post-web-2.0 Ära (Gott sei Dank ließt niemand meinen Blog, sonst müsste ich mich für diesen Ausdruck wirklich schämen ;-) hat sich die Kommunikationskultur so stark verändert, dass manche Umgangsformen noch nicht etabliert sind, die Menschen unter Umständen vor einander schützen.

Das gerade junge Menschen nicht gelernt haben ihre Privatsphäre zu hüten und dadurch später im Leben auf Probleme stoßen lässt sich anhand dieses Zitats von einem Bewerbungsleitfaden auf der StudiVz-Seite illustrieren: “Fotos, die Dich betrunken, leicht bekleidet oder in ähnlichen, für die Bewerbungsphase unangemessenen Situationen zeigen, solltest Du vermeiden.” -Nein, echt? Das ist aber leider schwierig, wenn man überhaupt mal als junger Mensch mal feiern will. Schließlich hat fast jeder eine Handy-Kamera und kann die peinlichsten Situationen fotografieren. Das diese Fotos im Netz landen lässt sich oft nicht vermeiden, weil die meisten Menschen nicht darüber nachdenken, dass der Fotografierte selbst bestimmen sollte, ob sein Bild auf StudiVZ landet. Man kann nicht von der eigenen ‘lockeren Einstellung’ auf die des Gegenübers schließen. Man weiß auch nie wer diese Informationen später nutzt und wozu. Es ist eine gemeinsame Aufgabe, der informationstechnologischen Revolution, die uns so viele neue Kulturtechniken gebracht hat, eine Evolution der Umgangsformen folgen zu lassen. Dazu sollte der Respekt vor der informationellen Selbstbetimmung eines Jeden Menschen gehören.

Erst wenn wir verstanden haben welche Implikationen neue Technologien haben, können wir das Ausmaß unseres Verhaltens begreifen. Ich spreche mich daher für einen ethischen Konsequentialismus aus. Ich will, dass meine Handlungen gutes bewirken. Wenn ich nicht weiß, welche Folgen mein Handeln hat und ich mir zumindest denken kann, dass auch Schlechtes (nicht nur für mich, sondern auch für andere) durch mein Handeln geschehen könnte, mach ich einfach mal NIX.

17.03.09

Permalink 02:01:37, Kategorien: xenia

Stille Wasser sind tief: Worüber man nicht spricht

Link: http://www.springerlink.com/content/515wg76276q18115/

In einer ökotoxikologischen Studie der Universität Frankfurt (am 10. März veröffentlicht) wurde erneut auf weibliche Sexualhormone im Trinkwasser hingewiesen. Diese körperfremden Stoffe (Xenohormone oder Endokrine Disruptoren) entsammen hauptsächlich Kunststoffverpackungen, die auch andere Lebensmittel verunreinigen können. In der Vergangenheit wurde häufig auf Kontamination des Trinkwassers mit Medikamentenrückständen und Hormonen hingewiesen. Neu an der vorgestellten Studie ist die direkte Verbindung zwischen Plastikverpackungen und Reproduktionsaktivität primitiver, asexueller Organismen. Man verwendete den Modellorganismus Potamopyrgus antipodarum: Eine kleine 'weibliche' Schnecken die sich über Jungfernzeugung vermehrt (Pathenogenese). Unabhängig von der Verschmutzung des Trinkwassers durch Medikamente und andere Stoffe die mit dem menschlichen Körper interagieren, konnte man hier auch in vitro (also nicht im Organismus sondern unter kontrollierteren Bedingungen im künstlichen System) Östrogenderivate nachweisen die man auf Plastikverpackunen zurückführen konnte.

Am 22.März ist Weltwassertag. Sollten wir ignorieren, dass wir die Wasserqualität nachhaltig verschlechtern? Wenn uns schon nichts an der Umwelt und den folgenden Generationen liegt, dann sollten wir zumindest zur Aufrechterhaltung unseres Geschlechterrollenverständnises umdenken. (Falls das jetzt zynisch klingt: War es auch!)

Die Funde der Frankfurter Forscher sollten zu einem Umdenken führen. Abgesehen von Fragen der praktischen Philosophie, über die Verantwortung des Menschen anderen Lebewesen gegenüber, stellt sich hier die Frage der Thematisierung dieser Problematik in den Medien. Wie können komplexe wissenschaftliche Sachverhalte in der Weise vermittelt werden, dass Menschen ihr Verhalten entsprechend regulieren können. Wie wir mit unserem Trinkwasser umgehen ist letztlich nicht nur eine Frage der Ethik, sondern im weitesten Sinne des freien Willens. Nur wenn ich die Konsequenzen meines Verhaltens, bzw. in diesem Fall meines Konsums, verstehen und zu einem gewissen Grade die Folgen meines Handelns antizipiern kann, kann ich dafür Verantwortung übernehmen. Nur wenn ich zwischen unterschiedlichen Handlungsalternalternativen wählen kann, kann ich überhaupt entscheiden und bin dadurch frei in meinem Willen.

Letztlich ist eine solche Vermittlungsaufgabe gerade dann schwierig, wenn selbst Experten nicht alle Konsequenzen menschlichen Verhaltens nachvollziehen können. Diese Problematik wurde in der Klimadebatte sehr deutlich und zeigt sich auch in der medialen Vermittlung der Wirkungszusammenhänge die zur Wirtschaftskrise führten.

Es wäre Wünschenswert wenn, neben der Sensibilisierung für Menschenrechtsfragen, der Weltwassertag auch ein Verantwortungsgefühl bei den Konsumenten der westlichen Welt anregen würde.

Ich kann nur sagen, dass ich in Zukunft nur aus dem Hahn trinke oder aus Glasflaschen. Darin befinden sich 'nur' die Rückstände aus Medikamenten und Hormonen (Antibaby-Pille) die unsere Mitmenschen in ihrem Urin an die Umwelt abgeben.

08.03.09

Permalink 22:17:16, Kategorien: xenia

Blog-Parade: Was ist der Mensch?

Was ist der Mensch?

In der Jugend fragt man: Wer bin ich? Woher komme ich? Was mach' ich hier?

Aus diesen Fragen erwächst ein tief verwurzeltes Bedürfnis den Menschen zu verstehen. Sind wir Gottes Kinder oder Nachfahren von Urschlammfiechern? Diese und ähnliche philosophische Fragen sind wohl die einzigen, die jeden interessieren... sollten.

Ich würde mich freuen, wenn sich möglichst viele Blogger in ihren Bloggs zu diesem Thema äußern und einen Trackback senden. Ihr könnt auch über die Kommentarfunktion einen Link setzten. Am 2. April werde ich einen Überblick über die verschiedenen Positionen der Teilnehmer veröffentlichen. Hoffentlich kann so ein wenig Aufmerksamkeit des world wide web auf diese tiefgreifende Frage und durch die Verlinkungen auf eure Blogs gelenkt werden ;-)

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