Öffentliches Lese- und Lerntagebuch ;-)
« Wie ein Baby entsteht. DNA oder die neue Entelechie?Ich bin die Fremde... »

Männer sind anders, Frauen auch.

13.11.08

Permalink 00:28:55, Kategorien: xenia

Männer sind anders, Frauen auch.

Offensichtlich lässt sich mit solchen Titeln Geld machen. Andernfalls würden namhafte Magazine darauf verzichten schwarz-weiße Bilder unserer Gesellschaft zu zeichnen. Dabei zitiert man renommierte Akademiker und belegt die Behauptungen mit populärwissenschaftlichen Slogans. Männer denken wie Jäger und Frauen wie Mütter. Darwin hat das so gesagt...

Dabei gibt es unter Wissenschaftlern keinen Konsens über dieses Thema. Weder über die Forschungsmethoden noch darüber, was denn ein richtig guter Beweis für diesen Unterschied im Denken der Geschlechter wäre. Was würde denn überzeugen? Trotzdem spricht keiner über die Möglichkeit, dass das Geschlecht eine ebenso irrelevante Kategorie wie die Händigkeit sein könnte.

Stattdessen hört man von Forschern unterschiedlichster Disziplinen, die der Frage nach dem Unterschied zwischen den Geschlechtern nachgehen. Soziologen erheben, dass Frauen 1,46-mal häufiger dies ankreuzten als jenes. Psychologen stellen fest, dass Jungs häufiger zuschlagen als Mädchen, Mädchen häufiger heulen als Jungen, Jungen länger bei den Eltern leben als Mädchen etc. Und in der Medizin beginnt man langsam zu verstehen, dass der Unterschied, der zunächst wohl am offensichtlichsten ist, dass Männer und Frauen körperlich verschieden sind, auch für die Diagnostik und Behandlung von Krankheiten von Bedeutung ist. Ein Herzinfarkt wird bei Frauen oft viel zu spät erkannt, weil die Symptome die Männer in solchen Fällen zeigen fehlen.

Im Stimmenwirrwarr der Experten ist es zu laut um die eigene kleine Stimme im Kopf zu hören. Bin ich mehr Frau oder mehr Xenia. Um meine Phänomenologie der Weiblichkeit mit der der Persönlichkeit zu vergleichen bedarf es mehr als man zunächst glaubt. Schließlich ist schon der Name, der hier symbolisch für mich steht, der sich quasi auf mich bezieht, gleichzeitig Angabe meines Geschlechts. Kann ich mich ungeschlechtlich denken?

In meinem Denken selbst ist kein Anzeichen für mein Geschlecht zu finden. Aber, wie Descartes erklärte, finde ich in meinem Denken, dass es ein denkendes Subjekt gibt. Das heißt, wenn ich mich gedanklich auf mich selbst beziehe, dann kann der Inhalt meiner Gedanken, die Person auf die meine Gedanken referieren vielleicht nicht ungeschlechtlich gedacht werden, aber der Gedanke selbst impliziert kein Geschlecht.

Forschungsansätze, die versuchen einen Unterschied, beispielsweise im Problemlösen der Geschlechter zu finden, suchen also nach einem Unterschied im Denken der Geschlechter. Das heißt, das z.B. ein Gedanke an den Weg zum Kölner Dom bei Männern und Frauen verschieden sein muss, selbst wenn beide den Weg dorthin finden würden, d.h. beide Geschlechter den Weg richtig repräsentieren. Der Gedanke selbst hat somit Eigenschaften, die unabhängig von dem Inhalt nur von dem Geschlecht des Denkenden abhängen und die bei Gedanken gleichgeschlechtlicher Menschen gleich sind. Das heißt, ein Gedanke hat eine spezifische Form, die geschlechtsabhängig ist. Gedanken haben also genauso ein Geschlecht, wie alles andere am Menschen. Ist mein Gedanke über Xenia vielleicht weiblich? Dies ist mir phänomenal nicht zugänglich.

Es ist also Forschungsprogramm eine Eigenschaft von Gedanken zu finden, die dem Denkenden verborgen ist. Hier stellt sich das Problem der epistemischen Asymmetrie auf mir neue Weise. Kann eine andere Person mehr über meine Gedanken wissen als ich selbst?
Die Argumentation derjenigen, die obige Frage bejahen ist etwa so:
Das Gehirn eines Menschen ist Grundlage seines Denkens und die Eigenschaften des Gehirns bestimmen die Eigenschaften der Gedanken. Ist der Körper einer Person weiblich, so muss das Gehirn, da es Teil dieses Körpers ist, auch weiblich sein. Daraus lässt sich schließen, dass dieser Mensch weibliche Gedanken hat.

Man unterscheidet im akademischen Diskurs zwischen Sex und Gender. Sex ist das biologische Geschlecht eines Lebewesens und Gender die geschlechtliche Rolle, die eine Person in der Gesellschaft erfüllt. Dabei war es wohl zunächst im Interesse der Frauen die Bedingtheit der sozialen Rolle einer Person von dessen biologischen Geschlecht zu trennen.

Mir scheint allerdings die Fundiertheit dieser begrifflichen Unterscheidung zweifelhaft. Obwohl man in den Sozial- und Geisteswissenschaften glaubt eine differenziertere Beschreibung menschlicher Geschlechtsidentität zu ermöglichen, spiegelt der Genderbegriff nur den Sexbegriff wider. Es wird davon ausgegangen, dass es nur zwei biologische Geschlechter gibt. Diese Dichotomie wird unreflektiert auf die Gender-Rollen abgebildet.

Dabei gibt es nicht nur Penis und Vagina. Von intersexuellen Menschen spricht man hinter vorgehaltener Hand. Sie passen nicht in unsere Weltvorstellung, selbst wenn Frauen beruflich erfolgreicher sind als ihre Männer und Männer auf die Kinder aufpassen. Ich glaube aber, dass das biologische Geschlecht immer uneindeutig ist, weil sehr unterschiedliche Eigenschaften geschlechtliche sind. Würde man alle Eigenschaften, die geschlechtsbestimmend sind, von der Hormonlage über die Ausprägung der primären Geschlechtsmerkmale bis zu der Physiognomie quantifizieren und in einem funktionalen Verhältnis zueinander aufzeichnen, könnte man für jedes Individuum einem Punkt in einem multidimensionalem Vektorraum angeben. Es gäbe dann kein Geschlecht per se, sondern nur die Nähe zwischen Menschen und Räume mit höherer Menschendichte in diesem virtuellen Raum geschlechtlicher Merkmale. Diese 'Ballungsräume' entsprechen grob unseren stereotypischen Vorstellungen von Männlichkeit oder Weiblichkeit.

Menschen verstärken durch Verhalten, Kleidung und subtilere Einstellungen ihre typisch männlichen/weiblichen Eigenschaften. Diese Manipulationen haben nicht nur Konsequenzen für ihren Gender, sie wirken auch auf ihr biologisches Geschlecht zurück. Der Körper und das Gehirn stehen in Wechselwirkung mit den Erfahrungen und dem Verhalten des Menschen und werden so geformt. Dies geschieht aber im Rahmen einer normierten und normierenden Gesellschaft. Gäbe es die fiktiven Gräben zwischen den Geschlechtern nicht, könnten andere sexuellen und sozialen Identitäten entstehen die unter gegebenen Umständen schwer vorstellbar sind. Das biologische Geschlecht eines Gehirns ist also nicht bestimmbar.

Ein Gedanke ist also weder männlich noch weiblich. Mein Titel müsste also heißen: Menschen sind anders, Gedanken auch.

10 Kommentare

Kommentar von: Markus Schroer [Mitglied] E-Mail
Dein Versuch, die Forschungsansätze ad absurdum zu führen, muss scheitern, da der These »Forschungsansätze, die Versuchen einen Unterschied, beispielsweise im Problemlösen der Geschlechter zu finden, suchen also nach dem Geschlecht der Gedanken«, die selbst als Conclusio dargestellt wird, zu widersprechen ist. Ich stimme Dir insoweit zu, als ein Gedanke kein Geschlecht impliziert. Dies behauptet jedoch auch niemand, soweit ich weiß (korrigiere mich, sollte ich mich irren - bitte nach Möglichkeit mit Zitat!). Es wird nicht versucht, das Geschlecht eines Gedanken zu bestimmen. Vielmehr ist bislang belegt, dass Entscheidungen, Bewertungen etc. bei Männern und Frauen durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Gehirnregionen zustandekommen. Was für beide Geschlechter zutrifft, ist, dass Kognitionen nicht ohne Emotionen funktionieren (können). (Ich kann dies derzeit nicht mit Zitaten belegen, weil ich die entsprechende Literatur verliehen habe, werde dies aber nach Möglichkeit bald nachholen.)
Es kommt nun freilich darauf an, wovon man ausgeht, denn uns fehlt, wie Dr. Christian Suhm am 4.11.08 trefflich sagte, dass a) unklar ist, welche Wissenschaft eigentlich maßgeblich sei, nämlich Neurowissenschaft oder Physik, und dass b) uns in vielerlei Hinsicht das Detailwissen fehlt. Ich selbst bin, was dies anlangt Physikalist, d. i., ich nehme an, dass mentale Zustände physische Zustände sind. Hiervon ausgehend lässt sich sagen, dass Gedanken zwar nicht selbst ein Geschlecht haben, gleichwohl aber männlich oder weiblich geprägt sind, weil a) bei Männern und Frauen in vielen Fällen unterschiedliche Gehirnregionen aktiv sind und b) verschiedene Hormone auf Entscheidungen usf. Einfluss nehmen.
13.11.08 @ 09:56
Kommentar von: Xenia [Mitglied] E-Mail
Hi Markus,

vielen Dank für deinen Kommentar. Er hat mir sehr geholfen meine Gedanken zu konkretisieren. Ich habe den Eintrag geändert um besser zu erklären, wie ich das meine, wenn ich von dem Geschlecht der Gedanken spreche. Ich hoffe es wird klar, dass ich ebenso naturalistische Auffassung habe. Doch ich glaube nicht, dass die begrifflichen Unterscheidungen immer Sache der empirischen Wissenschaften sind. Die Biologie muss männlich und weiblich strikt getrennt betrachten, weil diese Kategorien bedeutsam für die Beschreibung biologischer Vorgänge sind. Sie verwenden den Artbegriff genauso, obwohl die Phylogenie eines Tieres keine Grenzen zwischen den Arten aufzeigt. Wenn der Genderbegiff auf die Konzeption des biologischen Geschlechts rekurriert, muss diese Konzeption eindeutig sein. Forscht man nach dem Unterschied im Denken der Geschlechter, so müssen beide Begriffe geklärt werden, da das Denken (nach dem physikalistischen Vorstellungen) vom Gehirn und (nach anti-reduktionistischen Auffassungen) der Person in seiner sozialen Rolle abhängt.

Ich würde mich über weitere Anregungen sehr freuen :-)

Liebe Grüße,
Xenia
13.11.08 @ 11:46
Kommentar von: Markus Schroer [Mitglied] E-Mail
Mich stören weitere Aspekte des Textes.
Der gewichtigste Störfaktor ist dabei die Behauptung, es gebe bezüglich der Unterschiede zwischen den Geschlechtern im weitesten Sinne keinen Konsens unter den Wissenschaftlern. In diesem globalen Sinne muss ich die These zurückweisen. In der Verhaltenspsychologie, der Neurobiologie und -psychologie gibt es einen Konsens. Freilich darf man das, was man unter »Konsens« versteht, nicht idealisieren. In einem solchen Falle gibt es freilich niemals so etwas wie einen Konsens.

Die Wissenschaft entwirft zudem, jedenfalls wenn sie ernsthaft arbeitet und an ebensolchen Ergebnissen interessiert ist, keine einfachen Schwarz-weiß-Bilder. Es gibt zugestandenermaßen eine menschliche Tendenz zur Reduktion, die zu inadäquaten Stereotypen (statt ernstzunehmender theoretischer Idealtypen) führt. Allerdings sind seriöse wissenschaftliche Aussagen in diesem Bereich nicht dogmatisch-genotypischer Art. Was sich beobachten lässt und in Studien immer wieder herauskristallisiert, sind bestimmte Tendenzen. Männer neigen eher zu x, Frauen eher zu y. Differenzierter formuliert: Ein Individuum i der Spezies Homo sapiens HS mit dem Geschlecht m tendiert zur Entität x*, ein Individuum i der Spezies Homo sapiens HS mit dem Geschlecht w tendiert zur Entität y*.
Im einfachsten Falle lassen sich mithilfe dieser Prämisse (auch als zwei Prämissen formulierbar) Argumente folgender Form konstruieren:

P1 Ein Individuum i der Spezies Homo Sapiens HS mit dem Geschlecht m tendiert zur Entität x.
P2 Ein Individuum i der Spezies Homo Sapiens HS mit dem Geschlecht w tendiert zur Entität y.
P3 Claudia ist ein Individuum i der Spezies Homo Sapiens HS mit dem Geschlecht w.
——————————
K Claudia tendiert zur Entität y.

Genotypische Aussagen werden also allerhöchstens als Tendenzen beschrieben. Dies besagt keinesfalls, dass die Beschreibung(en) phänotypisch zwingend zutrifft (zutreffen). Das bedeutet auch, dass sich in diesem Zusammenhang gar nicht die Frage stellt, ob Du mehr Xenia oder mehr Frau seist. Vielmehr ist das Frausein, welches mit gewissen Tendenzen, aber keinen Zwängen behaftet ist, ein Teil Deines Xenia-Seins. Die Aussage darf demnach keineswegs als disjunkt angesehen werden, d. i., die Aussage lautet nicht

[leider werden logische Ausdrücke nicht übernommen] (a oder b) und nicht (a und b) ,

wobei a=Frausein und b=Xenia-Sein, genauso wenig wie sie als

(wenn +a, dann -b) und (wenn -a, dann +b)

formuliert werden darf.

Des Weiteren stellt sich nicht die Frage, ob Du Dich als ungeschlechtlich denken kannst. Die Frage lautet vielmehr: inwiefern kannst Du Dich als ungeschlechtlich denken. Neurobiologisch, (neuro)psychologisch und so fort nur begrenzt bis gar nicht, anthropologisch und soziologisch betrachtet schon eher. Es kommt dabei ganz auf die Perspektive an, die Du einnimmst.

»In meinem Denken selbst ist ist kein Anzeichen für mein Geschlecht zu finden.«

Dem muss ich widersprechen. Der Gedanke (ob aus physikalistischer, dualistischer oder welcher Sicht auch immer) und sein Zustandekommen, etwa durch das Feuern bestimmter Neurone, impliziert kein Geschlecht. Allein was den Gedanken beeinflusst, zum Beispiel welche Zentren des Gehirns, schon. Der Gedanke kann demnach in dieser differenzierten Weise als weiblich gelten.

»Ist mein Gedanke über Xenia vielleicht weiblich? «

Diese Frage ist ebenfalls nicht disjunkt. Es kommt wiederum auf die eingenommene Perspektive an, wobei sich die Gesamtsicht aus den einzelnen Teilsichten zusammensetzt. Hierbei können freilich verschiedene Teilsichten einander überlagen oder widerstreiten. Und es ist ein Unterschied, ob Du als Frau Dich als Frau betrachtest oder ich als Mann Dich als Frau betrachte, ob eine andere Frau als Frau Dich als Frau betrachtet oder ob ein anderer Mann als ich als Mann Dich als Frau betrachtet, ob ferner ich als Mann mich als Mann betrachte oder Du als Frau mich als Mann betrachtest. Männer und Frauen haben nachweislich Tendenzen (!) zu verschiedenen Bewertungskriterien. Der gesamtkulturelle wie soziologische, historische, biographische etc. Hintergrund ist freilich auf das Individuum angewandt nicht zu vernachlässigen. Insgesamt lässt sich allerdings Deine weibliche Sicht auf Dich (die sich durch verschiedene Gedanken formuliert) niemals von Deiner individuellen ablösen und umgekehrt, und zwar insofern, als, wie bereits oben beschrieben, Dein Frausein ein Teil Deines Xenia-Seins ist.

»Kann eine andere Person mehr über meine Gedanken wissen als ich selbst?«

Dieser Frage ergeht es nicht besser. Zum einen ja, zum anderen nein. Wie Dein Gedanke zustandekommt, wann er dies tut, welche Gehirnareale daran beteiligt sind und was Du als nächstes tun wirst, kann eine andere Person mit geeigneten Mitteln feststellen, während Du selbst dies nicht vermagst. Den Inhalt Deiner Gedanken kennt freilich niemand besser als Du selbst. Dies mit männlich und weiblich in Verbindung zu bringen, löst sich meines Erachtens durch meine bisherige Argumentation auf.

Mit dem Unterschied zwischen Sex und Gender kenne mich bislang nicht genug aus, um darüber angemessene Aussagen machen zu können. Falls es meine Zeit erlaubt, werde ich diese Lücke zu schließen versuchen und mich gegebenenfalls auch zu diesem Punkt äußern.

Selbiges gilt für intersexuelle Menschen und deren Strukturen überhaupt (Persönlichkeit, Hormonspiegel etc.).

»Ich glaube aber, dass das biologische Geschlecht immer uneindeutig ist, weil sehr unterschiedliche Eigenschaften geschlechtliche sind. Würde man alle Eigenschaften, die geschlechtsbestimmend sind, von der Hormonlage über die Ausprägung der primären Geschlechtsmerkmale bis zu der Physiognomie quantifizieren und in einem funktionalen Verhältnis zueinander aufzeichnen, könnte man für jedes Individuum einem Punkt in einem multidimensionalem Vektorraum angeben.«

Solange dies nicht durchgeführt wird, bleibt es eine spekulative Hypothese, die ich für unplausibel halte und der ich daher widersprechen muss. Denn letztlich wäre das Ergebnis aller Wahrscheinlichkeit nach, dass es ebenjene Tendenzen sind, von denen ich gesprochen habe. Die Verteilung über den gesamten Raum ist somit keinesfalls ein Argument gegen die oberflächlich disjunkte Einteilung der Geschlechter.

»Dies geschieht aber im Rahmen einer normierten und normierenden Gesellschaft. Gäbe es die fiktiven Gräben zwischen den Geschlechtern nicht, könnten andere sexuellen und sozialen Identitäten entstehen die unter gegebenen Umständen schwer vorstellbar sind. Das biologische Geschlecht eines Gehirns ist also nicht bestimmbar.«

Die Anpassung aneinander ist ein durchaus nützlicher Faktor innerhalb einer Gesellschaft. Um zu funktionieren, braucht jede Gesellschaft, gleichviel, wie klein sie sein mag, d. i. aus wie vielen Mitgliedern sie besteht, Normen. Jede Gesellschaft betont das Geschlecht des Individuums auf andere Weise. Dessen ungeachtet ist mir keine Gesellschaft bekannt, welche dies überhaupt nicht täte. Selbstredend gibt es keine von Natur aus spezifisch männliche oder weibliche Kleidung; allerdings ist eine innergesellschaftliche Normierung durchaus sinnvoll, nicht zuletzt für die Partnersuche und -wahl. Ob dies immer optimal realisiert wird, sei indes dahingestellt. Statt stereotypisch von männlichem und weiblichem Verhalten zu sprechen, sollte man vielleicht besser den Komparativ verwenden, der das Tendenziöse der Aussagen deutlicher hervorhebt: männlicheres bzw. weiblicheres Verhalten.
Von »fiktiven Gräben« zu sprechen, missfällt mir in mehrfacher Hinsicht. »Gräben« klingt a) feindlich/militärisch und b) unüberwindbar. Zugegeben, es entstehen zwischen Männern und Frauen bisweilen Fronten, allerdings nicht in solcher Form, die sich genotypisch als »Gräben« (in Anlehnung an »Schützengräben«) bezeichnen ließe. Vielleicht geht meine Interpretation an dieser Stelle aber auch einfach zu weit. Darüber hinaus halte ich diese Unterschiede weder für unüberwindbar noch halte ich das Gedankenexperiment für erwägenswert. Dass es Unterschiede gibt, ist nicht fiktiv, sondern real, obzwar es freilich erdachte Unterschiede zu beseitigen gilt. Überdem folgt die Konklusion

»Das biologische Geschlecht eines Gehirns ist also nicht bestimmbar.«

nicht aus den Prämissen.

P1 besagt:

»Menschen verstärken durch Verhalten, Kleidung und subtilere Einstellungen ihre typisch männlichen/weiblichen Eigenschaften. Diese Manipulationen haben nicht nur Konsequenzen für ihren Gender, sie wirken auch auf ihr biologisches Geschlecht zurück. Der Körper und das Gehirn stehen in Wechselwirkung mit den Erfahrungen und dem Verhalten des Menschen und werden so geformt.«

Du setzt hier das Gegenteil von dem voraus, was Du zeigen willst. Nach diesem Argument haben Männer und Frauen bereits typische und durch den Querstrich betont unterschiedliche Eigenschaften, welche sie weiter verstärken. Wenn nun diese Manipulationen, wie Du es nennst, auf ihr biologisches Geschlecht zurückwirken, so ergibt sich insgesamt eine Wechselwirkung, so zwar, dass zuerst Eigenschaften da sind, die dann verstärkt werden, wodurch ein sich verselbständigender Kreislauf entsteht.

P2 besagt:

»Dies geschieht aber im Rahmen einer normierten und normierenden Gesellschaft.«

Ja, und zwar im Rahmen einer notwendigen Normierung, um eine Gesellschaft überhaupt zu ermöglichen. Dass die Menschen neben anderen Attributen auch ihre geschlechtsspezifischen normieren, halte ich für eine triviale Feststellung, da dies bereits aus P1 folgt. (Korrigiere mich, falls dies keine implizite Prämisse sein sollte!)

P3 besagt:

»Gäbe es die fiktiven Gräben zwischen den Geschlechtern nicht, könnten andere sexuellen und sozialen Identitäten entstehen die unter gegebenen Umständen schwer vorstellbar sind.«

Mir leuchtet nicht ein, was P3 überhaupt mit den voraufgehenden Prämissen P1 und P2 verbindet. In P1 war noch die Rede davon, dass es spezifische (»typische«) Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Verhalten gibt, welches sich durch Kleidung und Verhalten verstärkt, woraus dann mit P2 folgt, dass dieses ohnehin natürliche Verhalten normiert wird, was notwendig ist, um ein gesellschaftliches Leben überhaupt zu ermöglichen. In P3 sind dann die natürlich vorhandenen Unterschiede plötzlich fiktiver Art, und es wird ein Gedankenexperiment postuliert, welches sofort wieder als undurchführbar diskreditiert wird – denn das folgt aus P1, womöglich auch aus P2 in Verbindung mit Pi, falls Pi, wie ich annehme, vorhanden ist beziehungsweise beabsichtigt war.

Unter all den von mir angeführten Kritikpunkten ist das Fazit des Textes

»Ein Gedanke ist also weder männlich noch weiblich«

nicht mehr haltbar.

*Was x und y jeweils in concreto sind, hängt von der jeweiligen Wissenschaft ab: Es können Eigenschaften sein, aber auch Handlungen etc. (daher der allgemeine Begriff Entität)
15.11.08 @ 02:10
Kommentar von: Xenia [Mitglied] E-Mail
Hallo Markus.

Ich finde deine Lesart interessant. Ich glaube allerdings, dass du mich missverstehst.

Ich versuche weder wissenschaftliche Forschung an sich zu kritisieren noch zu behaupten, dass es keine Geschlechter geben sollte. Ich frage nicht ob es mich absolut ohne Geschlecht geben könnte, sondern ob mein Denken einen Hinweis diesbezüglich trägt. Es geht mir zunächst vielmehr um die einseitige Darstellung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse durch populärwissenschaftliche Journals und andere Medien. Deine Vorstellung, dass es bewiesen ist, dass Männer und Frauen mit unterschiedlichen Hirnregionen denken ist schlichtweg falsch. Das ist genau das, was in den Medien propagiert wird, sich aber in der Forschung nicht zeigt.
Ferner bin ich mir nicht sicher wie du den Schritt machst vom Genotyp auf den Phänotyp zu schließen. Es ist der genetischen Forschung bislang nicht gelungen von einzelnen Genen (ganz zu schweigen vom gesamten Genotyp eines Menschen) auf spezifische Tendenzen im Verhalten einer Person zu schließen. Wäre dies der Fall, würde sich die ganze Debatte um Willensfreiheit oder Determinismus so ziemlich erübrigen. Mir ist deine Verwendung des Begriffs Genotyp nicht klar...

"Zugegeben, es entstehen zwischen Männern und Frauen bisweilen Fronten, allerdings nicht in solcher Form, die sich genotypisch als »Gräben« (in Anlehnung an »Schützengräben«) bezeichnen ließe."

Da ich leider nicht die Zeit habe auf alle deine Kritikpunkte einzugehen und da ich glaube, dass viele auf Missverständnissen beruhen, will ich nur kurz erklären, was grundlegend missverstanden wurde:
Das es überhaupt Unterschiede gibt bezweifele ich auch nicht. Ich bezweifele lediglich, dass sie so verallgemeinerbar sind wie behauptet.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bezüglich kognitvier Leistung sind geringer als die zwischen Individuen desselben Geschlechts.

Daraus schließe ich, dass der Geschlechtsunterschied vernachlässigbar ist bei der Untersuchung kognitiver Prozesse.

Falls du einen wissenschaftlichnen Beitrag findest der mir widerspricht, würde ich mich freuen, wenn du mich darauf hinweisen könntest.

Vielen Dank für dein Interesse :-)

Liebe Grüße,
Xenia
15.11.08 @ 23:28
Kommentar von: Eric [Besucher] E-Mail
Auch wenn ich hier etwas das Gefühl habe mitten in eine Diskussion zu platzen und ich mich hier auch etwas deplatziert fühle, da man ich mich bestenfalls als "Hobbiephilosophen" bezeichnen möchte, würde ich trotz allem gerne etwas zu den von Xenia angeführten Thesen sagen.

Es ist in der Tat der Fall, dass man es, phänotypisch betrachtet, beim Unterschied zwischen Männern und Frauen mit einem Merkmalskontinuum zu tun hat, bei dem die Grenzen äußerst verschwommen sind. Im Alltag mag dieses Kontinuum zwar eine untergeordnete Rolle spielen, aber in bestimmten Wissenschaften ist dieser Punkt ein doch nicht ganz zu unterschätzendes Problem das man nicht so ohne weiteres ignorieren kann.

Dass der Unterschied zwischen den Geschlechtern bei der Untersuchung kognitiver Prozesse allerdings gar keine Rolle spielen soll, halte ich für etwas übertrieben, denn schließlich gibt es zumindest in gewissen Verhaltensweisen tendenzielle Unterschiede, welche sich nicht nur durch kulturelle Einflüsse erklären lassen können (Beispiele hierzu könnte ich bei Bedarf/Zeit sicher bringen).

Es darf einfach nicht der Fehler gemacht werden, aus beobachteten Unterschieden irgendwelche Ungleichheiten hinein zu interpretieren, und sei es auch nur wenn man versucht das Klischee zu untermauern, dass sich Frauen ja überhaupt nicht orientieren könnten.

An diesem Punkte sind dann aber auch die Wissenschaftler, welche sich mit diesen Fragestellungen auseinandersetzen gefordert, die faktisch vorhandene Ungenauigkeit ihrer eigenen Methoden anzuerkennen und sich nicht dazu hinreißen zu lassen populistische Thesen in den Raum zu schmeißen.
Es wird immer wieder verkannt, dass man in den Naturwissenschaften selten absolute Aussagen treffen kann, sondern meistens sich im Bereich der Modellbildung bewegt welche, je nach zugrunde liegender Informationsquelle, mal mehr und mal weniger gut die Realität widerspiegeln.

Mich beschleicht zwar beim durchlesen meines Textes zwar das leichte Gefühl nichts wirklich gehaltvolles von mir gegeben zu haben (ein häufiges Phänomen im Internet), aber irgendwie musste ich jetzt doch mal so etwas wie eine Meinung formulieren.

Alles Gute
16.11.08 @ 01:18
Kommentar von: Xenia [Mitglied] E-Mail
Hallo Eric,

ich freue mich, dass du deinen Beitrag gepostet hast.

Ich finde deinen Einwand gerechtfertig. Ich finde allerdings nicht, dass die Naturwissenschaften allein daran schuld sind, dass ihre Ergebnisse verabsolutiert werden. Es ist ein Versäumnis der Geisteswissenschaften die begrifflichen Grundlagen der Forschung zu untersuchen. Dies ist natürlich genau dann schwierig, wenn Geisteswissenschaftler wenig über die Methoden der jeweiligen Wissenschaften informiert sind. Naturwissenschaftler führen deshalb immer häufiger wissenschaftstheoretische Debatten oder fragen nach dem Menschenbild, dass sie mit ihren Ergebnissen entwerfen. Es muss sich noch zeigen welche konkreten biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestehen. Wenn es welche gibt, die Auswirkungen auf unser Mentales haben, dann nicht in der Form wie wir es heute glauben.

Bei der „Behandlung“ Intersexueller Menschen hat sich gezeigt, dass es ein Irrglaube ist, dass man immer ein eindeutiges Geschlecht findet wenn man eine Chromosomenanalyse durchführt. Außerdem weiß man noch nicht einmal welche Mechanismen konstitutiv für die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale sind. Die sexuelle Grundform bei Säugetieren ist wohl die weibliche. Das heißt, wenn ein Fehler in der Verarbeitung männlicher Sexualhormone auftritt (Bsp.: Goldberg-Maxwell-Morris-Syndrom) entwickelt man(n) sich äußerlich zur Frau. Man kann nichts Absolutes über die "Männlichkeit" eines Mannes sagen, wenn man seinen Testosteronspiegel kennt. Das geht sogar so weit, dass Menschen mit einem stark erhöhten Testosteronspiegel von anderen als eher weiblich beschrieben werden.
Den Wissenschaften ist es bisher nicht gelungen, eine befriedigende Terminologie zu entwickeln, weil es eine rein funktionale Einteilung ist. Es leiden nur die Menschen darunter, die diesen Vorstellungen nicht entsprechen. Da Naturwissenschaftler keine philosophische Anthropologie betreiben und nicht die Aufgabe haben den Menschen in seinem lebensweltlichen Kontext zu verstehen, liegt es weder an ihnen die Begriffe zu untersuchen, noch können wir ihnen vorwerfen nicht aus ihrer eigenen gesellschaftlichen Rolle schlüpfen zu können. Untersuchungen bezüglich kognitiver Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind schwer ernst zu nehmen weil niemand den Hormonspiegel der Probanden misst, den Karyotyp feststellt oder ihnen unter den Rock guckt. Wissenschaftler sind auch nur Menschen und leben mit uns in einer Gesellschaft für die Geschlechterrollen unglaublich wichtig sind. Es ist Aufgabe der Geisteswissenschaften zu fragen inwiefern diese Verhaftetheit der Wissenschaftler in ihren eigenen sozialen Rollen Forschungsmethoden beeinflussen und wie über die Forschungsergebnisse in den Medien berichtet werden.

Ich finde also, dass du das Wichtigste sehr schön herausgestellt hast.

Liebe Grüße,
Xenia
16.11.08 @ 19:34
Kommentar von: Markus Schroer [Mitglied] E-Mail
Mich interessiert in diesem Zusammenhang, was genau Du unter »populärwissenschaftlich« verstehst. Wenn ich Dich richtig verstehe, setzt Du diesen Begriff gleich mit »unseriös« beziehungsweise »oberflächlich«, »nicht gründlich genug«, »verzerrend« und so fort.
Dies, falls es zutrifft, möchte ich bestreiten, und zwar insofern, als es verschiedene Formen populärwissenschaftlicher Publikationen gibt. Die Bücher Stephen Hawkings, wie beispielsweise »Die kürzeste Geschichte der Zeit«, oder auch diejenigen Joachim Bauers, wie »Das kooperative Gen / Abschied vom Darwinismus«, sind meines Erachtens sehr wohl seriöse und um Genauigkeit bemühte Arbeiten. Sie verzichten lediglich – nach Möglichkeit – auf detaillierte Gleichungen und deren Herleitungen respektive den meisten Leihen nicht verständlich zu machende Teilaspekte verschiedener Teilbereiche einer Wissenschaft, ohne im Allgemeinen eine verfälschende Verzerrung des Inhalts vorzunehmen. Daneben gibt es freilich populärwissenschaftliche Schriften, die man wirklich mit Vorsicht genießen sollte, wozu ich zum Beispiel unumwunden »Psychologie heute« zähle. Zeitschriften dieser Art neigen tatsächlich zu Vereinfachungen, welche die Ergebnisse gewissenhafter Forscher absolutieren und/oder auf verfälschende Weise verzerren beziehungsweise stigmatisieren und zu Schwarz-weiß-Bildern in der öffentlichen Meinung führen. Dass dies Erfolg hat, dürfte seine Begründung darin finden, dass auf diese Weise in bereits vorhandene Kerben geschlagen wird respektive offene Türen eingerannt werden.

Zu der Frage, ob es bewiesen sei, dass Männer und Frauen zum Teil verschiedene Gehirnregionen beim Fassen diverser Gedanken benutzen, kommen mir die Schriften »Emotional Intelligence« und »Social Intelligence« aus der Feder Daniel Gohens in den Sinn. Leider habe ich diese Bücher sowie weitere Literatur in dieser Richtung verliehen und werde sie erst am kommenden Wochenende zurückerhalten, um weswillen ich gerade nicht mit Zitaten aufwarten kann.

Pardon, es ist mein Fehler, gewisse Begriffe, welche ich leicht oder stark abweichend vom sonstigen Sprachgebrauch verwende, nicht zu erläutern. »Genotyp« und »Phänotyp« verwende ich nicht im Sinne der Biologie, aus welcher sie stammen. Mit »Genotyp« bezeichne ich in diesem Falle die Einteilung aller Menschen in zwei Geschlechterkategorien, d. i. Männer und Frauen. Mit »Phänotyp« dagegen bezeichne ich einzelne Individuen, welche keineswegs alle Eigenschaften, mit denen der Genotyp beschrieben wird, repräsentieren müssen . Der Genotyp soll in meinem Sinne als Idealtyp dienen wie die Idealtypen von Gesellschaften, Staatssystemen und so fort bei Max Weber. »Ideal« ist demnach nicht als wertend zu verstehen, d. i. im Sinne von »am besten«, sondern verallgemeinernd zu Orientierungszwecken. Empirisch beobachtete Tendenzen werden herangezogen, um zwei Genotypen zu beschreiben, die, wie gesagt, in diesem Falle zwei Idealtypen darstellen, nämlich Mann und Frau. Es wäre falsch, diese Genotypen bzw. Idealtypen zu verabsolutieren; darin stimme ich mithin vollkommen mit Dir überein.

Was ich aber noch erwarte, ist, dass Du etwas auf meinen Einwand gegen Dein letztes Argument sowie das Gesamtfazit reagierst. Dies scheint mir nämlich nach wie vor einer der wichtigsten Einwände, da ich besagtes Argument (siehe meinen vorigen Kommentar) als nicht gültig analysiert habe.

Ich bin bislang keineswegs überzeugt von Deinem Fazit – was nicht bedeuten soll, dass ich auf meiner Position zu beharren gedenke. Ich warte vielmehr auf etwas, was überzeugender ist (zum Beispiel eine Abänderung des besagten Argumentes, das Aufzeigen impliziter Prämissen oder eine andere Lesart der expliziten Prämissen, welche es gültig machen, oder ein beziehungsweise mehrere andere Argumente).

Erics Ausführungen halte ich im Übrigen für äußerst gehaltvoll auf enstem Raume. Und wie Kant sinngemäß schreibt: Man kann nicht Philosophie, sondern nur philosophieren lernen. Professionelle Philosophen unterscheidet vom Laien eigentlich nur, dass sie sich beruflich, mithin – zum Beispiel aus Zeitgründen – intensiver mit der Materie auseinandersetzen (können). Dies schließt jedoch nicht aus, dass ein Laie durch intensives Studieren verschiedener Positionen und/oder eigenständiges Denken zu genauso guten Beiträgen in der Lage wäre. Bei Schopenhauer heißt es sinngemäß, dass sich die Philosophie insofern von anderen Wissenschaften unterscheide, als sie alles problematisiere. Daher heiße ich alle Kommentare willkommen, solange sich diese auf rationales Argumentieren stützen. (Erst kürzlich habe ich wieder einmal jemanden als Diskussionspartner gehabt, mit dem nicht zu diskutieren war, weil diese Person völlig irrationale Aussagen traf, verschiedene Sphären gleichsetzte, zum Beispiel solche mit empirischer und solche mit lediglich metaphysischer Realität. Angesichts solcher Defekte wird jegliche Diskussion unmöglich, zumal wenn die andere Seite einem um rationales, kohärentes Argumentieren bemühten Philosophen vorwirft, was er rede sei »Schwachsinn«, während die eigenen Äußerungen ein unübersehbares und haarsträubendes Beispiel völliger Inkohärenz und Irrationalität zeichnen. Statt auf der Sachebene zu bleiben, nahm die Person zuletzt noch Zuflucht zu persönlichen Beleidigungen wie etwa der Behauptung, ich redete »Schwachsinn«.)
17.11.08 @ 21:05
Kommentar von: [Mitglied]
Die Konstatierung des Andersseins kann sich vom Beharren auf einer Dualität - männlich/weiblich, weiß/schwarz, jung/alt, reich/arm usw. usw. - bis zur Achtsamkeit für geringfügigste Wendungen im Leben eines einzigen "In"-Dividuums erstrecken. Es gibt mehr Anderes als Atome im Universum.
19.11.08 @ 01:10
Kommentar von: Westerkamp [Mitglied] E-Mail
Was hier erstaunlich wenig behandelt wird, wie ich finde, ist der Einfluß der Gesellschaft auf unser geschlechtliches Empfinden. Das Gedanken von Männern und Frauen sich unterscheiden hat glasklar auch biologische Ursachen, das ist nicht wegzudiskutieren, da beide in der Evolutionsgeschichte unterschiedlich sein mussten. In der heutigen Gesellschaft aber wären diese Unterschiede im Prinzip sehr gering. nur durch die lebenslange Prägung (Frauen sind so...Männer sind so...) gestalten sich unsere Charachtere geschlechtlich noch in die zwei stereotypen männlich/weiblich aus. Daher passen auch Menschen, die sich geschlechtlich nicht einfügen (z.B. Homo- und Intersexuelle) trotz der unproblematischen bilogischen Seite immer noch nicht in unsere Gesellschaft. Es ist einfach ekin Platz für sie in der von uns gestalteten welt. Um Nietzsche zu entfremden: Der Übermensch gestaltet nicht nur seine eigene Moral, sondern auch sein eigenes Geschlecht
19.12.08 @ 23:35
Kommentar von: Liliane [Besucher]
Hallo

Falls dich diese Thematik noch interessiert, empfehle ich dir Anne Fausto-Sterling, Sigrid Schmitz und Britta Schinzel zu lesen.

Grüsse
25.02.09 @ 14:37

Einen Kommentar hinterlassen


Ihre E-Mail-Adresse wird nicht auf dieser Seite angezeigt.

Ihr URL wird angezeigt.
(Zeilenumbrüche werden zu <br />)
(Name, E-Mail-Adresse & Webseite)
(Benutzern erlauben, Sie durch ein Kontaktformular zu kontaktieren (Ihre E-Mail-Adresse wird nicht weitergegeben))
Bitte schreiben Sie "Philosophie" (ohne Anführungszeichen)
antispam test